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Silika



Silika ist die Bezeichnung für einen feuerfesten keramischen Baustoff bestehend aus SiO2. Der Einsatz beschränkt sich heutzutage großteils auf die Gewölbeausmauerung von Glaswannen und die Gitterung von Winderhitzern beim Hochofen. Das Material ist von besonderem Interesse für Werkstofftechniker, Glas- und Stahlhersteller.

Inhaltsverzeichnis

Lage im Zweistoffsystem SiO2-Al2O3


Man erkennt deutlich am Abfallen der Kurve, dass die Schmelztemperatur mit steigendem Aluminiumoxidgehalt (bis etwa 8 Ma-%) stark abfällt, und so der Schmelzpunkt um über 100 K abfällt. Es versteht sich daher von selbst, dass Aluminiumoxid auf jeden Fall, auch in nur geringen Mengen, zu vermeiden ist. Deutlich <1%.

Mineralphasen

Rohstoffe

Forderung: Möglichst reines SiO2. Auf keinen Fall Aluminiumoxid, auch nicht in kleinen Mengen, da bereits bei wenigen Prozent Al2O3 ein Eutektikum liegt.

  • Felsquarzit: schlechter, da langsame Umwandlung von Quarz zu Cristobalit oder Tridymit aufgrund geringer spezifischer Oberfläche. Relativ günstig im Einkauf.
  • Findlings/Zementquarzit: besser da schnelle Umwandlung von Quarz zu Cristobalit oder Tridymit aufgrund hoher spezifischer Oberfläche.

Die Rohstoffe sollten möglichst grau sein, keine schwarzen oder roten Einschlüsse haben (Hinweis auf Eisen und Organik). Es sollte keine Schieferung erkennbar sein, da dies ein Hinweis auf Glimmer ist, welcher Aluminiumoxid enthält.

Notwendige Laborprüfungen:

  • Glühverlust, wegen organischer Bestandteile, später Poren
  • chemische Analyse: Al2O3, FeO, Fe2O3, Alkalien
  • Umwandlungsverhalten

Formgebung

Klassisch keramische Formgebung: Trockenpressen, Schlickerguss, .... Jedoch muss auf die Zugabe von Ton verzichtet werden, da durch ihn Verunreinigungen(Al2O3, Alkalien, Erdalkalien, Fe2O3 und andere) hinzugegeben würden. Bei Silikasteinen ist die chemische Reinheit elementar, da sie nur in absolut reiner Form ausreichend thermisch beständig sind (eutektische Reaktionen, Bildung von Schmelzphase). Um das fehlen von Ton, und damit die fehlende Trockenfestigkeit zu kompensieren, werden die Steine anders verfestigt. Es hat sich herausgestellt, dass Sulfitablauge (Abfallprodukt der Papierindustrie: Ca(SO3)2 mit organischen Bestandteilen) in Wasser zu Säure hydriert und mit der Zeit (wie lange?) polykondensiert, und so ein stabiles Gerüst aufbaut.

Sintern von Silika

Das Sintern von Silka ist in vielerlei hinsicht sehr problematisch.

  • Die Sulfitablauge wird thermisch zersetzt. Es tritt SO2 aus, welches aus dem Rauchgas gefiltert werden muss. Es fällt Gips an, welcher in der Baubranche genutzt wird.
  • Aus der Umwandlung von Quarz in Tridymit resultiert eine Volumendehnung von 14,5 %, aus der von Quarz in Cristobalit eine von 17%. Deshalb neigen die geformten Steine leicht zu Rissen. Folge: Es muss sehr langsam aufgeheitzt werden. Und es muss ebenso langsam abgekühlt werden. Bei Temperaturen oberhalb 700 °C spielt die Aufheiz- bzw. Abkühlgeschwindigkeit keine Rolle, da dort alle Modifikationwechsel des Systems SiO2 abgelaufen sind.
  • Der Kalk im Versatz dient als Sinterhilfsmittel. Bei 600 °C entgast Kalk CaCO3 zu CaO und verbindet sich direkt mit dem SiO2 aus dem Restversatz zu Wollastonit CaSiO3 und stellt somit die Bindephase zwischen den Silikakörnern her.
  • Brennen zwischen 1350 und 1500 °C je nach Verhältnis Felsquarzit/Findlingsquarzit

Sinterkurve:


Generell ist beim Sintern abzuwägen zwischen folgenden Varianten:

  • langsames Aufheizen: vermeiden von Rissen wegen Modifikationswechseln, hohe Kosten
  • schnelles Sintern: Energie sparen, Rissgefahr
  • lange Haltezeit/kurze Haltezeit: Grad der Umwandlung von Quarz zu Cristobalit/Tridymit

Eigenschaften von Silikasteinen

  • gute Beständigkeit gegen saure Schlacken
  • schlechte Beständigkeit gegen basische Schlacken
  • Anwendungstemperatur: 1550–1600 °C
  • Sehr Empfindlich gegen Reduktion: SiO_2(s) + CO(g) \longrightarrow SiO(g) + CO_2(g) (erst oberhalb 1500°C)
  • sehr kleines Erweichungsintervall (je nach Verunreinigungen kann das Intervall nach unten verzerrt werden)
  • sehr hoher WAK (Wärmeausdehnungskoeffizient) unterhalb 700 °C aufgrund vieler Modifikationswechsel mit starker Volumenausdehnung
  • sehr niedriger WAK oberhalb 700 °C
  • unterhalb 700 °C sehr schlechte TWB (Temperaturwechselbeständigkeit), wegen Modifikationswechseln

Typische Einsatzgebiete

  • Gewölbe von Glaswannen (Obwohl Basischer Angriff (Alkalien), Infiltration, Sättigung, Erstarren in hinteren Steinschichten, weitere Infiltration gestoppt)
  • Koksofenbau
  • Winderhitzer (Hochofen, Erhitzung der Einblasluft)

Quellen

  • Gerald Routschka (Hrsg.): Artikel Fred Brunk, Taschenbuch Feuerfeste Werkstoffe, VULKAN-VERLAG, ISBN 3-8027-3150-6
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Silika aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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