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22.01.2010: Deutschland muss sich wieder mehr auf die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft besinnen und seine industrielle Basis stärken. Das ist notwendig, um auf Dauer Wachstumskräfte freizusetzen und die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu bewältigen. Diese Überzeugung prägte die Aussagen der Vertreter der chemischen Industrie auf einem Fachgespräch in Berlin, das die Konrad-Adenauer-Stiftung und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) gemeinsam veranstaltet haben.
Die BASF SE fühlt sich dem Modell der Sozialen Marktwirtschaft verpflichtet und setzt auf nachhaltigen unternehmerischen Erfolg. Dr. Harald Schwager, Mitglied des BASF-Vorstands, machte deutlich, dass dieser Ordnungsrahmen die Grundlage für Innovationen, Investitionen und Arbeitsplätze im Unternehmen bilde. In der Wirtschaftskrise habe sich die Soziale Marktwirtschaft bewährt. „Doch wir dürfen uns auf den Lorbeeren der Sozialen Marktwirtschaft nicht ausruhen. Der Wohlstand muss immer wieder neu erarbeitet werden. Damit Deutschland für den globalen Wettbewerb weiterhin fit ist, brauchen wir eine Industriepolitik, die die vorhandenen Stärken fördert, Forschung und Bildung weiter ausbaut und dazu beiträgt, dass unser Land wieder offener für Innovationen wird“, so Schwager.
Dr. Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries AG und Vizepräsident des VCI, sieht für den Industrie- und Chemiestandort Deutschland gute Perspektiven, wenn die Weichen richtig gestellt werden. „Dafür dürfen wir in den Bereichen Forschung und Entwicklung nicht nachlassen. Denn hier entstehen die Arbeitsplätze von morgen“, sagte Dr. Engel. Chancen eröffneten sich aus den weltweiten Megatrends wie etwa Ressourceneffizienz oder Gesundheit und Ernährung, die sich in Zukunft noch verstärken würden. Engel: „Hier benötigt die Welt innovative Produkte, zum Beispiel für die Zukunft der Elektromobilität oder für gesunde Nahrung. Und hier kann die deutsche Industrie ihre technologischen Stärken ausspielen.“
Der Hauptgeschäftsführer des VCI, Dr. Utz Tillmann, betonte die Notwendigkeit eines industriepolitischen Gesamtkonzeptes, das verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen im internationalen Wettbewerb setze. „Für nachhaltiges Wachstum brauchen wir auch in Zukunft eine starke und exportorientierte Industrie in Deutschland“, sagte Tillmann. Sie trage mehr als ein Viertel zur gesamten Wirtschaftsleistung bei. Tillmann wies darauf hin, dass die Wirtschaftskrise in Ländern ihren Ausgang genommen habe, die einseitig auf Dienstleistungen gesetzt hätten. „Diese Länder streben nun einen Wandel an, der die deutsche Struktur mit einer vitalen Industrie als Fundament der Wirtschaft zum Vorbild hat. Es wäre absurd, wenn wir selbst einen wirtschaftspolitischen Kurs einschlagen, der unsere Stärken deutlich schwächt. Innovative Verfahren und Produkte sind der Schlüssel, um zum Beispiel die globale Herausforderung Klimaschutz zu bewältigen. Gerade hier ist die deutsche Industrie durch ihre Vernetzung der Wertschöpfungsketten dafür prädestiniert, auch in Zukunft wichtige Beiträge zu leisten.“ Dabei biete die Industrie in ihrer ganzen Breite Lösungen für den Klimaschutz. Eine Politik, die zwischen vermeintlich „grünen“ und andere Branchen unterscheide und alleine auf erstere setze, werde dem Problem des Klimawandels nicht gerecht.
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