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Derivat (Chemie)



Als ein Derivat (lateinisch) wird in der Chemie ein abgeleiteter Stoff ähnlicher Struktur bezeichnet (=Abspaltprodukt). Derivate sind Stoffe, die an Stelle eines H-Atoms ein anderes Atom oder eine ganze Atomgruppe besitzen bzw. bei denen ein oder mehrere Atome/Atomgruppen entfernt wurden. Die Herstellung eines Derivates bezeichnet man als Derivatisierung. So bezeichnet man Carbonsäureamide, Carbonsäureanhydride, Carbonsäurehalogenide als Derivate der jeweiligen Carbonsäure, da sie aus dieser durch Veränderung funktioneller Gruppen zugänglich sind. Alkohole kann man formal als Derivate des Wassers mit der Struktur

R-O-H

ansehen. Setzt man für den Rest R Wasserstoff, so erhält man Wasser (H-O-H), setzt man für R den Methylrest CH3, so erhält man Methanol (CH3-O-H).

Vom Begriff Derivat abgegrenzt werden muss der Begriff Homologon. Dies sind Stoffe, die sich nur durch die Kettenlänge ihrer Grundbausteine unterscheiden; in der Organischen Chemie sind dies die Kohlenwasserstoffketten. Homologa sind in aller Regel keine Derivate!

In der Pharmazie hat die Derivatisierung besondere Bedeutung, um aus bestehenden Arzneimitteln neue, möglicherweise wirksamere oder verträglichere Arzneimittel zu schaffen. So ist zum Beispiel die Acetylsalicylsäure (der Hauptbestandteil des Aspirins) ein Derivat der Salicylsäure, also des medizinisch aktiven Stoffes.

Literatur

  • K. P. C. Vollhardt, Organische Chemie: Kapitel 15, 19 & 20; ISBN 3527298193
 
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