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Azurit



Azurit
Chemismus Cu3(CO3)2(OH)2
Mineralklasse Wasserfreie Carbonate mit fremden Anionen
V/C.01-010 (nach Strunz)
16a.2.1.1 (nach Dana)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse monoklin-prismatisch \ 2/m
Farbe tiefblau (Azur)
Strichfarbe blassblau
Mohshärte 3,5 bis 4
Dichte (g/cm³) 3,8
Glanz Glas- bis Fettglanz
Transparenz durchsichtig bis undurchsichtig
Bruch muschelig
Spaltbarkeit gut bis vollkommen
Habitus prismatische, stenglige und tafelige Kristalle; pulverige Aggregate
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl α=1,730 β=1,758 γ=1,838
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Δ=0,108 ; zweiachsig positiv
Pleochroismus deutlich hellblau-dunkelblau
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten reagiert stürmisch auf Salzsäure
Ähnliche Minerale Dumortierit, Malachit, Lapislazuli
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen

Azurit, auch Bergblau, Chessylit oder Kupferlasur genannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der wasserfreien Carbonate. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu3(CO3)2(OH)2 und entwickelt meist prismatische, kurzsäulige oder tafelige Kristalle von tiefblauer Farbe, die dem Mineral auch seinen Namen gab (zur Etymologie siehe die Farbe Azur). Seine Mohssche Härte beträgt 3,5 bis 4 und seine Dichte 3,8 bei einer blassblauen Strichfarbe.

Von der Zusammensetzung her ähnelt es dem Malachit. Auch ist die Pseudomorphose von Malachit nach Azurit bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Bildung und Fundorte

  Azurit ist ein Sekundärmineral, das durch chemische Verwitterung aus Chalcopyrit, anderen Kupfer-sulfiden oder Kupfer-Erzen entstanden ist. Durch Wasseraufnahme wandelt es sich zudem in den grünen Malachit um und ist deshalb oft mit ihm verwachsen zu finden.

Fundorte sind unter anderem Guangdong in China, Chessy/Lyon in Frankreich, Touissit in Marokko, Tsumeb in Namibia, sowie Bisbee/Arizona und La Sal/Utah in den USA.

Geschichte

Azurit erhielt 1824 vom französischen Mineralogen Francois Beudant den an die Farbe Azur angelehnten Namen.

Verwendung

Azurit ist ein Kupfererz, das keine große wirtschaftliche Bedeutung hat. Allerdings lässt es sich als Schmuckstein und Farbpigment schon im alten Ägypten nachweisen. Wegen seiner edlen, tiefblauen Farbe und dem hohen Preis fand Azurit besonders in kunstvoll ausgemalten mittelalterlichen Handschriften Verwendung.

Weiteres hierzu siehe Azurblau

Manipulationen und Imitationen

Da Azurit als Schmuckstein zu weich und empfindlich (porös, gute Spaltbarkeit) ist, wird er mit Kunststoff stabilisiert, was nebenbei auch den Glanz erhöht. Auch Rekonstruktionen aus Azurit- und Malachitstaub (Verarbeitungsreste), vor allem um die Verwachsung Azurit-Malachit nachzuahmen, sind bekannt.

Esoterik

In esoterischen Kreisen gilt Azurit als Stein der Erkenntnis und des geistigen Wachstums. Er soll die Konzentrationsfähigkeit und die geistige Aufnahmebereitschaft fördern, einen positiven Einfluss auf das zentrale Nervensystem nehmen, indem er die Leistungsfähigkeit des Gehirns und die Nerventätigkeit erhöht und die Sinneswahrnehmungen anregt. Zudem wird dem Mineral nachgesagt, dass es eine entgiftende Wirkung auf den Organismus ausübe, die Schilddrüsenfunktionen anrege und die Regeneration des Körpers nach Operationen oder Krankheiten unterstütze. Wissenschaftlich arbeitende Mediziner halten diese Aussagen allesamt für unbelegte Pseudowissenschaft.

Siehe auch

Literatur

  • Petr Korbel, Milan Novak:Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag., Utting am Ammersee 2002, ISBN 3-89555-076-0.
  • Bernhard Bruder:Geschönte Steine. Neue Erde Verlag., Saarbrücken 1998, ISBN 3-89060-025-5.
  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. BLV Verlag. München 1989, ISBN 3-405-12488-3.
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Azurit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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