Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  
IPP, Wolfgang Filser

Alle zehn Teilstücke des Außengefäßes für Wendelstein 7-X sind ausgeliefert.

04.12.2009: Mit der Auslieferung der letzten großen Bauteile für die Fusionsanlage Wendelstein 7-X, die zurzeit im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) aufgebaut wird, ist die industrielle Herstellung der Hauptkomponenten abgeschlossen. Jetzt kamen die letzten zwei Stücke der späteren Außenschale im IPP an. Der Zusammenbau des Großexperiments ist in vollem Gange.

Wendelstein 7-X, die nach der Fertigstellung weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator, hat die Aufgabe, die Kraftwerkseignung dieses Bautyps zu untersuchen. Ziel der Fusionsforschung ist es - ähnlich wie die Sonne - aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie zu gewinnen. Um das Fusionsfeuer zu zünden, muss in einem späteren Kraftwerk der Brennstoff, ein Wasserstoffplasma, in Magnetfeldern eingeschlossen und auf Temperaturen über 100 Millionen Grad aufgeheizt werden.

Die letzten beiden der insgesamt zehn Teilstücke für die spätere Außenhülle wurden jetzt in Greifswald angeliefert. Mit den je 14 Tonnen schweren Stahlteilen sind nun alle Großkomponenten der Anlage im IPP beisammen: angefangen mit den 70 übermannsgroßen supraleitenden Magnetspulen, die den magnetischen Käfig für das Plasma erzeugen werden, über die massive Stützstruktur, von der die Spulen in Position gehalten werden, bis hin zu den zwanzig Teilen des Plasmagefäßes und seinen über 200 Gefäßstutzen sowie schließlich den zehn Teilstücken des Außengefäßes. Zusammengesetzt werden sie einen ringförmigen Schlauch von 16 Metern Durchmesser bilden. In ihrem 4,4 Meter weiten Inneren umschließt diese wärmeisolierende Kühlbox später den gesamten, auf Tieftemperatur abgekühlten Spulenkranz, in dessen Innenraum wiederum das Plasmagefäß mit dem 100 Millionen Grad heißen Plasma liegt.

Bis es soweit ist, werden die Einzelteile der Stellaratoranlage zunächst zu fünf nahezu baugleichen Modulen vormontiert, die dann in der Experimentierhalle kreisförmig zusammengesetzt werden. Inzwischen wird an allen fünf Modulen zugleich gearbeitet: Das erste Modul ist im Rohbau nahezu fertig gestellt und steht bereits an seiner endgültigen Stelle auf dem Maschinenfundament in der Experimentierhalle. Die Naht zwischen den beiden Halbschalen des Außengefäßes ist noch zu schließen; rund 50 Stutzen, die Plasma- und Außengefäß durch den kalten Spulenbereich hindurch verbinden, sind einzuschweißen. Am zweiten und dritten Modul werden zurzeit die Rohrleitungen für das Spulenkühlmittel - tiefkaltes Helium - komplettiert sowie die elektrischen Verbindungen zwischen den supraleitenden Spulen. Das vierte Modul wird gerade aus zwei Hälften zusammengesetzt; auf die beiden Plasmagefäßhälften des fünften Moduls werden die Magnetspulen aufgefädelt.

Wenn schließlich alle Module auf dem Maschinenfundament stehen, müssen die fünf Großkomponenten zu einem Ring verbunden werden. Es folgen die Inneneinbauten im Plasmagefäß. Parallel dazu werden die Systeme zum Aufheizen des Plasmas aufgebaut, die Versorgungseinrichtungen für elektrische Energie und Kühlung, die Maschinensteuerung und die zahlreichen Messgeräte, die das Verhalten des Plasmas diagnostizieren sollen. Verläuft alles nach Plan, sollte Wendelstein 7-X in rund fünf Jahren in Betrieb gehen.

Merkliste

Hier setzen Sie die nebenstehende News auf Ihre persönliche Merkliste

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Max-Planck-Gesellschaft
Kontakt
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
Hofgartenstraße 8
80539 München
DEUTSCHLAND
Tel.
+49892108-0
Fax
+49892108-1111
  • News

    Die Chemie explodierender Sterne

    Forscher verstehen grundlegende chemische Abläufe in Vorläufern unseres Sonnensystems nun ein bisschen besser: Ein internationales Team um Peter Hoppe, Forscher am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, hat nun mit einer sehr empfindlichen Methode Staubeinschlüsse  im 4,6 Milliarden Jahre ... mehr

    Das mehratomige Schlüsselion der Chemie im Universum entschleiert

    In der Chemie in interstellaren Wolken spielt das dreiatomige Wasserstoffion eine Schlüsselrolle. In diesen Reaktionen entstehen auch einfache organische Moleküle. Obwohl H3+ das einfachste mehratomige Molekülion ist, war bisher sein Schwingungsspektrum bei hohen Anregungen weder experiment ... mehr

    Der kleinste Magnetspeicher der Welt

    Der IT-Industrie könnten sich nun neue Möglichkeiten eröffnen. Wissenschaftler der IBM Forschungsabteilung im kalifornischen San Jose und einer Forschungsgruppe des Max-Planck Instituts für Festkörperforschung am Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg haben die Grundlage für eine ... mehr

  • Forschungsinstitute

    Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

    Max-Planck-Institute betreiben Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften im Dienste der Allgemeinheit. Die Max-Planck-Gesellschaft greift insbesondere neue, besonders innovative Forschungsrichtungen auf, die an den Universitäten in Deutschland noch keinen od ... mehr

Meistgelesene News
Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.