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Diethanolamin



Strukturformel
Allgemeines
Name Diethanolamin
Andere Namen
  • Dihydroxydiethylamin
  • 2,2'-Iminodiethanol
  • Aminodiethanol
  • DEA
Summenformel C4H11NO2
CAS-Nummer 111-42-2
Kurzbeschreibung weiße kristalline Substanz (Schmelzpunkt 28 °C) oder farblose bis gelbliche viskose feuchtigkeitsanziehende Flüssigkeit mit ammoniakalischem Geruch
Eigenschaften
Molare Masse 105,14 g·mol−1
Aggregatzustand fest (auch flüssig wegen niedrigem Schmelzpunkt)
Dichte 1100 kg·m−3
Schmelzpunkt 28 °C
Siedepunkt 268 °C
Dampfdruck

< 0,01 hPa (25 °C)

Löslichkeit

sehr gut löslich in Wasser
mischbar mit Aceton und Ethanol
wenig löslich in Kohlenwasserstoffgemischen und Diethylether.

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I
R- und S-Sätze R: 22-38-41-48/22
S: (2-)26-36/37/39-46
MAK

15 mg·m−3

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Diethanolamin (DEA) ist ein farbloser Alkohol, der in Lösungsmitteln, Emulgatoren und Reinigungsmitteln Anwendung findet.

Verwendung

  • als Lösungsmittel
  • in Kosmetika und pharmazeutischen Produkten als Weichmacher und Feuchthaltemittel
  • als Zwischenprodukt für die Herstellung von Waschrohstoffen
  • als Zementhilfsmittel
  • in Pflanzenschutzmitteln
  • als Bohr- und Schneidöl (Kühlschmiermittel)
  • als Katalysator bei der Herstellung von Polyurethanen
  • als Absorptionsmittel für Schwefelwasserstoff (H2S) und Kohlenstoffdioxid (C02) in chemischen Prozessen (Aminwäsche)

Sicherheitshinweise

Diethanolamin ist als gesundheitsschädlich eingestuft.

Aktuelle Forschung

Forscher der Universität von North Carolina haben herausgefunden (Mitteilung der Universität (engl.)), dass Diethanolamin auf die Gehirnentwicklung von Föten einwirkt. Sie strichen im Tierversuch DEA auf die Haut von schwangeren Mäusen und stellte fest, dass die neugeborenen Mäuse mit Gehirnschäden auf die Welt kamen. Im Bereich des Hippocampus wachsen Hirnzellen unter dem Einfluss von DEA langsamer und zugleich war die Sterberate der Zellen erhöht.

Die Forscher beruhigen: „Die Dosis auf der Haut der Mäuse war zehnmal höher als die Dosis in Shampoos. Niemand muss deswegen Angst haben.“ DEA ist z. B. auch in Seife, Haarspray und Sonnencreme enthalten.

Das Risiko, das von DEA-haltigen Kosmetika ausgeht, könnte sogar noch wesentlich geringer als von den Forschern angegeben. Laut einer Stellungnahme der Cosmetic, Toiletry, and Fragrance Association (CTFA) wurde DEA kaum jemals selbst in Kosmetik eingesetzt[1]. Typischerweise entsteht DEA als Abbauprodukt von Alkanolamiden (Reaktionsprodukten von Fettsäuren mit DEA) bzw. kann in geringen Mengen als nicht abreagierter Ausgangsstoff noch enthalten sein. Die CTFA hat für die Verwendung von Shampoo mit einem sehr hohen, aber realistischen Gehalt an DEA-haltigen Inhaltsstoffen (und entsprechend DEA) errechnet, dass die Dosis an DEA auf der Haut der Mäuse sogar tausendfach höher war als die Dosis in Shampoos. Weiterhin wird von der CTFA darauf hingewiesen, dass die biologische Ursache der Hinveränderung im Versuch mit Mäusen eine Cholindefizienz war, gegenüber der Mäuse empfindlicher sind als Menschen.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Diethanolamin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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