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Chemie-Arbeitgeber: Kein Spielraum für Entgelterhöhung
16.03.2010: (dpa) Kurz vor Beginn der Tarifrunde für die Chemie-Industrie haben die Arbeitgeber erneut mehr Geld für die rund 550.000 Beschäftigten abgelehnt. Die Überwindung der Krise in der Chemieindustrie habe absolute Priorität, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), Hans Paul Frey, am Montag in Wiesbaden. Entgeltsteigerungen seien da fehl am Platz. Auf einen Wettlauf mit anderen Branchen werde man sich nicht einlassen.
In der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) einen höheren Abschluss als in der Metall- und Elektroindustrie verlangt, aber erneut keine konkrete Lohnforderung genannt. Entgeltanhebung, Beschäftigungssicherung und Perspektiven für junge Berufsanfänger seien gleichrangige Verhandlungsziele. Die IG Metall hatte sich mit den Arbeitgebern für 2010 auf eine Nullrunde mit einer Einmalzahlung von 320 Euro geeinigt. Eine Tabellenerhöhung von 2,7 Prozent soll es in der Metall- und Elektroindustrie erst im Jahr 2011 geben.
Es passe in schwierigen Zeiten einfach nicht zusammen, wenn die IG BCE einerseits sichere Jobs und die Übernahme von Ausgebildeten verlange, auf der anderen Seite aber mehr Geld, meinte Frey. Die Folgen der Krise seien noch nicht überwunden, das Vorkrisenniveau werde man nicht vor 2012 wieder erreichen.
Die Chemie-Industrie habe wie keine andere Kündigungen vermieden und dafür erhebliche Kosten getragen, erklärte der BAVC-Vertreter. Insbesondere die tariflich vereinbarten Zuschläge auf das Kurzarbeitergeld - die Firmen müssen die Sozialleistung auf 90 Prozent des Nettoentgelts aufstocken - müssten in der Tarifrunde auf den Prüfstand. «Steigende Kosten sichern keine Jobs», sagte Frey. Wer jetzt höhere Kosten durchboxen wolle, setze Arbeitsplätze aufs Spiel.
Die regionalen Verhandlungen in den elf Tarifgebieten beginnen zunächst am Dienstag in Frankenthal, wo für Rheinland-Pfalz/Saarland verhandelt wird. Die erste Runde auf Bundesebene ist für den 20./21. April in Würzburg angesetzt.
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