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Lapislazuli



 Lapislazuli, auch Lapis Lazuli (Lapis lazuli), Lasurstein oder kurz Lapis genannt, ist ein blauglänzendes Mineralgemisch, das je nach Fundort aus unterschiedlichen Anteilen der Minerale Lasurit, Pyrit, Calcit, sowie geringeren Beimengungen an Diopsid, Sodalith und anderen (die auch fehlen können) bestehen kann. Definitionsgemäß ist Lapis Lazuli damit ein Gestein und wird teilweise auch als solches anerkannt. [1] [2]

Als Edel- bzw. Schmuckstein hat Lapislazuli eine Geschichte, die 7.000 Jahre zurückreicht.

Weiteres empfehlenswertes Fachwissen

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Das Wort Lapis entstammt der lateinischen Sprache und bedeutet „Stein“. Lazuli, ursprünglich aus dem Arabischen Genitiv lazulum für „blau“ kommend, wurde ins Mittellateinische übernommen.

Synonyme Bezeichnungen sind unter anderem Azur d'Acre, azurum ultramarinum, Bleu d'Azur, Lapis lazuli ultramarine, Las(z)urstein, Lazurium, Oltremare, Orientalischblau, Outremer lapis, Pierre d'azur, Ultramarin echt, Ultramar ino/verdadero, Ultramarine natural; des Weiteren nach Plinius und Theophrast coeruleum scythium.

Farbe

Begehrte Schmucksteine sind von intensiver, ultramarinblauer Farbe, die auf S3--Radikalanionen zurückzuführen ist. Fein verteilter Pyrit gilt als Echtheitsnachweis. Flecken oder kleine Pyritadern goldgefärbten werden ebenfalls geschätzt, jedoch sollte der Pyritanteil nicht zu groß sein, da die Farbe sonst in ein unschönes Grün umschlägt. Steine, bei denen das Calcit stark hervortritt, sind weniger wertvoll.

Vorkommen

Die besten Vorkommen finden sich im westlichen Hindukusch in Badakhshan (Afghanistan). Im afghanischen Bürgerkrieg spielte die Beherrschung des Pandschir-Tals, neben seiner strategischen Bedeutung, als Lieferant des teuren Lapislazulis eine wichtige Rolle als Einnahmequelle zum Kauf von Waffen. In Chile, Kalifornien (USA) und in der Baikalregion (Russland) wird ebenfalls Lapislazuli abgebaut.

Verwendung als Schmuckstein

  Lapislazuli spielt als Schmuckstein in der Kunst eine große Rolle. Aus diesem Stein wurden die leuchtendblauen Farben gewonnen, mit denen insbesondere im Mittelalter beispielsweise Madonnengewänder gemalt wurden. Ein besonders schönes Beispiel für die Verwendung der aus diesem Stein gewonnenen Farben befindet sich auch in der Handschrift Das Stundenbuch des Herzogs von Berry, einem der wichtigsten Werke der Buchmalerei. So sind auf dem Kalenderblatt Januar zum Beispiel die Gewänder des Herzogs aus dieser Farbe hergestellt.

Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel für die Verwendung von gemahlenem Lapislazuli als Pigment ist Giottos Freskenzyklus in Padua, wo es für die Gestaltung des Himmels Verwendung fand. Die Farbe Blau wurde in der mittelalterlichen Malerei wohl auch deshalb so selten verwendet, weil blaue Pigmente wie Lapislazuli außerordentlich teuer und rar waren und von "jenseits der See" - daher auch die Bezeichnung "Ultramarin" - bezogen werden mussten.

Manipulationen und Imitationen

Lapislazuli, dessen Farbe zu blass ist, wird entweder geölt oder gewachst, um ihn dunkler erscheinen zu lassen. Ungleichmäßige Farbe lässt sich mit farbigem Öl vereinheitlichen, ist aber leicht mit Aceton nachweisbar. [2]

Lapislazuli von geringer Qualität und/oder in kleinen Bruchstücken wird zusammen mit Kunstharz zu größeren Steinen rekonstruiert.

Imitationen von Lapislazuli werden vor allem durch Einfärbung der Quarzvarietät Jaspis mit Berliner Blau hergestellt. So wird der sogenannte "Deutsche Lapis(lazuli)" [2] (auch "Swiss Lapis" [2], "Blauer Onyx" oder "Nunkirchener Lapislazuli") in Nunkirchen (Stadt Wadern) aus Jaspis hergestellt. Behandelt man solcherart minderwertige Edelsteinimitationen im Ultraschallbad oder mit Salmiakgeist treten auf der Steinoberfläche Flecken auf, die sich nicht mehr entfernen lassen.

Einzelnachweise

  1. GeoMuseum TU Clausthal - Lapis Lazuli
  2. a b c d Bernhard Bruder: Geschönte Steine. Neue Erde Verlag, 1998, ISBN 3-89060-025-5

Literatur

  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. 13. Auflage. BLV Verlags GmbH, 1976/1989, ISBN 3-405-16332-3
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Lapislazuli aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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