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Innere Energie



Als innere Energie bezeichnet man den in einem Medium gebundenen Energiebetrag. Die innere Energie ist der Energiegehalt einer Materiemenge, der über ihre geordnete kinetische Energie und potentielle Energie des Schwerpunktes hinausgeht. Sie ergibt sich aus den inneren Eigenschaften eines Systems teilweise auch unter dipolartiger Wechselwirkung mit äußeren Feldern.

Je mehr über den Aufbau der Materie bekannt wurde, desto mehr Ursachen für die innere Energie wurden erkannt. Man unterscheidet den physikalisch-thermischen, den chemischen und den kernphysikalischen Anteil der inneren Energie sowie die Wechselwirkungen mit äußeren Feldern.

Die Summe aus Lage-, Bewegungs- und Spannenergie ist bei reibungsfreien Vorgängen in einem abgeschlossenen System konstant.

  • Der physikalisch-thermische Anteil (thermische Energie) beruht auf den gesamten ungeordneten, mikroskopischen Bewegungen der Moleküle - d.h. auf der Kinetischen Energie + Rotationsenergie + Schwingungsenergie der Moleküle - sowie auf intermolekularen Wechselwirkungen.
  • Der chemische Anteil ist die potentielle Energie der Bindungskräfte bzw. die Bindungsenergie, die in den Molekülen enthalten ist und zum Beispiel bei einer Verbrennung in Form von thermischer Energie bzw. Wärme frei wird.
  • Der kernphysikalische Anteil bezeichnet die potentielle Energie, die in den Atomkernen vorhanden ist und die bei Kernzerfällen, Kernspaltungen und Kernfusionen freigesetzt werden kann.
  • Zudem können noch die Wechselwirkungen von magnetischen und elektrischen Elementardipolen und induzierter Polarisation mit elektrischen und magnetischen äußeren Feldern einen Beitrag leisten.

Der Erste Hauptsatz der Thermodynamik beschreibt eine Änderung der inneren Energie als Summe der Wärmezufuhren und -entzüge sowie der verrichteten Arbeit am entsprechenden (geschlossenem) System:

\qquad \mathrm dU= dQ + dW

und

\qquad \mathrm \delta U= Q + W

oder auch

\qquad \mathrm dU= T dS  - p dV

Innere Energie U und ihre natürlichen Variablen Entropie S, Volumen V und Stoffmenge n sind alles extensive Zustandsgrößen. Die innere Energie ändert sich bei einer Skalierung des thermodynamischen Systems proportional zur entsprechenden Zustandsgröße (S,V). Der Proportionalitätsfaktor ist α. Daraus folgt:

U(\alpha \cdot S,\alpha \cdot V, \alpha \cdot (n_1,..., n_K)) = \alpha \cdot U(T,V,n_1,..., n_K)

mit ni (i = 1,...,K) : Stoffmenge der Teilchen vom Typ i.Solch eine Funktion wird homogene Funktion ersten Grades genannt.

Mit dem Euler-Theorem und dem ersten Hauptsatz folgt die Euler-Gleichung für die innere Energie:

dU = T \cdot dS - p \cdot dV + {\sum_{i=1}^{K}}\, \mu_i \cdot dn_i


In der Chemie für ein ideales Gas gilt der Gleichverteilungssatz (innere Energie verteilt auf jeden Freiheitsgrad mit je \frac{1}{2}\ k_B T). Für ein ideales Gas mit drei Freiheitsgraden und N Teilchen ergibt sich:

U=\frac{3}{2}\ N k_B T oder für n Mol eines idealen Gases U=\frac{3}{2}\ n R T

kB bezeichnet hier die Boltzmann-Konstante

R bezeichnet hier die ideale Gaskonstante


Siehe auch: Fundamentalgleichung, spezifische Innere Energie des Wassers

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Innere_Energie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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