Mit einem my.chemie.de-Account haben Sie immer alles im Überblick - und können sich Ihre eigene Website und Ihren individuellen Newsletter konfigurieren.
15.12.2009: Das Öl der Katzenminze (Nepeta Cataria) kann bei Katzen rauschhafte Erregungszustände auslösen. Die gleiche chemische Verbindung ist aber auch Startmaterial für die Synthese eines vielversprechenden Wirkstoffs zur Bekämpfung von Nierenkrebs. Chemikern der TU Dortmund ist es jetzt erstmals gelungen, aus dem Öl der Katzenminze die Anti-Tumor-Verbindung Englerin A synthetisch herzustellen.
Englerin A, ein kürzlich in einer afrikanischen Pflanze entdeckter Wirkstoff, wirkt toxisch auf Nierenkrebszellen, ohne jedoch andere Zellen zu schädigen. Daher ist diese Verbindung potenziell für die Krebstherapie geeignet. "Wir haben festgestellt, dass einer der Inhaltsstoffe der Katzenminze in seiner Struktur dem Englerin A ähnelt", erklärt Mathias Christmann, Professor für Organische Chemie an der TU Dortmund. Daraufhin haben seine Mitarbeiter Dr. Matthieu Willot und die Diplom-Chemikerin Lea Radtke damit begonnen, den Wirkstoff der Katzenminze so zu verändern, dass er am Ende in Englerin A überführt werden konnte. Schritt für Schritt haben sie dafür im Labor die molekulare Struktur der Katzenminze abgeändert. Erstmals gelungen ist die Totalsynthese, also die künstliche Herstellung von Englerin A auf Basis von Katzenminze, im Sommer 2009.
Im Gegensatz zur Isolierung aus Pflanzen, Pilzen oder Bakterien hat die Synthese von Naturstoffen mehrere Vorteile: Zum einen ist es oft die einzige Möglichkeit größere Mengen der Verbindung für Tests zur Verfügung zu stellen. Zum anderen kann der Wirkstoff so für die spezielle Anwendung optimiert werden. Beim "Nachbau" von Naturstoffen können die Chemiker sich direkter auf die gewünschte Wirkung auf den Menschen konzentrieren - die Naturstoffe selbst lassen sich nur teilweise in ihrer Struktur verändern. Wie das synthetische Englerin A nun in der therapeutischen Praxis eingesetzt werden kann, wollen Christmann und sein Team in Kooperation mit Biologen und anderen Wissenschaftlern erforschen.
Dr. Thomas Bieringer (43) wird zum 1. Juli 2011 neuer Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft INVITE GmbH. Diese arbeitet an neuen Produktionskonzepten für die Fabrik der Zukunft. Der promovierte Physiker löst Michael Lorenz (47) ab, der seit Gründung des Joint Ventures von Bayer Technol ... mehr
Die Fakultät für Chemie der Technischen Universität München (TUM) und die Jürgen Manchot-Stiftung haben Professor Herbert Waldmann die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2011 verliehen. Professor Waldmann hat der auf die Analyse von Struktur und Funktion von Proteinen gestützten Forschung ... mehr
Physikern der Technischen Universität Dortmund um Dr. Marc Aßmann und Prof. Manfred Bayer ist es jetzt in enger Kooperation mit Würzburger Kollegen gelungen, das wohl bislang leichteste Kondensat aus materiellen Teilchen herzustellen, das bereits bei einigen Kelvin betrieben werden kann ... mehr
Die Technische Universität Dortmund lehrt und forscht seit ihrer Gründung im Jahr 1968 im globalen Spannungsfeld von Natur, Mensch und Technik. Ihr besonderes Profil gewinnt sie durch das Zusammenspiel eines einzigartigen Ensembles von Fakultäten in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, G ... mehr