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04.09.2009: (dpa-AFX) Der Industriekonzern ThyssenKrupp steht einem Pressebericht zufolge vor einem weiteren Stellenabbau. Vor allem in den defizitären Sparten Technologies und Services sowie im Edelstahlbereich sollen zusammen mehrere tausend Arbeitsplätze wegfallen, berichtete das "Handelsblatt" (Donnerstag) unter Berufung auf Konzernkreise. Vor allem die Auslandstöchter sollen betroffen sein.
Der Vorstand hat wegen der Krise einen umfassenden Umbau eingeleitet. Die fünf Sparten werden zum Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. Oktober aufgelöst und die Geschäftsbereiche an die Zentrale angebunden werden. Dadurch sollen künftig pro Jahr 500 Millionen Euro gespart werden. Insgesamt sollen die Kosten in den kommenden 15 Monaten dauerhaft um eine Milliarde Euro sinken. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Darauf hatten sich Betriebsrat und Vorstand bereits im Mai geeinigt. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet der Konzern einen hohen Verlust.
Die größten Einschnitte soll es laut "Handelsblatt" neben den Stahlsparten im Bereich Technologies geben, in dem das Werften- und Automobilgeschäft gebündelt ist. Im Gespräch sei der Wegfall von mehr als 3.000 Arbeitsplätzen, berichtete die Zeitung. In den vergangenen Monaten gehörte Technologies bereits zu den Bereichen, in denen am stärksten Personal abgebaut wurde. Seit Herbst 2008 hatte der Konzern weltweit bereits rund 15.000 Arbeitsplätze gestrichen.
Vor größeren Einschnitten steht dem "Handelsblatt" zufolge auch die Dienstleistungssparte. Bis 1.000 Arbeitsplätze könnten bei ThyssenKrupp Services wegfallen, hieß es. Betroffen sei vor allem die Säule Werkstoffe.
Einschnitte soll es auch in der Edelstahlsparte geben. Konzernführung und Betriebsrat sind sich dem Bericht nach weitgehend einig über eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten bei ThyssenKrupp Nirosta, der Kerngesellschaft der Edelstahlsparte. Die Zahl der Wochenschichten solle von 21 auf 18 verringert werden, sagte der Betriebsratschef der Edelstahlsparte, Bernd Kalwa der Zeitung. Die Einigung sehe auch den Abbau von rund 300 der insgesamt 4.200 Arbeitsplätze bei Nirosta vor.
"Die Personalmaßnahmen werden sozialverträglich durchgeführt", sagte Kalwa dem "Handelsblatt". Vorgesehen sind unter anderem Altersteilzeit und Abfindungen für wechselwillige Mitarbeiter. In den ersten drei Quartalen hatte die Edelstahlsparte einen Vorsteuerverlust von 826 Millionen Euro angehäuft. Zuletzt gab es wie im Stahlsegment aber wieder Anzeichen einer Erholung der Branche.
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