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27.07.2009: Mit der „Technologie dünner Schichten“ befasst sich Professor
Wilhelm Schabel, Inhaber einer Shared Professorship am KIT.
Diese geteilte Professur ist die erste, an der gleich drei Unternehmen
als Industriepartner beteiligt sind: Bayer, BASF und
Roche. Neben der Professur finanzieren die vier Partner den
Aufbau eines Lehrstuhls und einer institutsübergreifenden
Plattform „Thin Film Technology“. Dünne Schichten mit neuen
funktionalen Eigenschaften gewinnen immer größere Bedeutung
– etwa als optische Folien, Lacke, Sensormaterialien oder
Halbleiterdünnschichten für organische Elektronik.
Die Kooperation ist auf fünf Jahre angelegt. Jeder der vier Partner –
KIT, Bayer Technology Services, BASF SE und F. Hoffmann-La
Roche AG – beteiligt sich zu einem Viertel an der Finanzierung. Der
Beitrag des KIT ist in dessen Exzellenz-Zukunftskonzept verankert
und besteht zum Teil darin, Infrastruktur bereitzustellen. Über die
Zusammenarbeit hinaus sind bilaterale Projekte mit den einzelnen
Firmen vorgesehen.
Die Professur ist am Institut für Thermische Verfahrenstechnik des
KIT angesiedelt und inhaltlich eng verbunden mit dem Institut für
Nanotechnologie, dem Lichttechnischen Institut sowie dem Institut
für Mechanische Verfahrenstechnik. Schabel arbeitet sozusagen
geteilt – sowohl am KIT als auch in den Unternehmen und in Kooperation
mit diesen. Seine Professur ist eine von bisher sechs Shared
Professorships am KIT. Eine Grundidee ist, jungen Wissenschaftlern zu ermöglichen, gleichzeitig Erfahrungen
in der Forschung und in der Industrie zu sammeln.
„Thin Film Technology“ (TFT) bezieht sich auf Aufbau und Eigenschaften
dünner Schichten sowie die zu ihrer Herstellung erforderliche
Apparate- und Prozesstechnik. Die Schichten sind zwischen
wenigen Mikrometern und wenigen Nanometern fein. In einer so
dünnen Schicht können bereits winzige Rohstoffmengen ihre volle
Wirkung entfalten. „Eine zunehmend wichtige Rolle spielen dabei
Produkte, die sich in kostengünstigen so genannten Roll-to-Roll-
Verfahren aus der flüssigen Phase auf Warenbahnen auftragen
lassen und anschließend trocknen“, erklärt Wilhelm Schabel. Die auf
dem KIT-Campus Nord aufgebaute interdisziplinäre TFT-Plattform
zielt darauf, neue Technologien zügig aus der Forschung in den
Produktionsmaßstab zu übertragen.
Als besonders zukunftsträchtiger neuer Markt gilt die organische
Elektronik mit organischer Photovoltaik. In diesem Bereich befasst
sich TFT vor allem mit Polymersolarzellen und hybriden Solarzellen,
das heißt Polymersolarzellen mit anorganischen Nanopartikeln.
Weitere Projekte beziehen sich auf medizinische Diagnose-
Teststreifen, auf Coatings und Lacke sowie funktionelle dünne
Schichten und Strukturen für Dünnschichtbatterien und optische
Folien.
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