Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Trübere Aussichten könnten Tarifverhandlungen erschweren

Erste bundesweite Tarifrunde der Chemie- und Pharmabranche wurde ohne Ergebnis vertagt

06.09.2018

(dpa) Die erste bundesweite Runde der Tarifverhandlungen für die 580.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche ist am Mittwoch ergebnislos vertagt worden. Ein substanzielles Angebot der Arbeitgeberseite sei ausgeblieben, betonte die Gewerkschaft IG BCE und kündigte für kommenden Mittwoch Aktionen in mehr als 100 Betrieben an. «Die Beschäftigten spüren am eigenen Leib, wie sehr der Laden brummt», sagte der IG BCE-Verhandlungsführer Ralf Sikorski mit Blick auf die hohe Auslastung in den Betrieben.

Die Arbeitgeber dagegen verweisen auf Konjunktursorgen. «Die größte Hürde ist und bleibt das Geld; die IG BCE setzt weiter die rosarote Konjunkturbrille auf und bewegt sich keinen Millimeter von ihrer hohen Forderung herunter», kritisierte der Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes BAVC, Georg Müller. Die Gewerkschaft fordert einen Entgelt-Aufschlag von sechs Prozent, beim Urlaubsgeld ein kräftiges Plus sowie strukturelle Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hatte am Mittwoch in Frankfurt betont, die Branche bekomme den nahenden Brexit und internationale Handelskonflikte allmählich zu spüren. Einige Kundenbranchen hätten im ersten Halbjahr aus Verunsicherung die Produktion leicht gedrosselt, andere stagnierten. Zwar rechne kaum jemand mit einem baldigen Abschwung. Aber viel deute darauf hin, dass die Nachfrage im zweiten Halbjahr nachlasse.

Im zweiten Quartal konnte die Chemieindustrie ihren Umsatzrekord zum Jahresauftakt nicht übertreffen. Von April bis Juni verharrte der Erlös gemessen am ersten Quartal bei knapp 50 Milliarden Euro. Die Produktion stieg nur leicht. Gemessen am Vorjahreszeitraum gab es aber ein Umsatzplus von 5,8 Prozent.

Im zweiten Quartal retten kräftige Ausfuhren nach Asien und in die USA sowie starke Pharmageschäfte die Bilanz. Während im Ausland das achte Umsatzplus in Folge erzielte wurde, sanken die Erlöse in Inland leicht. «Nur am Bau, in der Elektroindustrie und beim Maschinenbau läuft es weiter rund.» Vier von sieben Chemiesparten hätten die Produktion bei hoher Auslastung gedrosselt.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
Mehr über Bundesarbeitgeberverband Chemie
  • News

    Einigung für 580.000 Chemie- und Pharma-Beschäftigte in 1.900 Betrieben

    Chemie-Arbeitgeber und IG BCE haben eine Einigung im Tarifkonflikt erzielt: Die Entgelte werden für eine Laufzeit von 15 Monaten um 3,6 Prozent erhöht Auszubildende erhalten bis zu 9 Prozent mehr Geld Die ersten beiden Monate der Laufzeit werden mit einem Pauschalbetrag von 280 Euro vergüt ... mehr

    Chemie-Arbeitgeber warnen vor generationen-ungerechter Rentenpolitik

    Die Chemie-Arbeitgeber kritisieren die rentenpolitischen Pläne der Bundesregierung. Den Referentenentwurf für das Rentenpaket, den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Freitag vorgestellt hat, bewertet Klaus-Peter Stiller, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie ( ... mehr

    BAVC fordert Augenmaß statt 7 Prozent

    BAVC-Verhandlungsführer Georg Müller zur Forderung der Gewerkschaft: „Mit sechs Prozent mehr Entgelt und einem Prozent on top für mehr Urlaubsgeld fordert die IG BCE mehr als alle anderen Gewerkschaften in der Tarifrunde 2018. Und das, obwohl sich die wirtschaftliche Dynamik bereits abschwä ... mehr

  • Verbände

    Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC)

    Der Bundesarbeitgeberverband Chemie ist der tarif- und sozialpolitische Spitzenverband der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie großer Teile der Kautschuk- und kunststoffverarbeitenden Industrie. Er vertritt die Interessen seiner 10 regionalen Mitgliedsverbände mit 1.900 Unterneh ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.