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07.07.2009: Herbizide, die beispielsweise in den Kohlenhydrat- und Stickstoffhaushalt
eingreifen, schaden Pflanzen. Ihre Blätter bilden weniger Chlorophyll aus
(Chlorose) oder das Blattgewebe stirbt ab (Nekrose). Die Folge: Die Pflanzen
können keine Fotosynthese mehr betreiben und gehen ein. Neue
Wirkstoffklassen zu identifizieren, die das Wachstum von ‚Unkräutern’
wirksam verhindern, ohne den Nutzpflanzen zu schaden, und die gleichzeitig
eine bessere Umweltverträglichkeit zeigen als herkömmliche Produkte, ist
eines der Forschungsziele in der Industrie. Dabei sind die Ergebnisse der
Grundlagenforscher für die Industriekollegen nicht ganz uninteressant.
Mark Stitt vom Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Golm
interessiert vor allem, welche Faktoren bestimmen, ob Pflanzen gut gedeihen.
Zusammen mit seinen Kollegen vom Institut für Pflanzengenetik und
Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben hat er mehr als 20.000 Pflanzen-
Gene untersucht - ein wissenschaftlicher Kraftakt: "Wir haben die Antisense-
Methode eingesetzt, weil sich dieses Verfahren automatisieren lässt und wir
damit die Genaktivität durchschnittlich nur um das zwei- bis vierfache
reduzieren", sagt Stitt. Anschließend haben die Wissenschaftler die
Auswirkungen auf rund zwei Millionen Pflanzen untersucht.
Rund 80 Gene konnten sie identifizieren, die das Pflanzenwachstum maßgeblich
beeinflussen, wenn sie teilweise gehemmt sind. Detaillierte Studien sollen helfen,
die genaue Funktion dieser Gene zu verstehen und neue Kenntnisse zur
Regulation des Pflanzenwachstums zu gewinnen. Einige von ihnen wurden
inzwischen patentiert. Denn für die Herbizidforschung sind diese Befunde
ebenfalls von besonderer Relevanz: Auf ihrem Weg in die Pflanze und an ihren
Wirkort schalten auch Herbizide die Aktivität von Proteinen nicht vollständig
aus. Mithilfe von großen Chemikalien-Bibliotheken testen Industrieforscher nun,
wie gut neue Strukturklassen an diesen Targets wirken, und optimieren deren
Wirkstärke.
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