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Ethylenglykol



Strukturformel und Kalottenmodell
     
Allgemeines
Name Ethylenglykol
Andere Namen Ethan-1,2-diol, Ethandiol, Glykol, Monoethylenglykol, 1,2-Ethandiol, Ethylenalkohol, Glysantin, Genantin, Ethylenoxidhydrat, EG
Summenformel C2H6O2 bzw. C2H4(OH)2
CAS-Nummer 107-21-1
Kurzbeschreibung farb- und geruchlose Flüssigkeit mit leicht süßlichem Geschmack, etwas viskoser als Wasser
Eigenschaften
Molmasse 62,07 g·mol-1
Aggregatzustand flüssig
Dichte 1,11 g/cm3 (bei 20 °C)
Schmelzpunkt -16 °C
Siedepunkt 197 °C
Dampfdruck 5,3 Pa
Löslichkeit vollständig mischbar mit Wasser, bei 20 °C
Explosionsgrenze UEG: 3,2 %; OEG: 43%
Flammpunkt 111 °C
Zündtemperatur 410 °C
Sicherheitshinweise gemäß EU-Recht
R- und S-Sätze R: 22
S: (2)
MAK 10 ml/m3 (26 g/m3)
Lagerung Dicht verschlossen. Bei +15 °C bis +25 °C
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

(Mono)Ethylenglykol (MEG) (Trivialname Glycol bzw. Glykol) ist der einfachste zweiwertige Alkohol mit der chemischen Bezeichnung Ethan-1,2-diol. Es ist also das einfachste Diol.

Die Bezeichnung Glykole wird darüberhinaus für Diole, die sich vom Ethylenglykol ableiten (sogenannte 1,2-Diole) verwendet. Beispiele sind Diethylenglykol (DEG), Triethylenglykol (TEG) oder die Polyethylenglykole.

Inhaltsverzeichnis

Gewinnung und Herstellung

Technisch wird Ethylenglykol aus Ethen oder aus Ethylenoxid hergestellt.


Verwendung

Großer Abnehmer für MEG sind die Hersteller von Polyester, wo zusammen mit PTA in einer Polykondensation Polyesterschmelze hergestellt wird (Bericht zur Weltmarktlage PTA & MEG 2007).

Aufgrund der reduzierenden Eigenschaft der beiden OH-Gruppen kann es im Anlagenbau als Korrosionsschutzmittel in Kühlflüssigkeiten verwendet werden. Angeblich kommt es dabei auch der Wärmeleitfähigkeit zugute: Die Oberflächenspannung des Wassers wird gesenkt, es benetzt stärker und strömt leichter auch über zerklüftete Oberflächen. Ebenso besitzt es eine dielektrische Wirkung, die den Wärmetransport im Medium verbessern soll und wird daher vereinzelt als kostengünstiger Ersatz für spezielle Wärmeleiter eingesetzt. Dabei wird die elektrische Leitfähigkeit des Kühlmediums nicht signifikant gesteigert, da durch das Ethylenglykol keine Ionen gebildet werden.


Sicherheitshinweise

Ethylenglykol ist als gesundheitsschädlich eingestuft. Die Hauptaufnahmewege sind über das Verdauungssystem und die Haut, bei Ersterem kann mit einer sehr schnellen und nahezu vollständigen Resorption gerechnet werden. Ethylenglykol wirkt reizend auf Schleimhäute, vor allem des Auges. Bei hohen Dosen wirkt es zudem toxisch auf Nervengewebe, es kommt zu Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen und Nierenschädigung. Als minimale letale Dosis für den Menschen werden etwa 100 ml[1] und 1,4 g/kg Körpergewicht[2] angegeben, in Einzelfällen und mit optimaler medizinischer Therapie wurde auch die Aufnahme von ca. 1000 ml[1] Ethylenglykol überlebt.

Ethylenglykol zersetzt sich ab 165 °C und setzt dabei unter anderem Glykolaldehyd, Glyoxal, Acetaldehyd, Methan, Formaldehyd, Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff frei.

Antidot

Bei Vergiftungen steht mit Fomepizol, einem kompetitiven Hemmer der Alkoholdehydrogenase, ein Antidot zur Verfügung.

Siehe auch

Glykolwein-Skandal

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=972&type=0

Quellen

  1. a b BGIA GESTIS Stoffdatenbank: http://www.hvbg.de/d/bia/gestis/stoffdb/index.html. 16. Jul. 2006
  2. European chemical Substances Information System: http://ecb.jrc.it/esis/esis.php?PGM=ein&DEPUIS=autre. 16. Jul. 2006
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ethylenglykol aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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