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Pinakol-Kupplung



Die Pinakol-Kupplung ist ein Oldtimer in der Geschichte der organischen Chemie. Sie wurde das erste Mal vor 140 Jahren von R. Fittich zur Synthese von Pinakolen beschrieben. Durch diese Reaktion werden Ketone oder Aldehyde durch Umsetzung mit Metallen (z. B. Magnesium) unter Knüpfung einer C-C-Bindung zu 1,2-Diolen gekuppelt. Solche 1,2-Diole sind vielseitige Zwischenprodukte in der organischen Synthese.

Reaktionsmechanismus

Bei der Reaktion findet eine Ein-Elektronen-Übertragung vom Metall auf die Carbonylverbindung statt. Durch diese Reduktion bildet sich ein Ketylradikalanion. Kombinieren zwei solche Ketylradikalanionen unter Bildung eines Dianions, erhält man nach anschließender saurer Hydrolyse das vicinale Diol. Durch die Kupplung kann es zur Bildung zweier benachbarter Stereozentren kommen.

Ob die reduktive Kupplung zweier Carbonylverbindungen zu 1,2-Diolen oder zu weitergehender Desoxygenierung führt, hängt von der Sauerstoffaffinität des eingesetzten Metalles ab. Im Falle einer Desoxygenierung bildet sich aus dem Pinakolat dann ein Alken.

Die McMurry-Reaktion eignet sich ebenfalls zur Pinakolsynthese und führt je nach Reaktionsbedingungen zu sehr hohen Ausbeuten.

Literatur

  • Organic Synthetic Highlights III. Wiley-VCH, Weinheim 1998, S. 113-118
  • K. P. C Vollhardt, N. E. Schore Organische Chemie., 3. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim 2000, S. 809-810
  • Autorenkollektiv Organikum 22. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim, 2004, ISBN 3-527-31148-3
  • F. A. Carey, R. J. Sundberg Organische Chemie – Ein weiterführendes Lehrbuch., Wiley-VCH, Weinheim 1995, S. 1006-1007
  • B. Bogdanovic´, A. Bolte, J. Organomet. Chem. 1995, 502, 109-121
  • A. Furstner, B. Bogdanovic, Angew. Chem., Int. Ed. Engl., 1996, 35, 2442.


Siehe auch: Namensreaktion

 
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