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Charoit



Charoit
Charoit
Chemismus K(Ca,Na)2[(OH,F)|(Si4O10] · H2O
Mineralklasse Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)
VIII/F.35-50 (nach Strunz)
70.1.2.3 (nach Dana)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse monoklin-prismatisch \ 2/m
Farbe violett (fliederfarben) und weiß gestreift, hellbraun
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5 bis 6
Dichte (g/cm³) 2,54 bis 2,58
Glanz Glasglanz bis matt
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch uneben
Spaltbarkeit nach (001) gut
Habitus faserige oder massige Aggregate
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl α=1,550 β=1,553 γ=1,559
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Δ=0,009 ; zweiachsig positiv
Pleochroismus farblos
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ 28° bis 30°
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität kaum messbar
Magnetismus
Besondere Kennzeichen

Charoit (Tscharoit) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Silikate, genauer der Ketten- und Bandsilikate. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der allgemeinen, chemischen Zusammensetzung K(Ca,Na)2[(OH,F)|(Si4O10] · H2O. Die Elemente in den runden Klammern sind frei austauschbar, stehen jedoch immer im selben Verhältnis zu den restlichen Elementen der Zusammensetzungsformel.

Charoit entwickelt durchscheinende bis undurchsichtige, massige oder faserige Aggregate in violetter und weißer Streifung, wobei die Streifen ineinander verwirbelt sind und mitunter dunkle Einschlüsse enthalten kann. Charoit ist als Schmuckstein hoch begehrt.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Charoit wurde 1976 erstmals entdeckt und beschrieben. Seit 1978 ist es als anerkanntes Mineral in der Liste der IMA aufgenommen. Entgegen den Vermutungen verschiedener Quellen wurde Charoit nicht nach dem sibirischen Fluss Chara (Tschara, Tschar (Чар)?), sondern nach dem russischen Wort "chary", was soviel wie reizend oder bezaubernd bedeutet.

Bildung und Fundorte

Charoit bildet sich hydrothermal in vulkanischen Gesteinen. Begleitet wird es von verschiedensten Mineralen wie Aegirin, Feldspaten, Nephelin, Quarz und anderen.

Fundorte sind verschiedene Gebiete der Russischen Föderation, vorwiegend in Jakutien in der Nähe des Flusses Chara.

Verwendung

Charoit findet ausschließlich Verwendung als Schmuckstein, entweder für Schmuckstücke oder Skulpturen. Es besteht Verwechslungsmöglichkeit mit Amethyst.

Siehe auch

Systematik der Minerale, Liste der Minerale, Portal:Geowissenschaften

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Lehrbuch der Mineralogie (16. Aufl.), Ferdinand Enke Verlag (1978), ISBN 3-432-82986-8
  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie, Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Charoit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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