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05.03.2010: Die Unternehmen der chemischen Industrie in Deutschland positionieren sich verstärkt in Zukunftsmärkten. Sie haben frühzeitig Geschäftsfelder besetzt, die zentrale Bedeutung für die globale Gesellschaft haben. Dazu gehören zum Beispiel die Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz, alternative Energien, die Erneuerung der Rohstoffbasis, neuartige Materialien oder die Verbesserung der Umweltverträglichkeit von Produkten. In diesen Bereichen will die Branche ihre Aktivitäten künftig ausbauen. Das zeigt eine Trendumfrage des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) unter Mitgliedsunternehmen. „Die langfristigen Perspektiven für unseren Industriezweig sind gut. Die Welt braucht mehr denn je Innovationen aus der Chemie, um Klima, Umwelt und Ressourcen zu schonen und die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung nach mehr Lebensqualität zu erfüllen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des VCI, Dr. Utz Tillmann, vor Journalisten in Frankfurt.
Tillmann wies auf die tragende Rolle der Industrie für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum hin. Er hofft in diesem Zusammenhang, dass die Politik die Rolle der Industrie als Problemlöser deutlicher als bisher wahrnimmt. Europa und Deutschland könnten ihre ehrgeizigen Klimaschutzziele nur mit einer starken Industrie erreichen, so Tillmann. „Solarzellen, Windräder und Elektro-Autos können nur mit der Chemie und ihren Industriekunden hergestellt werden. Solche Produkte entstehen - für den Konsumenten nicht erkennbar - durch die Beiträge vieler Glieder einer Wertschöpfungskette, die untereinander vernetzt sind, angefangen von der Stahl- und Chemie- über die Elektroindustrie bis zu den Anlagenbauern. Für eine energieeffiziente und CO2arme Zukunft brauchen wir alle Industriebranchen, nicht nur die neuen „Ökoindustrien“, erklärte der VCI-Hauptgeschäftsführer. Das müsse sich in einer Politik niederschlagen, die für die gesamte Industrie gut ist, nicht nur für einzelne Branchen.
Tillmann warnte generell vor zu viel Staat bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen. Es sei richtig, dass die Politik die Ziele festsetze, so wie dies die Europäische Kommission mit ihrem Vorschlag für die neue Europa-2020-Strategie getan habe. Mit ihrem klaren Anspruch, Innovation, Wachstum und Nachhaltigkeit in Europa zu stärken, habe die Kommission die Richtung vorgegeben, in die Europa in den nächsten zehn Jahren gehen soll. Der Weg dahin müsse aber technologieoffen gestaltet werden. Eine Industriepolitik, die einzelne Technologien und Branchen besonders intensiv fördern wolle, diskriminiere andere und berge immer das Risiko, dass ineffiziente Wege beschritten werden. „Die wichtigsten Erfindungen und Innovationen haben wir nicht dem Staat, sondern dem Wettbewerb zu verdanken. Er liefert die besten Anreize, nach Lösungen zu suchen. Der Staat ist weder der bessere Unternehmer noch der bessere Wissenschaftler. Deshalb sollte er sich darauf beschränken, Ziele vorzugeben und richtige Rahmenbedingungen zu setzen.“
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