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Finanzierung zum Start des Waste-to-Chemistry-Projekts in Rotterdam vereinbart

19.02.2018

AkzoNobel Specialty Chemicals

Ein Unternehmenszusammenschluss aus Air Liqude, AkzoNobel Specialty Chemicals, Enerkem und der Hafengesellschaft von Rotterdam hat eine Projektentwicklungsvereinbarung unterzeichnet, die die anfänglichen Investitionen in ein Werk für die Verwertung von Abfällen in der chemischen Industrie („Waste-to-Chemicals“) in Rotterdam regelt. Das Werk wird das erste seiner Art in Europa sein und eine nachhaltige Alternative für nicht recyclebaren Abfall darstellen, indem Plastik- und andere Mischabfälle in neue Rohstoffe umgewandelt werden.

Die anfänglichen Investitionen für die Detailkonstruktion, die Gründung eines Joint Ventures und den Genehmigungsprozess belaufen sich auf 9 Millionen Euro. Das Konsortium will die endgültige Investitionsentscheidung für das Projekt mit einem geschätzten Volumen von 200 Millionen Euro im Laufe dieses Jahres treffen. Die niederländische Rabobank wurde als Berater für die Finanzierung an Bord geholt

Die Umsetzung des Projekts hat die Unterstützung des niederländischen Ministeriums für Wirtschaft und Klimapolitik. Das Ministerium hat sich zur Entwicklung von Mechanismen und Regelungen bereit erklärt, die die Entwicklung dieser neuen Technologie in großem Umfang ermöglichen, um die Umstellung der niederländischen Wirtschaft auf geringe CO2-Emissionen zu fördern. Das Waste-to-Chemistry-Projekt wird ebenfalls von der Stadt Rotterdam, der Provinz Südholland sowie der regionalen Entwicklungsgesellschaft InnovationQuarter unterstützt.

Das Werk wird bis zu 360.000 Tonnen Abfall in 220.000 Tonnen (270 Millionen Liter) „grünen“ Methanols umwandeln. Dies entspricht dem gesamten Abfall, den über 700.000 Haushalte in einem Jahr produzieren und spart CO2-Emissionen in Höhe von ca. 300.000 Tonnen ein.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für das Projekt und ein wesentlicher Schritt in Richtung einer nachhaltigen und auf Kreisläufen basierenden chemischen Industrie“, so Marco Waas, Director RD&I von AkzoNobel Specialty Chemicals und Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Konsortiums. „Angesichts der Herausforderungen, denen sich die europäische Wirtschaft im Bereich Plastikrecycling aktuell gegenübersieht, kommt die Vereinbarung zum richtigen Zeitpunkt. Wir können nicht recyclebare Abfälle in Methanol umwandeln, welches ein wesentlicher Rohstoff für viele Produkte des täglichen Bedarfs ist, unter anderem für Kraftstoffe im Verkehrswesen. Wir können es in bestehenden Lieferketten anstelle von fossilen Brennstoffen einsetzen und sparen CO2-Emissionen ein, die ansonsten bei der Müllverbrennung entstanden wären.“

„Waste-to-Chemistry ist ein ausgezeichnetes Beispiel unseres auf Zusammenarbeit basierenden Bestrebens nach Innovation und dem wirtschaftlichen Nutzen von Nachhaltigkeit“, erklärt Peter Nieuwenhuizen, Chief Technology Officer von AkzoNobel Specialty Chemicals.  „In den letzten Monaten haben wir erhebliche Fortschritte erzielt. Die Partner haben ihre Beiträge und Rollen festgelegt. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der niederländischen Regierung und heißen Rabobank als Finanzierungspartner herzlich willkommen. Jetzt können wir mit voller Kraft auf eine Investitionsentscheidung im Verlauf dieses Jahres hinarbeiten.“

Das Werk wird im Bereich Botlek des Rotterdamer Hafens auf Grundlage der proprietären Technologie von Enerkem errichtet und wird nicht recyclebare Mischabfälle wie z.B. Plastik zunächst in Synthesegas und dann in reines Methanol umwandeln, das in der chemischen Industrie und im Verkehrssektor zum Einsatz kommt. Heute wird Methanol vorwiegend aus Erdgas oder Kohle gewonnen. Die Produktionsstätte wird mit zwei Linien eine doppelt so hohe Eingabekapazität wie das kommerzielle Werk von Enerkem in Edmonton, Kanada, haben. Der Hafen von Rotterdam verfügt über modernste Infrastruktur, die dem Projekt ebenso zu Nutzen kommen wird, wie Synergien mit Air Liquide (Großindustrien) für die Versorgung mit Sauerstoff sowie mit AkzoNobel für die Versorgung mit dem Rohstoff Wasserstoff. AkzoNobel ist gleichzeitig Kunde für die Abnahme von Methanol.

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