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Influenzmaschine



    Eine Influenzmaschine kann durch die Trennung von Ladung mit Hilfe von Influenz sehr hohe Spannungen bis zu mehreren zehntausend Volt erzeugen. Erfinder dieser Maschinenkategorie war u. a. James Wimshurst (1832-1903); die bekannteste Variante der Influenzmaschine ist die Wimshurstmaschine. Die Urform der Influenzmaschine ist das Elektrophor, welches 1753 John Canton bekannt war, 1762/64 vom schwedische Physiker Johannes Wilcke beschrieben wurde und um 1775 vom italienischen Physiker Alessandro Volta für die Praxis weiterentwickelt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise

Man lässt zwei Glas- oder Plexiglasscheiben, früher auch Scheiben aus Hartgummi (Ebonit), in gegenläufiger Richtung rotieren. Auf die Plexiglasscheiben sind Metallstreifen aufgeklebt. Leitende (Metall-)Bürsten verbinden gegenüberliegende Metallstreifen der Plexiglasscheiben. Ist zufällig ein Belag auf einer Seite negativ geladen (die Ladung wird nicht wie oft vermutet durch Reibung erzeugt), werden auf der gegenüberliegenden Seite durch elektrische Influenz zwangsläufig entgegengesetzte Ladungen bewirkt. Diese Ladungen werden bei der weiteren Drehung der Scheibe von Kontakten (Metallbürsten) aufgenommen und zu einem Kondensator, der für hohe Spannungen geeignet ist (z. B. sog. Leidener Flasche), geleitet. Ab einer gewissen Spannung kommt es an den angeschlossenen Funkenstrecken zu wiederholten Blitzentladungen.

Varianten

Die Bohnenberger-Maschine

Diese etwas kurios anmutende Maschine stammt aus dem Jahr 1798 und wurde von Gottlieb Christoph Bohnenberger erfunden. Sie ist eine der ersten rotierenden Influenzmaschinen und stellt einen Meilenstein der Elektrostatik dar. Mit Maschinen wie dieser konnten erstmals in der Menschheitsgeschichte Spannungen von einigen tausend Volt künstlich und geplant – wenn auch damals nicht messbar – erzeugt werden.

Durch Drehen am Apparat wird eine Rotation der zwei gegenüberliegenden Scheiben und beim Vorbeigang an der dritten eine elektrische Spannung gerade in der vorbeidrehenden aufgebaut. Die Ladung wird eine halbe Umdrehung später durch Berührung am oberen Ende auf das Reservoir der Kugel übertragen. Mit jedem Umlauf erhöht sich die Spannung. In einem Nachbau der ersten Bohnenberger-Maschine konnten Spannungen bis 15 kV erzeugt werden.

 

Die Holtz-Maschine

Die Holtz-Maschine (siehe Bild) ist ein weiteres Gerät zur Erzeugung hoher Spannungen, erfunden 1865 von Wilhelm Holtz in Berlin.

Kelvin-Generator

Wimshurst-Maschine

Siehe auch:

Literatur

  • Gottlieb Christoph Bohnenberger: Beschreibung unterschiedlicher Elektrizitäts-verdoppler von einer neuen Einrichtung, nebst einer Anzahl von Versuchen über verschiedene Gegenstände der Elektrizitätslehre, etc. Tübingen 1798
 
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