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19.10.2009: (dpa-AFX) Der von der Wirtschaftskrise hart getroffene Stahl- und Industriekonzern ThyssenKrupp steht vor einem weiteren drastischen Stellenabbau. Im neuen Geschäftsjahr (30. September) werde die Belegschaft "nochmals um 15.000 bis 20.000 Menschen schrumpfen", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstag) den Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz.

So sollen 2009/2010 von den etwa 18.000 Stellen in der Verwaltung im In- und Ausland 2.000 bis 2.500 wegfallen. Der Konzern wolle sich zudem von einigen personalintensiven Bereichen trennen. Dazu gehöre die Werftenneuordnung mit gut 2.500 betroffenen Arbeiter sowie die drei zum Verkauf gestellten Service-Gruppen mit 22.000 Arbeitsplätzen.

ThyssenKrupp hatte angekündigt, den Verkauf seiner Traditionswerft Blohm+Voss an die Abu Dhabi Mar Group bis zum Jahresende abzuschließen. Im Zuge des tiefgreifenden Konzernumbaus hatte der Stahlkonzern Anfang Oktober den Verkauf der Sparte Industrieservice mit rund 9.000 Beschäftigten an die Frankfurter Wisag bestätigt. Auch die beiden anderen Gesellschaften, Xervon und Safway, sollen verkauft werden.

Nachhaltiger Abbau von Personal- und Sachkosten

Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 (30. September) hat der Konzern bereits 16.000 Arbeitsplätze im In- und Ausland gestrichen. Dem stand die Schaffung von 4.000 neuen Stellen gegenüber. ThyssenKrupp beschäftigte Mitte des Jahres noch rund 188.000 Mitarbeiter weltweit. Ziel sei ein nachhaltiger Abbau der Personal- und Sachkosten um 1,5 Milliarden bis 2 Milliarden Euro, sagte Schulz.

ThyssenKrupp-Finanzchef Alan Hippe hatte nach Angaben der Zeitung im September den operativen Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr auf eine Milliarde Euro prognostiziert. Hinzu kommen Sonderlasten von mehr als einer Milliarde Euro. "Diese fürchterlich roten Zahlen stammen allein aus drei Bereichen: Rostfrei, Werften und Fahrzeugkomponenten", sagte Schulz. Im vergangenen Jahr betrug der Vorsteuergewinn noch gut drei Milliarden Euro. Nach der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag) dürften sich die Verluste im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr in der Größenordnung von zwei Milliarden Euro liegen.

Zwar habe der Konzern die schlimmste Wegstrecke in der Stahlkrise hinter sich gebracht, sagte Schulz der "FAZ". Aber da die Geschäftslage derzeit kaum einschätzbar sei, könne er für das erste Halbjahr 2010 eine neuerliche Krise nicht ausschließen.

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