Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Europas Chemiebranche bringt Mammutprojekt hinter sich

31.05.2018

(dpa) Weniger Gefahren für Mensch und Umwelt, gleiche Regeln für alle: Diese Ziele soll ein Mammutprojekt erreichen, das die europäische Chemiebranche nun abschließt. Gab es früher in den EU-Mitgliedsstaaten verschiedene Vorschriften für die Regulierung chemischer Stoffe, führt Brüssel diese jetzt in einem Werk zusammen. Gut zehn Jahre nach Inkrafttreten der europäischen Chemikalienverordnung REACH läuft diesen Donnerstag (31. Mai) die letzte Übergangsfrist ab. Die EU-Kommission will strenge Gesetze für Chemikalien europaweit durchsetzen und Regeln vereinfachen.

REACH verpflichtet die Unternehmen, alle in Europa hergestellten oder nach Europa importierten Stoffe ab einer Menge von einer Tonne pro Jahr bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA in Helsinki zu registrieren. Für jeden Stoff - egal, ob etwa Pigmente, Lösemittel oder Wirkstoffe für Arzneien - mussten Firmen Dossiers einreichen. Für die Branche bedeutete das viel Aufwand: Bis Mitte Mai gingen rund 80.000 Registrierungen von europäischen Unternehmen für etwa 20.000 Stoffe bei der ECHA ein, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mitteilte. Etwa ein Viertel der Registrierungen für fast die Hälfte der Stoffe entfiel auf Deutschland.

Die ECHA entscheidet, ob von Stoffen Gefahren ausgehen - etwa wegen ätzender, giftiger oder Krebs erregender Substanzen. Erst wenn Risiken ausgeräumt sind, gibt sie grünes Licht. Die erste Zulassung wurde 2014 erteilt: Mit ihr darf Rolls-Royce einen Weichmacher vorerst weiter in der Produktion von Flugzeugtriebwerken verwenden.

Der VCI forderte aber Vereinfachungen: Denn den aktuellen Regeln zufolge müssten immer mehr Stoffe durch vertiefte Prüfungen, die die Betriebe viel Geld und Planungssicherheit kosteten. «Beides führt zu Wettbewerbsnachteilen für in der EU hergestellte Produkte», kritisierte Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer für Wissenschaft, Technik und Umwelt.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über ECHA
  • News

    ECHA schlägt neue Gefahreneinstufung von Titandioxid vor

    Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der Europäischen Chemikalienbehörde ECHA hat empfohlen, das Weißpigment Titandioxid als „einen Stoff mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung beim Menschen“ durch Einatmen einzu­stufen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kommt nach eigener E ... mehr

    Deutschland bei Registrierungen zu REACH vorn

    Am 31. Mai 2013 ist die zweite Frist zur Registrierung von in der EU hergestellten und importierten Chemikalien abgelaufen. Knapp ein Drittel der über 9000 durchgeführten Registrierungen kamen aus Deutschland, teilt die Bundesstelle Chemikalien bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Ar ... mehr

    ECHA präsentiert neue Internetplattform für Gefahrstoffinformationen nach REACH und CLP

    Die richtige Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien ist die wichtigste Grundlage für ihre sichere Verwendung - sowohl für Hersteller und Lieferanten als auch für Beschäftigte und Verbraucher. Um die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien zu vereinheitlichen, hat die Europäische ... mehr

  • Behörden

    European Chemicals Agency (ECHA)

    Aufgabe der ECHA ist es, die Lebensqualität durch die Gewährleistung der sicheren Anwendung chemischer Stoffe und die Förderung von Innovation zu verbessern. Wir sind eine Agentur der Europäischen Union. mehr

Mehr über VCI
  • News

    „Rückwärtsgewandt und fortschrittsfeindlich“

    Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, bewertet das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur rechtlichen Einordnung von Genom-Editing als unverständlich: „Das Urteil des EuGH ist rückwärtsgewandt, fortschrittsfeindlich und weist so den W ... mehr

    Wichtiges Signal in unruhigen Handelszeiten

    Die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan auf dem Gipfeltreffen in Tokio wertet Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), als äußerst positives und psychologisch wertvolles Zeichen für die europäische Wirtschaft: „In Zeiten ... mehr

    Chemisch-pharmazeutische Industrie mit sorgenvollem Ausblick

    Die Geschäfte der chemisch-pharmazeutischen Industrie verliefen im ersten Halbjahr 2018 erfreulich, aber die Perspektive für den Rest des Jahres ist verhaltener. Wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seiner Halbjahresbilanz berichtet, erhöhte sich der Umsatz von Januar bis Juni ... mehr

  • Stellenangebote

    Referent (m/w)

    Für unsere Abteilung Wissenschaft, Technik und Umwelt suchen wir ab sofort eine/n Referent (m/w) Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit wird die Analyse, Bewertung und Aufbereitung von na­tio­na­len und europäischen gesetzlichen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ent­wick­lung­en i ... mehr

  • Verbände

    Verband der Chemischen Industrie Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.

    Die Interessen und Belange unserer Mitgliedsunternehmen vertreten wir gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Entscheider aus den Unternehmen leiten und begleiten unser Tun. Unsere Themen reichen von betrieblichen Rechtsfragen über Chemikalienpolitik bis hin zur Europa-Politik. mehr

    Verband der Chemischen Industrie e.V.,Landesverband Nordost

    Die Chemieverbände Nordost vertreten die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der ostdeutschen chemischen Industrie gegenüber Politik, Behörden, Gewerkschaft, Wissenschaft und Medien. mehr

    Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI)

    Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von 1.600 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deut ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.