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Karat




Das Karat ist eine Maßeinheit der physikalischen Größe Masse, die auf verschiedene Weisen gebraucht wird bzw. wurde.

  • Das „metrische Karat“ ist in Deutschland eine gesetzliche Einheit im Messwesen bei der Angabe der Masse von Edelsteinen und in DIN 1301-1, Ausgabe Oktober 2002, genormt. Das metrische Karat hat kein international vereinbartes und auch in Deutschland kein gesetzliches Einheitenzeichen, üblich war das Zeichen Kt. In der Schweiz ist "ct" als Einheitenzeichen festgelegt. Umrechnung: 1 metrisches Karat = 0,2 g.
  • Des weiteren wird es – außerhalb des Bereiches der deutschen gesetzlichen Einheiten – zur Angabe der Reinheit von Gold verwendet: 24 Karat Goldgehalt entsprechen „999er Gold“ (eigentlich 1000er Gold - technisch unmöglich), also einem Goldgehalt von 99,9 %.

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Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Das Karat ist ein Lehnwort nach dem Französischen le carat, über Mittellateinisch carratus. Dieses entstand über das Arabische qīrāt (قيراط) aus dem Griechischen kerátion κεράτιον (Diminutiv von keras κέρας „Horn“), da die Frucht (Schote) des Johannisbrotbaumes hörnchenförmig sei.

Abkürzungen

Für Karat als Goldkonzentration wird international häufig die Abkürzung kt verwendet. Dagegen wird für Karat als Edelsteingewicht international häufig die Abkürzung ct verwendet.

Bedeutungen

Gehaltsangabe

Die Gehaltsangabe von Gold beurteilt, in welchem Verhältnis Gold zu anderen Materialien in einem Metall steht. Sie wird in 24er Teilung angegeben. (Siehe dazu Mark (Gewicht) Absatz: Unterteilungen der Mark, für Gold.) Einkarätiges Gold enthält 1/24 Anteil Gold (= 4,166 Prozent oder 41,66 Promille) und 23/24 Anteile andere Stoffe. 24-karätiges Gold bezeichnet absolut reines Gold, wobei es aus technischen Gründen sehr schwierig ist, alle Verunreinigungen vollständig zu eliminieren.

Die Reinheit von verarbeitetem Gold kann auch in 1000er Teilen angegeben werden. Diese Teilung wird allerdings einheitenlos verwendet. Beispielsweise entspricht 585 Gold einem Goldanteil von 58,5% im Metall.

Gold wird hauptsächlich zusammen mit Silber und Kupfer verarbeitet. Neben den folgenden gebräuchlichen Feingehalten gibt es noch viele andere Einteilungen, die aber meist ungebräuchlich geworden sind (z. B. 500), in Deutschland nicht verwendet werden (z. B. 840 in Frankreich) oder sich aufgrund ihrer Eigenschaften nicht am Markt durchsetzen konnten (z. B. 250).

  • Gold 999: 24 Karat, Feingold, äußerst rein
  • Gold 900: 21,6 Karat, Münzgold
  • Gold 750: 18 Karat, Kronengold, Standardfeingehalt bei Goldschmieden,
  • Gold 585: 14,04 Karat
  • Gold 583,33: 14 Karat
  • Gold 375: 9 Karat
  • Gold 333: 8 Karat

Gewichtmaß

  Das „metrische Karat“ ist weiterhin gesetzliche Einheit im Messwesen bei der Angabe der Masse von Edelsteinen und in DIN 1301-1, Ausgabe Oktober 2002, genormt. Das metrische Karat hat kein international vereinbartes Einheitenzeichen, üblich war das Zeichen Kt.

Als Gewichtseinheit für Schmucksteine ist die offizielle (?) Bezeichnung „metrisches Carat“ (Abkürzung: ct). Das metrische Carat wurde 1875 nach der Meterkonvention eingeführt, es ist auf einer 100er Unterteilung aufgebaut.

1 metrisches Carat = 100/100 (Punkte) = 200 Milligramm (entspricht 4 Gran zu je 0,05 g)

Ältere Gewichtssätze (vor 1875) sind auf einer 64er Teilung aufgebaut. 1 Carat = 64/64, dementsprechend 1/2 Carat = 32/64 usw.

1/64 Carat entsprechen 0,02 metrische Carat, 64/64 Carat sind demnach 1,28 metrische Carat oder 256 Milligramm.

Historische Verwendung

In Deutschland war das Karat früher ein kleines Goldgewicht, der aus 12 Gran bestehende 24. Teil einer Mark als der Gewichtseinheit für die Feinheitsbestimmung des Goldes.

Ursprung

Ursprünglich war das Karat das Gewicht eines getrockneten Samenkerns des Johannisbrotbaums (Ceratonia siliqua). Die Masse jedes durchschnittlichen, ausgewachsenen Samenkerns der Schote beträgt ca. 0,2 g. Es wurde bislang angenommen, diese Samenkörner wären stets in etwa gleich schwer. Die wissenschaftliche Analyse solcher Samenkerne ergab jedoch, dass das Gewicht der einzelnen Samen beim Johannisbrotbaum ebenso stark variiert wie bei vielen anderen Baumarten. Wissenschaftler der Universität Zürich gehen davon aus, dass das dunkelbraune Samenkorn des Johannisbrotbaumes zum Vergleichsgewicht wurde, weil sich Gewichtsunterschiede zwischen einzelnen Körnern sehr gut schätzen lassen. Wie sie in Versuchen zeigen konnten, sind Menschen in der Lage, Gewichtsunterschiede von ungefähr fünf Prozent per Augenschein zu erkennen. Auch bei Johannisbrotbaumsamen, die als Maßgewicht eingesetzt wurden, findet sich eine ähnliche fünfprozentige Abweichung, während bei zufälligen Proben dieser Samen die Gewichtsstreuung rund 25 Prozent beträgt.[1] Im Mittelalter entsprach ein Karat dem Gewicht von drei Gersten- oder vier Weizenkörnern.

Quellenangaben

  1. Beat Müller: [1]

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Karat aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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