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Halit



Halit
Chemismus NaCl
Mineralklasse einfache Halogenide
III/A.02-30 (nach Strunz)
9.1.1.1 (nach Dana)
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse kubisch-hexakisoktraedisch4/m\ \bar{3}\ 2/m
Farbe farblos, weiß, grau, rot, gelb, blau
Strichfarbe weiß
Mohshärte 2
Dichte (g/cm³) 2,1 bis 2,2
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelig, spröde
Spaltbarkeit vollkommen nach {100}, {010} und {001}
Habitus kubische (würfelförmige) Kristalle; körnige, massige Aggregate
Häufige Kristallflächen {100}
Zwillingsbildung keine
Kristalloptik
Brechzahl
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten leicht wasserlöslich
Ähnliche Minerale
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen salziger Geschmack, orangefarbene Fluoreszenz

Halit (deutsches Synonym: Steinsalz, chemische Verbindung Natriumchlorid) ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der einfachen Halogenide. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung NaCl und entwickelt meist kubische (würfelförmige) Kristalle und großflächige, körnige bis massige Aggregate. Reiner Halit ist farblos oder bei mikrokristalliner Ausbildung weiß. Durch Einlagerung von Hämatit nehmen die Kristalle eine rote Farbe an, bei Einlagerung von Limonit eine gelbe. Durch Beimengungen von Tonmineralen oder Bitumen erscheint Halit grau bis braun. Gitterfehler im Kristallaufbau erzeugen durch Interferenz (Überlagerung durch Beugung der Lichtstrahlen) eine bläuliche Färbung.

Unter UV-Licht zeigt Halit eine orangefarbene Fluoreszenz.

Halit ist ein gesteinsbildendes Mineral und maßgeblich am Aufbau der Steinsalz-Lagerstätten beteiligt. Steinsalz ist ein monomineralisches Gestein, welches sich, bis auf geringe Beimengungen anderer Salzminerale wie Anhydrit, Gips, Sylvin und anderen, fast ausschließlich aus dem Mineral Halit zusammensetzt.

Inhaltsverzeichnis

 

Etymologie und Geschichte

Der Name Halit leitet sich aus den griechischen Wörtern ἅλας, hals, halo für Salz und λίθος lithos für Stein (siehe auch Halogene).

Das aus Salzstöcken oder Salinen gewonnene Speisesalz ist bereits seit der Antike eine begehrte Handelsware, die auf so genannten Salzstraßen von den Herstellungsorten in salzarme Regionen exportiert wurde. Es hatte teilweise einen so hohen Wert, dass es auch als Weißes Gold bezeichnet wurde.

Entstehung und Fundorte

Halit tritt in massiver, gekörnter oder kristalliner Form in Sedimentgesteinen auf. Es bildet sich hauptsächlich durch das Austrocknen von salzreichen Meeren und ist in den dabei entstehenden Ablagerungsschichten (Evaporit) mit anderen wasserlöslichen Mineralen wie Gips und Anhydrit vergesellschaftet. Steinsalz-Ablagerungen, die tief versenkt wurden, verformen sich oft zu riesigen Strukturen, den Salzstöcken. Seltener findet sich Steinsalz auch als Ablagerung in Vulkanschloten oder Fumarolen unter anderem am Ätna und am Vesuv in Italien.

Ein bedeutender Fundort in Mitteleuropa ist das Salzkammergut in Österreich. Wegen seiner Schönheit berühmt geworden ist der Salzstock im polnischen Wieliczka. Die größten Salzkristalle der Welt mit Kantenlängen von über 90 cm findet man in der Kristallgrotte im Schaubergwerk Merkers/Thüringen.

Weitere Fundorte sind Staßfurt, Heilbronn und Bernburg in Deutschland, sowie Kalifornien in den USA.

Verwendung

  Steinsalz wird, wie auch auf andere Weise gewonnenes Natriumchlorid, als Speisesalz, Streusalz, in der chemischen Industrie und auch in der Medizin verwendet. Es ist daher von großer ökonomischer Bedeutung.

Vor allem in Deutschland, Österreich, den USA und Kanada wird Steinsalz noch heute in Salzbergwerken bergmännisch oder durch Laugung (Kavernen) gewonnen. Sein Abbau im Salzkammergut ist bereits für die Zeit der Kelten belegt. Das größte Steinsalzbergwerk Deutschlands befindet sich unter der Stadt Heilbronn. Die abgebauten Kammern sind zusammengenommen über 400 km lang.

Siehe auch

Literatur

  • Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-540-23812-3
  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0
  • Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. 13. Auflage. BLV Verlags GmbH, 1976/1989, ISBN 3-405-16332-3
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Halit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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