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Sodalith



Sodalith
Bild eventuell bei Commons:Mineral
Chemismus (Na)8[(Cl)2(AlSiO4)6] (Gerüstsilikat)
Mineralklasse
Kristallsystem kubisch Raumgruppe P -4 3 n
Kristallklasse
Farbe farblos oder grau mit gelblicher oder bläulicher Tönung, selten blau
Strichfarbe weiß
Mohshärte 5-6
Dichte (g/cm³) 2,13-2,29 g/cm3
Glanz Fettglanz, Glasglanz, matt
Transparenz undurchsichtig, selten durchsichtig
Bruch muschelig
Spaltbarkeit unvollkommen
Habitus
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung nach (111)
Kristalloptik
Brechzahl 1,483 – 1,490
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale Lapislazuli, Leucit, Analcim, Nosean, Hauyn
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen

Sodalith (aus dem lateinischen soda - Natrium und dem griechischen lith - Stein) ist ein Mineral aus der Gruppe der Foide. Aus chemischer Sicht ist es ein Gerüst-Alumosilikat und wird aufgrund seiner Genese zu den Antistressmineralien gezählt.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Die Sodalith-Struktur (Abb. 1) lässt sich als eine kubisch dichteste Packung von 6er-Ringen in Richtung [111] beschreiben. Aluminium-, Silizium- und Sauerstoffatome bilden die kovalente Struktur des Gitters. Abbildung 2 zeigt die Positionen des Al und Si. Zwischen den Al und Si befindet sich nahe der roten Verbindungslinien je ein O. Das Gitter trägt negative Ladungen und geht ionische Bindungen mit Natrium-Kationen ein. (siehe Alumosilikat) Diese Struktur erfordert die chemische Zusammensetzung Na6[Al6Si6O24] und ist farblos. Jeder Sodalith-Käfig dieser Zusammensetzung hat innen ein leerer Raum und kann andere Stoffe (Kationen und Anionen oder auch Wasser) enthalten. Diese Stoffe können die Ursache für die Farben der auf dem Sodalith basierenden Mineralien sein.


Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3
Sodalith-Käfig Sodalit-Käfig mit den Positionen von Al und Si Sodalith aus 4 Sodalith-Käfigen. Ein fünfter Käfig entsteht im Zentrum

Verwandte Mineralien

Zusammensetzung: Na8[Al6Si6O24]Cl2

Sodalith: Die Cl-Anionen befinden sich in den Zentren der Käfige und sind tetraedrisch von je vier Natrium Kationen umgeben. Die Verbindung ist farblos.

Zusammensetzung: Na8[Al6Si6O24]Sx

Lasurit oder auch Ultramarin genannt. Bestandteil des Mineralgemisch Lapislazuli. Sodalith mit S3-- und S2--Radikalen erzeugt durch die Anordnung (Koordination) in den Sodalith-Käfigen eine intensiv blaue Farbe.

Zusammensetzung: Na8[Al6Si6O24]SO4 * H2O

Der Nosean besitzt auch die Gerüststruktur des Sodaliths. Jedoch ist nur jeder zweite Käfig mit dem zweiwertigen Sulfatanion besetzt. Die Verbindung ist farblos.

Genese und Vorkommen

Sodalithe kristallisieren aus Magmen mittleren bis niedrigen SiO2-Gehalts und erscheinen hier neben weiteren Foiden. Die größten Vorkommen sind bis heute in Kanada, Brasilien, Namibia, Bolivien und in der ehemaligen UdSSR bekannt. Großflächige tiefblaue Steine (Royal Blue); blaue Steine (Blue Sapo); blaue Steine mit wenig hellen Einschlüssen (Blue Tiger) und hellblaue Steine mit weißen Einschlüssen (Nuvolato) werden in Bolivien gefunden.

Verwendung

Sodalith wird als Halbedelstein für Kugeln, Ketten und auch für Kunstgegenstände verarbeitet, seltener als Cabochon für Schmuckstücke. In zurückliegender Zeit wurden besonders großflächige Vorkommen in extremen Höhenlagen Boliviens gefunden. Sie werden unter schweren Bedingungen abgebaut und exportiert. Die Verarbeitung zu Boden- und Wandfliesen für den exklusiven Markt erfolgt in Europa oder Asien.

In der Wissenschaft dienen synthetische Sodalithe, deren Zusammensetzung oft von der des Minerals abweichen, als Modellsystem für Zeolithe. Der Sodalithkäfig ist ein struktureller Baustein der technisch wichtigen Verbindungen Zeolith A, Zeolith X und Zeolith Y. Die technische Synthese der Sodalithe erfolgt meist hydrothermal.

Geschichte

Linus Pauling veröffentlichte im Jahr 1930 einen ersten Vorschlag zur Struktur des Sodaliths, den 1967 Jürgen Löns und H. Schulz durch ihre kristallographischen Arbeiten bestätigten.

Literatur

  • S. Matthes:Mineralogie, Springer Verlag, ISBN 3-540-61046-4
  • J. Rösler:Lehrbuch der Minerologie, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, ISBN 3-342-00288-3
  • J. Bauer:Der Kosmos Mineralienführer, Franckhsche Verlagshandlung, ISBN 3-440-04906-X
  • J. Bauer:Edelsteinführer, Verlag Dausien, ISBN 3-7684-2206-2
  • W. Maresch, O. Medenbach:Gesteine, Mosaik Verlag, ISBN 3-576-03413-7
 
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