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Doxepin



Steckbrief
Name (INN) Doxepin
Wirkungsgruppe

Antidepressiva

Handelsnamen
  • Aponal®
  • Sinequan®
Klassifikation
ATC-Code AA12
CAS-Nummer 1668-19-5
Verschreibungspflichtig: Ja


Fachinformation (Doxepin)
Chemische Eigenschaften

IUPAC-Name: N,N-Dimethyl-3-dibenz- [b,e]oxepin-11(6H)-ylidenpropylamin
Summenformel C19H21NO
Molare Masse 279,376 g/mol

Doxepin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva. Es wurde 1970 unter dem Handelsnamen Aponal® von Boehringer Mannheim (heute Roche) auf den Markt gebracht.

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Doxepin wirkt primär stark dämpfend und wird daher außer zur Stimmungsaufhellung oft zur Sedierung verwendet.

Wirkung

Doxepin wirkt im ZNS als Hemmstoff der Monoamin-Rückaufnahme aus dem synaptischen Spalt in die präsynaptischen Vesikel, außerdem anticholinerg, antihistaminisch und adrenolytisch. Die durch die (unselektive) Rückaufnahmehemmung erhöhte Verfügbarkeit von Serotonin und Noradrenalin zur neuronalen Übertragung führt zu einer Milderung depressiver Symptome.

Die Beeinflussung mehrerer Transmittersysteme durch Doxepin erzeugt dessen charakteristische Nebenwirkungen, die weitgehend denen der übrigen trizyklischen Antidepressiva entsprechen.

Die sedierende Wirkung vermindert sich oft während einer längeren Einnahme; die erwünschte Stimmungsaufhellung tritt ebenfalls erst nach einer Einnahmedauer von ca. 2–3 Wochen ein.

Indikationen

Doxepin ist zugelassen zur Therapie von Depressionen, Angstsyndromen und Schlafstörungen.

Darüber hinaus kann es zur Beherrschung von Unruhezuständen bei Entzug von Alkohol, Drogen und Medikamenten (vor allem Benzodiazepinen) eingesetzt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Doxepin hat vor allem anticholinerge Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Hypotonie und Tachykardie, Mydriasis und Akkommodationsstörungen, Magen-Darm-Probleme und Miktionsstörungen).

Außerdem bringt es spezielle Risiken für das Herz mit sich (Erregungsleitungs- und Herzrhythmusstörungen), ferner können Blutbildveränderungen wie Leukopenie oder Agranulozytose auftreten. Wegen der starken anticholinergen Komponente kommt es unter Doxepin häufiger als bei anderen Trizyklika zu einem pharmakogenen Delir.

Genotoxisches Potential

Im Tierversuch führte Doxepin zu Erbgutschäden. Möglicherweise erhöht die Einnahme von Doxepin das Brustkrebsrisiko [1] [2]


Darreichungsformen, Dosierung

 

Doxepin ist als Generikum sowie als Originalpräparat Aponal® verfügbar. Neben Tabletten, Dragees und anderen Zubereitungen zur oralen Einnahme gibt es auch eine Injektionslösung.

Die mittlere tägliche Dosis von 50–150 mg kann stationär bis auf maximal 300 mg gesteigert werden. Bei nicht an Doxepin gewöhnten Personen wirken oft schon 10–25 mg hypnotisch; empfindliche Anwender reagieren mitunter schon auf 5 mg. Generell sollte der Hauptteil einer Tagesdosis abends eingenommen werden, um möglichst die Tagesmüdigkeit zu reduzieren, die jedoch besonders zu Einnahmebeginn fast immer auftritt.

Klinische Relevanz der Wirkung

Die klinische Relevanz der Wirkung von Doxepin wird – wie bei allen Antidepressiva – kontrovers debattiert.

Einzelnachweise

  1. http://www.cihr-irsc.gc.ca/e/documents/anti_breast_release.pdf Heavy exposure to some tricyclic antidepressants associated with elevated risk of breast cancer
  2. British Journal of Cancer, Volume 86, S. 92-97, Ausgabe vom 7. Januar, 2002
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Doxepin aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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