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Ethylenvinylacetat



Mit Ethylenvinylacetat (Kurzzeichen EVA) wird eine Gruppe von Copolymeren bezeichnet. Andere Schreibweisen, Bezeichnungen beziehungsweise Abkürzungen sind Ethylen/Vinylacetat, Ethylen-Vinylacetat, EVA, E/VA (nach DIN 7728, Tl. 1, 01/1988) und Ethylvinylacetat bzw. PEVA (Polyethylen-Vinylacetat). Die Abkürzung EVAC die gelegentlich zu finden ist, ist nicht korrekt. Sie kommt von der falschen Ableitung der Abkürzung von Polyvinylacetat (PVAC).

Chemische und physikalische Eigenschaften

EVA ist als Granulat, wässrige Dispersion aber auch als Folienmaterial erhältlich. Für einen Kunststoff hat es eine hohe Wärmebeständigkeit und gute Alterungsbeständigkeit.

Herstellung und Verwendung

Das Verfahren zur Herstellung von EVA entspricht weitgehend dem für PE-LD. Die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten können jedoch stark mit dem Anteil an copolymerisiertem Vinylacetat (VA) variiert werden. VA-Anteile bis 7% werden fast ausschließlich zur Eigenschaftsverbesserung (insbesondere Erhöhung der Bruchdehnung) von PE-Folien eingesetzt. Etwa die Hälfte der EVA-Produktion wird hierfür verbraucht.

EVA mit einem VA-Gehalt von 7 bis 18% wird oft auch als ausschließliches Material für Spezialanwendungen eingesetzt. Beispiele sind kältunempfindliche herausziehbare Ausgießer von Kanistern, Folien für Landwirtschaft und Gartenbau, Einschweißfolien (Bürobedarf, Solarmodule), Duschvorhänge, Fußbodenbeläge und Elektro-Kabel.

Die darüber hinausgehende Klasse von EVA mit bis zu 28% VA wird überwiegend als Schmelzklebstoff verwendet, die wiederum bei sehr hochwertigen Tuft-Teppich oder Nadelvliesstoffen zur Fasereinbindung oder bei der Buchherstellung zur Klebebindung eingesetzt werden können.

In der Photovoltaik werden Solarzellen in EVA eingebettet. Hierbei wird das in Folien eingesetzte EVA bei Temperaturen um ca. 150 °C aufgeschmolzen, wird glasklar und vernetzt dreidimensional. Nach dem Abkühlen liegt so ein dauerhafter Verbund vor, der die Zellen vor Umwelteinflüssen schützt.

Bei VA-Gehalten über 30 bis hin zu 90% VA entsteht ein kautschukähnliches Elastomer, für dass sich auch die Bezeichnung EVM eingebürgert hat. Es wird vorwiegend für Schuhsohlen oder als Polyblend zusammen mit anderen Elastomeren verwendet.

Bei 100% VA entsteht Polyvinylacetat (PVAC).

EVA-Markt

Der europäische Markt für EVA hat derzeit (2007) eine Kapazität von ca. 600.000 t. Der (weltweit) größte Teilmarkt ist mit knapp 400.000 t pro Jahr der für Produkte mit kleiner 18% VA-Anteil. Dazu werden knapp 200.000 Tonnen EVM-Produkte jährlich in Europa produziert. Die EVM-Mengen in Asien für die dortige Schuhindustrie sind jedoch noch deutlich größer.

Die größten Anbieter sind in der Reihenfolge ihres Marktanteiles ExxonMobil, Polimeri Europa, Arkema, Repsol, DuPont und Total. Großabnehmerpreise für Massenanwendungen liegen proportional zum VA-Anteil zwischen 1,30 und 1,70 €/kg, können jedoch für speziellere Anwendungen auch deutlich höher ausfallen.

Einige Handelsnamen sind Levapren, Evathane, Elvax, Ultrathene (US) und Miravithen.

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ethylenvinylacetat aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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