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Der Gründerhauptstadt gehen die Mitarbeiter aus

Sechs von zehn Start-ups im Raum Berlin haben Schwierigkeiten bei der Mitarbeitersuche

05.10.2018

Ronile, pixabay.com, CC0

Symbolbild

IT-Experten, Entwickler und Programmierer dringend gesucht! Zwei Drittel der Berliner Start-ups wollen ihr Team in den kommenden zwölf Monaten aufstocken, im Schnitt um acht Prozent. Doch das ist gar nicht so einfach: Sechs von zehn Gründern berichten von Schwierigkeiten bei der Mitarbeitersuche. Die meisten von Ihnen scheitern an den Gehaltsvorstellungen ihrer Bewerber (45 Prozent) und dem allgemeinen Fachkräftemangel (37 Prozent). Dennoch blicken die Unternehmen optimistisch auf das Jahr 2018: Als einzige in Deutschland erwarten die Berliner Start-ups mit zehn Prozent zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz (bundesweiter Durchschnitt: acht Prozent). Gleichzeitig arbeitet ein Großteil von ihnen schon jetzt rentabel – mehr als drei Viertel erwirtschafteten im vergangenen Jahr Gewinne. Das sind Ergebnisse der Studie „Start-up-Unternehmen in Deutschland 2018“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die insgesamt 1.000 Start-ups, darunter 62 aus dem Raum Berlin, befragt wurden.

Corporate Venture Capital gewinnt an Bedeutung

Bei der Gründung setzen zwei Drittel der Jungunternehmen auf eine Mischfinanzierung aus Fremd- und Eigenmitteln. Der klassische Bankkredit bleibt mit einer Nutzung von 65 Prozent eine der wichtigsten Finanzierungsquellen. Doch auch alternative Finanzierungsmöglichkeiten gewinnen an Bedeutung.

"Wir stellen fest, dass Venture Capital in der Berliner Gründerszene eine immer größere Rolle spielt. Gerade Unternehmen engagieren sich in diesem Bereich deutlich stärker als zuletzt", sagt Thomas Kieper, Leiter des PwC-Standorts in Berlin.

Tatsächlich ist der Anteil von Start-ups, die Corporate Venture Capital erhalten haben, seit dem letzten Jahr von acht auf 18 Prozent gestiegen. Im bundesweiten Durchschnitt liegt dieser Wert aktuell nur bei 14 Prozent. „Hier zeigt sich, dass die Berliner Szene Kapitalgeber anzieht, die ihr Investment mehr und mehr auch unter strategischen Gesichtspunkten betrachtet“, ergänzt Dr. Ashkan Kalantary, Leiter der PwC-Start-up-Initiative Next Level in Berlin.

Besonders geschätzt als Geschäftspartner: etablierte Unternehmen

Diese Entwicklung zeigt sich auch im Bereich Kooperationen. Denn auch jenseits des Geldes setzt knapp jedes zweite Berliner Start-up auf die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen. Weitere Partner sind insbesondere Start-ups aus anderen Geschäftsbereichen (19 Prozent) und wissenschaftliche Einrichtungen (15 Prozent). „Von solchen Kooperationen können beide Seiten enorm profitieren. Etablierte Unternehmen lernen eine andere Unternehmenskultur kennen, eignen sich agile Arbeitsmethoden an und profitieren von neuen Technologien und Innovationen. Start-ups erhalten Zugang zu etablierten Strukturen sowie neuen Märkten und Kundengruppen“, so Kalantary weiter. Und genau darum geht es ihnen, wie die Studie zeigt: 47 Prozent erhoffen sich von der Kooperation die Erschließung neuer Vertriebskanäle, 38 Prozent den Zugang zu neuen Kundengruppen und 33 Prozent die Erschließung neuer Märkte. Auffällig ist, dass Berliner Start-ups nicht auf das Know-how von Konzernen angewiesen sind: Lediglich 18 Prozent wollen ihr Wissen durch eine Kooperation ergänzen – im bundesweiten Durchschnitt liegt dieser Wert bei 37 Prozent.

"In diesem Punkt zeigt sich, dass viele Berliner Start-ups in ihrem Segment Vorreiter sind und bereits auf hohem Niveau arbeiten", sagt Dr. Ashkan Kalantary, Leiter der PwC-Start-up-Initiative Next Level in Berlin

Hohe Zufriedenheit mit dem Standort Berlin

Die Zufriedenheit mit dem Gründerklima ist in Berlin sehr ausgeprägt: Alle befragten Unternehmen empfinden die Rahmenbedingungen als „sehr gut“ oder zumindest „eher gut“, damit hat sich der Wert gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht verbessert (2017: 96 Prozent). Die Start-ups schätzen in erster Linie die allgemeine Gründerszene mit 97 Prozent Zustimmung, aber auch die wirtschaftspolitischen Initiativen, die digitale Infrastruktur und die Nähe zu Universitäten. Damit ist die Zufriedenheit der Berliner Gründer besonders hoch – im bundesweiten Vergleich liegt dieser Wert nur bei 86 Prozent. Sorgen bereiten den Gründern vor allem die steigenden Lebenshaltungskosten, wie knapp jeder zweite bestätigt. „Die Attraktivität Berlins als Start-up Standort ist ungebrochen“, so Thomas Kieper. „Doch gerade die steigenden Kosten sind für Gründer ein großes Problem. Hier ist die Politik gefragt, damit die Attraktivität Berlins für Start-ups und damit auch die wichtigen Abstrahleffekte der Branche auf andere Wirtschaftszweige erhalten bleiben.“

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