Um alle Funktionen dieser Seite zu nutzen, aktivieren Sie bitte die Cookies in Ihrem Browser.
my.chemie.de
Mit einem my.chemie.de-Account haben Sie immer alles im Überblick - und können sich Ihre eigene Website und Ihren individuellen Newsletter konfigurieren.
- Meine Merkliste
- Meine gespeicherte Suche
- Meine gespeicherten Themen
- Meine Newsletter
Umweltbundesamt schlägt fünf Anthracenöle für EU-weite Zulassungspflicht vor
Dennoch bleibt REACH bislang hinter den Erwartungen zurück
05.08.2009: Sie machen Gummi geschmeidig, sind aber giftig: Die aus Steinkohle gewonnenen Anthracenöle gehören zu den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). PAK verbleiben generell lange in der Umwelt, reichern sich in der Nahrungskette an und sind giftig. Noch immer werden sie in Produkten wie Badelatschen oder Gummigriffen eingesetzt. Aus Autoreifen und Lebensmitteln hat die Europäische Union (EU) die PAK bereits weitgehend verbannt. Das Umweltbundesamt (UBA) möchte aber weiter gehen und schlägt der EU vor, für fünf Anthracenöle eine Zulassungspflicht einzuführen.
Am 3. August 2009 war es wieder soweit: Zum zweiten Mal nominierten die EU-Mitgliedstaaten der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) besonders besorgniserregende Chemikalien für eine Zulassungspflicht nach REACH, der EU-Chemikalienverordnung. Im vergangenen Jahr bemängelten Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, dass nur 16 Vorschläge eingingen; sie forderten, 276 Stoffe sofort zu ersetzen. REACH verlangt aber eine detailierte Risikobewertung der vorgeschlagenen Stoffe (Annex XV-Dossier) durch die Behörden der EU-Mitgliedstaaten. Vermutlich deswegen gehen auch in diesem Jahr lediglich 14 Vorschläge ein, davon fünf aus dem UBA.
Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA, bedauert die zögerliche Haltung einiger EU-Mitgliedstaaten: „Bisher nutzen nur wenige Staaten die großen Chancen von REACH, Umwelt und Gesundheit besser zu schützen. Wir bieten anderen Mitgliedstaaten an, bei der Bewertung von Umweltgiften zu kooperieren und gemeinsam besonders besorgniserregende Chemikalien zu identifizieren.“
Denn es gibt genug zu tun: Eine Arbeitsgruppe aus EU-Fachleuten unter Beteiligung deutscher Experten identifizierte über 400 Stoffe, die krebserzeugend, erbgutverändernd, fortpflanzungsgefährdend oder umweltschädigend sind. „Die Behörden der Mitgliedstaaten müssen jetzt zügig zusammenarbeiten, um diese Stoffe schnell EU-weit zu regulieren.“, sagt Holzmann. Die ECHA hat diese Idee bereits aufgegriffen und für den 24. September 2009 alle zuständigen Behörden nach Helsinki eingeladen.
Sind die Stoffe erst einmal als besonders besorgniserregend identifiziert, müssen Unternehmen dem Handel sowie den Verbrauchern auf Anfrage mitteilen, ob diese Stoffe mit mehr als 0,1 Prozent in Produkten enthalten sind. Damit gibt die EU Bürgern die Chance, sich für umweltfreundlichere Produkte zu entscheiden. Den Grundstein dazu legen die EU-Mitgliedstaaten mit ihren Vorschlägen - auch als ersten Schritt zu einer EU-weiten Zulassungspflicht. So sollen langfristig die schlimmsten Chemikalien vom Markt und aus der Umwelt verschwinden.
Das UBA hat sich vorgenommen, weiterhin seinen Beitrag für einen Erfolg von REACH zu leisten: Schon jetzt stehen noch mehr PAK und weitere Umweltgifte auf der Agenda für 2010. Darunter sind auch Chemikalien, die das Hormonsystem stören.
Merkliste
Hier setzen Sie die nebenstehende News auf Ihre persönliche Merkliste
Zusatzinformationen
- 1Zweistufiges Chemie-Tarifpaket für 25 Monate:
- 2Aktuelle Gehaltsdaten in Chemie und Pharma auf einen Blick
- 3Gewaltige Explosion im Chemiepark Marl im Ruhrgebiet
- 4Fachkräftemangel hat Chemie erreicht
- 54,1 Prozent Tariferhöhung in der Chemieindustrie
- 6IG BCE will sechs Prozent mehr Geld für Chemiebeschäftigte
- 7Prof. Dr. Dr. Thomas Olbricht neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wella AG
- 8Braskem setzt seine weltweite Expansion fort
- 9M+W Zander ab 1. Januar 2010 mit neuem Namen
- 10Knoll AG: Pharma-Geschäft für 6,9 Milliarden Dollar veräußert
- Oxea schließt Übernahme einer Produktionsanlage in den Niederlanden ab -
- Pflanzenstärke hilft beim Betonbau - - Südzucker entwickelt nun auch Produkt für Nassspritzbeton
- Air Products beliefert neue Massenproduktion von Photovoltaik-Modulen in Taiwan mit Gasen -
- Gabriel fördert umweltgerechte Modernisierung des Stahlwerks Eisenhüttenstadt mit 30 Millionen Euro -
- Talsohle durchschritten: Air Products profitiert vom Wachstum in der asiatischen Stahlbranche - - Neue Luftzerlegungsanlagen in China und Indien sichern Gasversorgung von großen Stahlwerken
