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Chlorprothixen



Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: hier ist en:Chlorprothixene so mancher Text noch zu finden. --Atamari 13:55, 25. Mär 2006 (CET)


Steckbrief
Name (INN) Chlorprothixen
Wirkungsgruppe

Antipsychotikum

Handelsnamen

Truxal® (CH) Chlorprothixen-neuraxpharm® (D) Chlorprothixen 15 Holsten® (D) Truxaletten® (A)

Klassifikation
ATC-Code AF03
CAS-Nummer 113-59-7
Verschreibungspflichtig: Ja


Fachinformation (Chlorprothixen)
Chemische Eigenschaften

IUPAC-Name: (Z)-3-(2-Chlor-9H-thioxanthen-9-
yliden)-N,N-dimethylpropan-1-amin
Summenformel C18H18ClNS
Molare Masse 315,86 g·mol−1

Chlorprothixen ist ein Antipsychotikum aus der Gruppe der Thioxanthene . Es wird in Form von Tabletten, Lösungen zum Einnehmen oder injizieren angewendet zur Behandlung von Unruhe- und Erregungszuständen bei speziellen geistig-seelischen Erkrankungen und von Zuständen, die durch krankhaft gehobene Stimmung und Antrieb gekennzeichnet sind.

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Inhaltsverzeichnis

Wirkung

Chlorprothixen wirkt in erster Linie sedierend und in höheren Dosen antipsychotisch. Die Wirkung kommt zustande durch die postsynaptische Blockade an Dopamin-, 5-HT2-, Alpha-1 sowie Muskarin-Rezeptoren.

Indikation

  • Agitiert-ängstliches depressives Syndrom
  • Bipolare Störung
  • Psychotische Störung

Gegenanzeigen

Chlorprothixen darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Thioxanthene und bei Zuständen tiefer Bewußtlosigkeit (komatöse Zustände). Beim Vorliegen krankhaft trauriger Verstimmung (endogene Depression) darf Chlorprothixen nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden.

Nebenwirkungen

1. periphere vegetative Wirkungen:

  • anticholinerge Effekte durch die Blockade von Muskarinrezeptoren
    • Mundtrockenheit
    • Akkomodationsstörung (fehlende Einstellung der Pupillenweite)
    • Mydriasis (Pupillenerweiterung) mit Gefahr eines Glaukomanfalls
    • Obstipation (Verstopfung)
    • Miktionsbeschwerden mit Gefahr einer Harnsperre
    • Tachykardie (Herzfrequenz > 120/min)

Bei längerer Therapie nehmen diese Effekte ab.

  • Blockade peripherer α1- Rezeptoren
    • Orthostase mit Blutdruckabfall
    • reflektorische Tachykardie
  • direkt kardiale Wirkung durch chinidinartige Eigenschaften
    • Erregungsleitungsstörungen
    • im EKG: PQ-/QRS-Verbreiterung


2. zentrale Wirkungen:

  • Sedation, Schläfrigkeit (v.a. zu Beginn einer Amitriptylin-Therapie, als Ausdruck der H1-Histaminrezeptor-Blockade)
  • Delir (bei älteren Patienten)
  • Appetitsteigerung, Gewichtszunahme
  • Schlafstörungen
  • epileptische Krämpfe bei disponierten Personen
  • Frühdyskinesien (Dyskinesie)

Vergiftung

ähnlich einer Atropin-Vergiftung

  • bei geringen Dosen: Mundtrockenheit, Trockenheit der Haut, leichte Bradykardie (Herzfrequenz < 60/min)
  • bei höheren Dosen: Durst, Tachykardie, Pupillenerweiterung, Blendungsgefühl, Lichtscheu
  • bei fortschreitender Vergiftung: Schluckstörung (durch Versiegen der Drüsenfunktion), Akkommodation ist nicht mehr möglich, Darmatonie, Harnverhaltung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit, Lachlust/Weinkrämpfe, Halluzinationen, AV-Block
  • Endstadium: die Körpertemperatur steigt als Folge der Hemmung der Schweißsekretion und durch die Störung der zentralen Regulation; die Haut ist heiß, trocken und rot
  • schließlich kann die zentrale Erregung in Depression übergehen, es folgen Somnolenz und Atemlähmung


  • Gegengift:

Physostigmin

  • weitere therapeutische Maßnahmen:

Vermarktung

Chlorprothixen wird unter den Namen Taractan® und Truxal® vermarktet.

Fußnoten

     
    Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Chlorprothixen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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