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Humphry Davy



  Sir Humphry Davy (mitunter falsch Humphrey geschrieben) (* 17. Dezember 1778 in Penzance, England; † 29. Mai 1829 in Genf, Schweiz) war ein englischer Chemiker. Von 1802 bis 1812 wirkte er als Professor für Chemie an der „Royal Institution“ in London. Durch Elektrolyse geschmolzener Alkalien gelang es ihm erstmals, die Elemente Natrium, Kalium, Barium, Strontium, Calcium und Magnesium darzustellen. Er gehört damit zu den Wegbereitern der modernen Elektrochemie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Davy war Sohn eines Holzschnitzers und ging zunächst bei einem Arzt und Apotheker seines Heimatortes in die Lehre. Als Autodidakt eignete er sich auf dem Gebiet der Chemie ein umfassendes Wissen an. Bei Experimenten in einem Laboratorium in Bristol entdeckte er in einem mutigen Selbstversuch die berauschende Wirkung von Lachgas. Von 1802 bis 1812 wirkte er als Professor für Chemie an der „Royal Institution“ in London. Hier hielt er öffentliche Experimental-Vorlesungen über Chemie und Agrikulturchemie. Von 1820 bis 1827 war er Präsident der „Royal Society“. In dieser Funktion gehörte er damals zu den einflussreichsten Wissenschaftlern in England. Seine Experimente mit zum Teil noch unbekannten Substanzen hatten frühzeitig seiner Gesundheit geschadet, so dass er bereits im Alter von 51 Jahren verstarb.

  Davy war ein herausragender Chemiker in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als einer der ersten verwendete er elektrischen Strom für chemische Experimente. Durch Elektrolyse geschmolzener Alkalien gelang es ihm, die Elemente Natrium, Kalium, Barium, Strontium, Calcium und Magnesium darzustellen. Davy gehört damit zu den Wegbereitern der modernen Elektrochemie. Außerdem schuf er die chemischen Voraussetzungen für die spätere Fotografie. Er entdeckte u. a. das lichtempfindliche Silbersalz, das Silberiodid. Zu seinen wichtigsten technischen Erfindungen gehörte eine zum Anzeigen von Schlagwetter im Bergbau benutzte Grubenlampe (Davysche Sicherheitslampe); er befasste sich auch mit elektrisch betriebenen Lampen: 1802 leitete er Strom durch einen Platinfaden, brachte diesen zum Glühen und 1809 entwickelte er eine erste Bogenlampe [1] [2] [3].

Davy hat Michael Faraday zunächst als Assistenten in der Royal Institution eingestellt und somit dessen wissenschaftliche Karriere ermöglicht.

Bedeutsam für die Landbauforschung waren seine Londoner Experimentalvorlesungen über Agrikulturchemie, in denen er das gesamte Wissen auf diesem Gebiet kritisch zusammengefasst hat. Der Text dieser Vorlesungen wurde 1813 als Buch unter dem Titel „Elements of Agricultural Chemistry“ veröffentlicht. Besonders die bereits ein Jahr später erschienene deutschsprachige Ausgabe hat zahlreiche Wissenschaftler in Deutschland angeregt, Methoden und Fragestellungen der jungen Agrikulturchemie stärker in die traditionelle Landbauforschung zu integrieren.

Davy beherrschte mehrere europäische Sprachen, liebte die schöngeistige Literatur und betätigte sich selbst als Dichter. 1812 wurde er zum Ritter geschlagen. Seit 1818 führte er den Ehrentitel Baronet.

Schriften (Auswahl)

  • The Collected Works of Humphry Davy, 9 Bände. London 1839/1840.
  • Elements of Agricultural Chemistry, in a Course of Lectures for the Board of Agriculture. London 1813.
  • Elemente der Agrikultur-Chemie in einer Reihe von Vorlesungen gehalten vor der Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues". Aus dem Englischen übersetzt von Friedrich Wolff, mit Anmerkungen und einer Vorrede begleitet von dem Königlich Preußischen Staatsrath Albrecht Thaer. Berlin 1814.
  • Elektrochemische Untersuchungen. Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften Bd. 45, Hrsg.: W. Ostwald. Leipzig 1893.
  • Über die Sicherheitslampe. Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften. Bd. 242. Hrsg.: K. Clusius. Leipzig 1937.

Quellen

  1. Wikipedia englisch: Glühlampe /Incandescent_light_bulb
  2. Praktiker des 19. Jhdts.
  3. Technikgeschichte

Literatur

  • Denkwürdigkeiten aus dem Leben Sir Humphry Davy`s. Hrsg. von seinem Bruder John Davy. Deutsch bearbeitet von D. Carl Neubert. Eingeleitet von D. Rudolf Wagner. Leipzig: L. Voß 1840, 4 Bde. 372 S. mit einem gestochenen Porträt als Frontispiz, 368 S., 342 S., 266 S. + Druckfehlerverzeichnis.
  • Elektrotechnische Zeitschrift 1928, Heft 30, Seite 1111
  • Lothar Dunsch: Humphry Davy. Leipzig 1982 = Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner Bd. 62 (m. Bild und Bibliographie).
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Humphry_Davy aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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