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Claisen-Kondensation



Unter der Claisen-Kondensation versteht man die basenkatalysierte Acylierung eines Esters mit einem zweiten Estermolekül zu einem β-Ketoester, der dann bei Anwesenheit von mindestens einem Äquivalent Base zum Enolat weiterreagiert. Als Basen kommen Natriumalkoholate zur Anwendung. Die Reaktion wurde nach ihrem Entdecker Ludwig Claisen benannt.


Reaktionsmechanismus

Zunächst wird ein Estermolekül in α-Position zur Carbonylfunktion durch zugesetztes Natriumalkoholat deprotoniert. Das entstandene mesomeriestabilisierte Anion greift im nächsten Schritt zunächst nukleophil am Carbonylkohlenstoff eines weiteren Estermoleküls an, anschließend kommt es zur Abspaltung des Alkoholats aus dem Ester. Der hierbei entstandene β-Ketoester wird dann von einem weiteren Alkoholat in α-Position zu beiden Carbonylfunktionen zum Natriumenolat deprotoniert. Dieser Schritt ist als einziger Schritt im gesamten Mechanismus irreversibel, da hierbei ein durch zwei Carbonylfunktionen mesomeriestabilisiertes Anion entsteht, das nur schwach basisch ist und in Lösung befindlichen Alkohol oder Ester nicht deprotonieren kann. Dies ist auch der Grund, aus dem das Natriumenolat keinen weiteren nukleophilen Angriff an einem weiteren Estermolekül eingeht, sondern die Reaktion auf dieser Stufe stehenbleibt. Nach wässriger Aufarbeitung erhält man letztendlich den gewünschten β-Ketoester.

Eine cyclische (intramolekulare) Claisen-Kondensation wird als Dieckmann-Kondensation bezeichnet.

 
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