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Meersalz



  Meersalz ist aus Meerwasser in Salzgärten gewonnenes Salz. Im Meersalz sind neben Natriumchlorid auch noch geringe Mengen bzw. Spuren von anderen Stoffen enthalten, unter anderem Salze von Kalium, Magnesium und Mangan. Auch Steinsalz ist nichts anderes als Meersalz, das vor Millionen von Jahren durch Austrocknen von großen Meeren entstand.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Meersalz kann auch an der Oberfläche des Meeres oder der Ozeane durch Wind und Wellen in Form von kleinen Partikeln in die Luft übergehen. Es handelt sich dann um Aerosole. Die Aerosole können meteorologische Prozesse wie beispielsweise die Entstehung von Wolken beeinflussen.

In Seebädern werden Aerosole zu Heilzwecken eingesetzt. Eingeatmet bringt die Salzluft Linderung bei verschiedenen Leiden wie beispielsweise Asthma. Äußere Anwendung findet Meersalz in Meerwasserbädern.

Zusammensetzung

  Bestandteile von Salz aus dem Toten Meer = Binnensee mit 27 % Salinität (Salz in dieser Zusammensetzung ist z. B. in Drogerie-Märkten als Badesalz erhältlich; natürliche Schwankungen inbegriffen):


1000g Salz enthalten im Durchschnitt (in mg/kg):

Kationen mg/kg Totes Meer mg/kg Meersalz Anionen mg/kg Totes Meer mg/kg Meersalz
Kalium (K+) 128.000 11.100 Chlorid (Cl-) 410.000 550.700
Magnesium (Mg2+) 88.000 36.800 Bromid (Br-) 3.240 1.900
Natrium (Na+) 20.000 306.200 Sulfat (SO42-) 250 77.200
Calcium (Ca2+) 630 11.800 Hydrogencarbonat (HCO3-) 17 4.000
Eisen (Fe2+) 34   Carbonat (CO32-) 16  
Strontium (Sr2+) 8 200 Hydrogenphosphat (HPO42-) < 20  
Ammonium (NH4+) < 10   Fluorid (F-) < 10 1.000
Mangan (Mn2+) < 5   Kieselsäure (SiO42-) < 10  
      Iodid (I-) < 0,5  

Entstehung und Gewinnung

    1000 g (= 1 Liter) Meerwasser der großen Ozeane enthalten etwa 35 g Salz (3,5 %), siehe auch Salinität. Die Salzmoleküle sind dissoziiert, also in Anionen und Kationen gespalten. Ihren Ursprung haben sie in der Gesteinsverwitterung. Durch Regenwasser gelangen sie in Grundwasser und Fließwasser. Schließlich werden sie ins Meer gespült.

Ein Teil des Meersalzes wird dem Wasser wieder entzogen. Es setzt sich als Sediment auf dem Meeresboden ab. An einigen Stellen des Erdmantels wird die Erdkruste nach innen gezogen (Subduktion), und mit ihr die Salz-Ablagerungen bzw. Sedimente.

Durch Vulkanismus und Verschiebung der Kontinentalplatten entsteht an anderen Stellen neues Gestein, welches einen Teil des Meersalzes enthält. Der Kreislauf schließt sich.

 An Küsten, zum Beispiel in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Afrika, wird Meerwasser in künstlich angelegte flache Becken oder flache Seen geleitet. Die Salzkonzentration steigt durch die Wasserverdunstung durch Sonne und Wind an. Nach ausreichender Aufkonzentration wird das Wasser in flache Becken geleitet, in denen nach weiterer Verdunstung das Salz am Grund der Becken auskristallisiert. Diese Becken zeigen meistens eine intensiv violette Färbung (rechts hinter dem Salzberg), hervorgerufen von Bakterien, die nur in hoher Salzkonzentration leben können. Nach dem Trockenfallen oder der Entfernung des Restwassers wird die Schicht mit maschinellen Kratzern oder auch manuell von den Salzbauern geerntet. Es wird in großen Bergen zwischengelagert.

Fleur de Sel

    Das teuerste Meersalz, das Fleur de Sel (dt. „Salzblume“), entsteht nur an heißen und windigen Tagen als hauchdünne Schicht an der Wasseroberfläche und wird in Handarbeit mit einer Holzschaufel abgeschöpft. Es wird zum Beispiel an der Algarve, in der Bretagne („Fleur de Sel de Guérande“), („Fleur de Sel de Ile de Ré“) und in der Camargue („Fleur de Sel de Camargue“) gewonnen. Das Salz kommt immer unbehandelt in den Handel. Einige Gourmets schätzen seinen Geschmack, der durch Calcium- und Magnesium-Sulfat-Anteile bestimmt wird, die im Steinsalz nicht enthalten sind. Zusammensetzung: Natriumchlorid: > 97 %; Calciumsulfat: 0,5 %; Magnesiumchlorid: 0,3 %; Magnesiumsulfat (Bittersalz): 0,2 %; Kaliumchlorid: 0,1 %; Wasser: 1–5 % (mit den üblichen Schwankungen bei Naturprodukten).[1]

Bewertung als Lebensmittel

Als Speisesalz kommt vor allem gewaschenes Meersalz in den Handel, das durch Kristallisation gewonnen wird. Nur aus kleineren Salinen kommt auch ungewaschenes Salz in den Verkauf. Meersalz, das durch direktes Eindampfen des Meerwassers gewonnen wird, macht den geringsten Anteil der angebotenen Produkte aus. „Beim Konsumenten erweckt die Bezeichnung 'Meersalz' fälschlicherweise die Vorstellung, dass dieses Salz in seiner Mineralstoffzusammensetzug der im Meerwasser üblichen Konzentrationsverhältnissen entspricht. Aufgrund des Herstellungsverfahrens und der durch die gestiegenen Reinheitsanforderungen notwendig gewordenen Reinigungsverfahren, ist dies aber praktisch nie der Fall. Zudem würde ein solches Salzgemisch, bedingt durch den wesentlich höheren Sulfat- und Magnesiumgehalt, einen leicht bitteren Geschmack aufweisen.“[2]

Meersalz unterscheidet sich im Geschmack praktisch nicht von Steinsalz und Siedesalz, wird aber dennoch von einigen Köchen bevorzugt. Ernährungsphysiologisch ist eine Bevorzugung von Meersalz jedoch nicht zu begründen, da es wie anderes Salz zu 96 bis 98 Prozent aus Natriumchlorid besteht, nur geringe Mengen Mineralstoffe enthält und entgegen anderslautenden Werbeaussagen auch kaum Iod. „Der Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen ist je nach Produkt unterschiedlich und meist so niedrig, daß bei einer Zusalzmenge von zwei bis drei Gramm pro Tag (= 1/2 Kaffeelöffel) kein nennenswerter Beitrag zur Bedarfsdeckung geleistet werden kann; das gilt auch für Iod, falls es nicht eigens zugesetzt wurde.“[3]

Quellen

  1. Inhaltsangabe für Fleur de Sel, Salins du Midi, Frankreich, 2005.
  2. Schweizerisches Lebensmittelbuch, Kapitel Speisesalz
  3. Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (Hg): Gesundheitskost - gesunde Kost? Aachen, 5. Aufl. 1996, S. 110 f.

Siehe auch

 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Meersalz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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