Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Projekt NEMO: Elf Partner forschen an neuen OLED-Materialien

BMBF unterstützt das Forschungsprojekt „Neue Materialien für OLEDs aus Lösung“ (NEMO)

03.11.2009: Gemeinsam mit namhaften Partnern aus Industrie und Wissenschaft hat die Merck KGaA das Projekt „Neue Materialien für OLEDs aus Lösung“ (NEMO) gestartet. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts ist die Entwicklung löslicher Materialien für den Einsatz in großflächigen Bauteilen für organische lichtemittierende Dioden (OLEDs), etwa für Fernseher, elektronische Verkehrsschilder oder Beleuchtungssysteme. Das Gesamtbudget beträgt rund 32 Mio €.

„OLEDs besitzen enormes Zukunftspotenzial als kosten- und energieeffiziente Beleuchtungsmittel“, sagt Dr. Udo Heider, der bei Merck den Bereich OLED leitet. „Wir wollen der Industrie maßgeschneiderte OLED-Materialien zur Verfügung stellen, die einen kosteneffizienten Fertigungsprozess aus der Flüssigphase ermöglichen.“

Das bis Ende Juli 2012 geförderte Projekt NEMO involviert vier Industrieunternehmen sowie sieben akademische Partner. Merck führt das Konsortium an. Daneben zählen die H.C. Starck Clevios GmbH (Leverkusen), die Ormecon GmbH (Amersbek bei Hamburg) sowie die DELO Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KGaA (Windach bei München) zu den beteiligten Unternehmen. Als unabhängige Forschungsorganisation nimmt das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (Potsdam) an NEMO teil. Mit je zwei Lehrstühlen sind die Universitäten Tübingen und Regensburg vertreten. Weitere universitäre Partner sind die Humboldt-Universität Berlin und die Universität Potsdam.

Insgesamt wurden für das NEMO-Projekt Kosten in Höhe von 31,8 Mio € kalkuliert. Das BMBF beteiligt sich im Rahmen des Förderprogramms „Werkstoffinnovationen für Industrie- und Gesellschaft - WING“ mit 16 Mio € an den Kosten des Gesamtvorhabens, die weiteren Aufwendungen werden aus Eigenmitteln der Industrieunternehmen finanziert. Das Verbundprojekt ist damit eines der Flaggschiffprojekte der BMBF-Förderinitative „Organische Leuchtdioden - Phase II“.

Eine OLED ist ein dünnfilmiges, leuchtendes Bauelement aus organischen, halbleitenden Materialien, das sich von den anorganischen Leuchtdioden (LED) dadurch unterscheidet, dass Stromdichte und Leuchtdichte geringer sind und keine einkristallinen Materialien erforderlich sind. OLEDs kommen heute bereits in kleinflächigen Displays – beispielsweise in Mobiltelefonen oder MP3-Playern – zum Einsatz. OLEDs senden beim Anlegen elektrischen Stroms Licht beliebiger Farbe aus. Sie verbrauchen wenig Energie und bieten aus jedem Blickwinkel ein perfektes Bild. Die OLED-Technologie ermöglicht durch die Verwendung ultradünner leuchtender Schichten die Herstellung einzigartiger großflächiger homogener Leuchtflächen mit einer Gesamtschichtdicke von wenigen Millimetern. Im Vergleich zum heute gängigen Vakuum-Verdampfungsprozess sollen insbesondere die Skalierbarkeit, Strukturierbarkeit und Beschichtungseffizienz deutlich verbessert werden. Die NEMO-Projektpartner setzen dabei auf lösliche phosphoreszierende Materialien für Rot-, Grün- und Blau-Anwendungen. Um zügig marktfähige Lösungen zu erreichen, werden parallel dazu verschiedene Injektions-, Transport- und Elektrodenmaterialien sowie Klebstoffe erforscht, bewertet und auf ihre Leistungsfähigkeit getestet.

NEMO - Wer macht was?

Die elf Partner beschäftigen sich entlang eines Mehrschicht-Aufbaus von OLEDs aus Lösung auf Indium-Zinnoxid beschichtetem Glas (Kathode / Elektroneninjektionsschicht / Emitter / Ladungsträgerinjektionsschicht) mit unterschiedlichen Fragestellungen.

Merck entwickelt und testet neue Emittersysteme auf Basis löslicher kleiner Moleküle. In dieser Schicht wird elektrischer Strom in Licht umgewandelt. H.C. Starck Clevios und Ormecon entwickeln Materialien mit jeweils eigenen Lösungen für Zusatzschichten, die die Effizienz der Bauteile enorm verbessern. H.C. Starck arbeitet dabei parallel dazu an hochleitfähigen polymeren Anodenmaterialien, die als Alternativen für die teure und spröde Indium-Zinnoxid-Schicht dienen. Ormecon analysiert zugleich mögliche Mechanismen, die für eine limitierte Lebensdauer der OLEDs verantwortlich sind. Spezielle Klebstoffe für die Verkapselung von OLED-Bauteilen entwickelt DELO Industrie Klebstoffe.

Das Fraunhofer-Institut entwickelt und testet Emittersysteme auf Basis von Polymeren (langkettigen Molekülen), die dann bei Merck im Bauteil getestet werden. An der Universität Tübingen beschäftigen sich die NEMO-Partner mit neuen Emittersystemen aus Metallclusterverbindungen. In Berlin verfolgt die Humboldt-Universität modulare Synthesestrategien für neue Elektronentransportmaterialien in der Schicht zwischen Emitter und Kathode. Die Universität Regensburg simuliert neue Emitter-Materialien und führt zudem photophysikalische Untersuchungen an Materialien durch, die im Rahmen von NEMO entwickelt werden. Forscher der Universität Potsdam schließlich untersuchen physikalische Eigenschaften wie Ladungsträgertransport und -dynamik.

Kontakt / Infos anfordern

Fordern Sie gratis weitere Informationen an:

Merkliste

Hier setzen Sie die nebenstehende News auf Ihre persönliche Merkliste

Mehr über Merck
Mehr über Ormecon
  • News

    Projekt NEMO: Elf Partner forschen an neuen OLED-Materialien

    Gemeinsam mit namhaften Partnern aus Industrie und Wissenschaft hat die Merck KGaA das Projekt „Neue Materialien für OLEDs aus Lösung“ (NEMO) gestartet. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts ist die Entwicklung löslicher Materialien für den Ein ... mehr

    ORMECON und NISSAN CHEMICAL INDUSTRIES vereinbaren Lizenzabkommen

    Das deutsche Unternehmen ORMECON in Ammersbek bei Hamburg und NISSAN CHEMICAL INDUSTRIES haben ein Lizenzabkommen abgeschlossen. Das japanische Unternehmen darf im Rahmen der Vereinbarung spezielle Produkte auf Basis Polyanilin (dem von ORMECON entwickelten Organischen Nano-Metall), herstel ... mehr

Mehr über Universität Tübingen
Kontakt
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Wilhelmstr. 7
72074 Tübingen
DEUTSCHLAND
Tel.
+49707129-0
Fax
+49707129-5990
  • News

    Winzigen Nanopartikeln auf der Spur

    Wissenschaftler der Universität Tübingen sind am internationalen Projekt „INSTANT“ beteiligt: Hier wird ein Sensor entwickelt, mit dem sich Nanopartikel in Produkten nachweisen lassen. Sie sind in Kosmetika und Wandfarben versteckt und halten sogar Obst frisch: Wegen ihrer antimikrobiellen ... mehr

    Neuer Bachelor-Studiengang Nano-Science an der Universität Tübingen

    In den Fachbereichen Biologie, Chemie und Physik der Universität Tübingen arbeiten schon seit längerem viele Forscher an nanowissenschaftlichen Fragen und Entwicklungen. Dieses Knowhow soll nun gebündelt im zulassungsfreien Bachelor-Studiengang Nano-Science ab dem Wintersemester 2011/2012 a ... mehr

    Mikroskopie mit einer Quantenspitze

    Mikroskope machen Kleines sichtbar – das sagt ihr Name. Doch moderne Mikroskope tun das oft über den Umweg, dass sie Oberflächen nicht mit optischen Methoden darstellen, sondern mit einer feinen Spitze abtasten. Dort, wo optische Abbildungsmethoden an ihre Grenzen kommen, zeigen solche Rast ... mehr

  • Universitäten

    Eberhard-Karls-Universität Tübingen

    Die Eberhard Karls Universität Tübingen gehört zu den ältesten Universitäten Europas. Hier wurde während mehrerer Jahrhunderte Geistes- und Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Die Geschichte nahm im Jahr 1477 ihren Anfang, als Graf Eberhard „im Bart“ von Württemberg die Universität Tübing ... mehr

Mehr über Bundesministerium für Bildung und Forschung
Kontakt
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Hannoversche Straße 28-30
10115 Berlin
DEUTSCHLAND
Tel.
+4930-18570
Fax
+4930-18575516
Mehr über Uni Regensburg
Kontakt
Universität Regensburg
Universitätsstraße 31
93053 Regensburg
DEUTSCHLAND
Tel.
+49 941 943 01
Fax
+49 941 943 2305
Mehr über Humboldt Universität Berlin
Kontakt
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin
DEUTSCHLAND
Tel.
+49 30 2093 0
Fax
+49 30 2093 2770
  • News

    Humboldt-Ranking zeigt die deutschen Top-Adressen für Forscher aus dem Ausland

    Das Humboldt-Ranking zeigt, welche Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei ausländischen Forschern besonders beliebt sind. Ausgewertet wurde die Anzahl der Gastaufenthalte von internationalen Spitzen- und Nachwuchswissenschaftlern, die in den letzten fünf Jahren als Stipendiaten oder Pr ... mehr

    Neue Materialien für die Photovoltaik

    Das Helmholtz-Zentrum Berlin und das Forschungszentrum Jülich bilden zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universität Potsdam und der Freien Universität Berlin eine der drei neuen Energie-Allianzen, die von der Helmholtz-Gemeinschaft ins Leben gerufen wurden. Ziel dieser Ene ... mehr

    Wie Plastik durch fremde Moleküle leitfähig wird

    Das Dotieren anorganischer Halbleiter stellt die zentrale Grundlage der modernen Elektronik dar. Dabei werden Halbleitermaterialien, wie beispielsweise Silizium, kontrolliert mit Fremdatomen verunreinigt, wodurch sich die Leitfähigkeit präzise einstellen lässt. Seit einigen Jahren wird die ... mehr

  • Universitäten

    Humboldt-Universität zu Berlin

    Die Humboldt-Universität verkörpert mit ihrer Fächervielfalt in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, der Mathematik und den Naturwissenschaften, der Humanmedizin sowie den Agrarwissenschaften die universitas litterarum im Zentrum der deutschen Hauptstadt. Vor 200 Jahren als Refo ... mehr

Mehr über Uni Potsdam
Kontakt
Universität Potsdam
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
DEUTSCHLAND
Tel.
+49331977-0
Fax
+49331972163
Mehr über Fraunhofer-Institut IAP
Kontakt
Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP
Wissenschaftspark Golm, Geiselbergstr. 69
14476 Potsdam
DEUTSCHLAND
Tel.
+49331568-10
Fax
+49331568-3000
Mehr über DELO Industrie Klebstoffe
  • News

    DELO steigert Umsatz um fast 40 Prozent

    DELO Industrie Klebstoffe vermeldet zum Geschäftsjahresende am 31. März 2011 einen Gesamtumsatz von 41 Millionen Euro. Damit verzeichnet das Unternehmen einen überproportional hohen Umsatzzuwachs von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Um sich für die Zukunft zu rüsten, investiert DELO in ... mehr

    Projekt NEMO: Elf Partner forschen an neuen OLED-Materialien

    Gemeinsam mit namhaften Partnern aus Industrie und Wissenschaft hat die Merck KGaA das Projekt „Neue Materialien für OLEDs aus Lösung“ (NEMO) gestartet. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts ist die Entwicklung löslicher Materialien für den Ein ... mehr

  • Firmen

    DELO Industrie Klebstoffe GmbH & Co. KG

    Mit unserem breiten Produktspektrum an Klebstoffen für umfangreiche Einsatzgebiete - vom Maschinenbau bis hin zu Hightech-Anwendungen im Smart Card Bereich - setzen wir Trends für die Industrie. Dabei sichern wir eine einfache Verarbeitung der Klebstoffe durch speziell entwickelte Dosier- ... mehr

Mehr über H.C. Starck
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.