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Scandium



Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Scandium, Sc, 21
Serie Übergangsmetalle
Gruppe, Periode, Block 3, 4, d
Aussehen silbrig weiß
Massenanteil an der Erdhülle 5 · 10-4 %
Atomar
Atommasse 44,955910 u
Atomradius (berechnet) 160 (184) pm
Kovalenter Radius 144 pm
Van-der-Waals-Radius - pm
Elektronenkonfiguration [Ar] 3d1 4s2
Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 9, 2
Austrittsarbeit 3,50 eV
1. Ionisierungsenergie 633,1 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1235,0 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 2388,6 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand fest
Modifikationen -
Kristallstruktur hexagonal
Dichte 2,985 g/cm3
Mohshärte 2,5
Magnetismus -
Schmelzpunkt 1814 K (1541 °C)
Siedepunkt 3103 K (2830 °C)
Molares Volumen 15,00 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme 314,2 kJ/mol
Schmelzwärme 14,1 kJ/mol
Dampfdruck

22,1 Pa bei 1812 K

Schallgeschwindigkeit m/s
Spezifische Wärmekapazität 568 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 1,77 · 106 S/m
Wärmeleitfähigkeit 15,8 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände 3
Oxide (Basizität) Sc2O3 (schwach basisch)
Normalpotential -2,077 V (Sc3+ + 3e- → Sc)
Elektronegativität 1,36 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
43Sc

{syn.}

3,891 h ε 2,221 43Ca
44Sc

{syn.}

3,927 h ε 3,653 44Ca
45Sc

100 %

Stabil
46Sc

{syn.}

83,79 d β- 2,367 46Ti
47Sc

{syn.}

3,3492 d β- 0,600 47Ti
48Sc

{syn.}

43,67 h β- 3,994 48Ti
49Sc

{syn.}

57,2 min β- 2,006 49Ti
NMR-Eigenschaften
  Spin γ in
rad·T−1·s−1
E fL bei
B = 4,7 T
in MHz
45Sc 7/2 6,499 · 107 0,301 46,6
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung
Scandium-Pulver

R- und S-Sätze R: 11 (Pulver)[1]
S: 16(Pulver)[1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.


Scandium (von lat. Scandia „Skandinavien“) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Sc und der Ordnungszahl 21. Das weiche, silberweiße Element ist das erste der Übergangsmetalle und wird auch den Metallen der Seltenen Erden zugerechnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Scandium wurde 1879 von Lars Fredrik Nilson entdeckt. Aus 10 kg Euxenit und Gadolinit isolierte er ein Oxid mit bisher unbekannten Eigenschaften. Das von ihm vermutete neue Element nannte er zu Ehren seiner Heimat "Scandium". Schon 1869 sagte Dmitri Iwanowitsch Mendelejew ein Element Eka-Bor mit der Ordnungszahl 21 voraus. Erst Per Teodor Cleve erkannte später die Übereinstimmung des Scandiums mit dem Eka-Bor.

Reines Scandium wurde erstmals 1937 elektrolytisch aus einer eutektischen Schmelze aus Kalium-, Lithium- und Scandiumchlorid bei 700 bis 800 °C hergestellt.

Vorkommen

Scandium gehört zu den seltenen Elementen. Elementar kommt es nicht vor, nur in einigen seltenen Mineralien findet man es in angereicherter Form:

  • Thortveitit: (Sc,Y)2Si2O7
  • Euxenit
  • Gadolinit
  • Scandium-Ixiolit: (Ta,Nb,Sn,Mn,Fe,Sc)2O4
  • Bazzit: (Sc,Fe)2Be3Si6O18
  • Kolbekit: ScPO4 · H2O

Scandium findet sich in geringer Konzentration in über 800 Mineralien. Es ist daher auch in Erzkonzentraten der Übergangsmetalle als "Verunreinigung" enthalten. Hierzu zählen russische und chinesische Wolframit- und Tantalitkonzentrate. Auch bei der Aufbereitung uranhaltiger Erze fallen Scandiumverbindungen an.
Die blaue Färbung des Aquamarins, einer Spielart des Berylls, soll durch Sc3+ Ionen verursacht werden.

Gewinnung und Herstellung

Als Ausgangsstoff dient hauptsächlich Thortveitit, das in mehreren Verfahrensschritten zum Scandiumoxid aufbereitet wird. Metallisches Scandium wird anschließend durch Umsetzung zum Fluorid und Reduktion mit Calcium erzeugt.

Eigenschaften

  Aufgrund seiner Dichte zählt Scandium zu den Leichtmetallen. An Luft wird es matt, es bildet sich eine schützende gelbliche Oxidschicht. Scandium reagiert mit verdünnten Säuren unter Bildung von Wasserstoff und dreiwertigen Kationen. In Wasserdampf erfolgt ab 600 °C die Umsetzung zu Scandiumoxid Sc2O3. In wässrigen Lösungen verhalten sich Sc-Kationen ähnlich wie Aluminium, was bei analytischen Trennungen oftmals Schwierigkeiten bereitet. In einer Mischung aus Salpetersäure und 48 % Fluorwasserstoff soll es beständig sein.

Verwendung

Seine Hauptanwendung findet Scandium als Scandiumiodid in Hochleistungs-Hochdruck-Quecksilberdampflampen, beispielsweise zur Stadionbeleuchtung. Zusammen mit Holmium und Dysprosium entsteht ein dem Tageslicht ähnliches Licht. Scandium wird auch zur Herstellung von Laserkristallen verwendet.
Magnetischen Datenspeichern wird Scandiumoxid zur Erhöhung der Ummagnetisierungsgeschwindigkeit zugesetzt.
Als Legierungszusatz zeigt Scandium gefügestabilisierende und korngrößenfeinende Effekte. Eine Aluminium-Lithium-Legierung mit geringem Scandiumzusatz wird zur Herstellung einiger Bauteile in russischen Kampfflugzeugen verwendet. Auch in der modernen Fahrradindustrie werden Scandiumlegierungen eingesetzt, die häufig leichter als Carbonkomponenten sind.

Sicherheitshinweise

Scandiumpulver ist brennbar und daher als feuergefährlich einzustufen.

Verbindungen

Quellen

  1. a b Sicherheitsdatenblatt (Acros)
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Scandium aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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