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03.08.2010: Wird der Ausbau der Elektromobilität an zu geringen Lithiumvorkommen
scheitern? Eine Metastudie des Zentrums für Sonnenenergie- und
Wasserstoff-Forschung (ZSW) hat jetzt die Verfügbarkeit des
Leichtmetalls untersucht. Das Fazit: Es sind genug Lithium-Quellen für
Milliarden Elektroautos und andere Anwendungen vorhanden, die
Produktionskapazitäten können dem künftigen Bedarf aller Voraussicht
nach folgen. Um die Auswirkungen steigender Rohstoffkosten auf die
Batteriekosten zu verringern und die Rohstoffversorgungssicherheit zu
erhöhen, seien aber weitergehende Forschungs- und
Entwicklungsanstrengungen notwendig, etwa beim Recycling und für neue
Batteriematerialien. Das biete auch eine Chance für die deutsche
Wirtschaft.
Bisher wird Lithium besonders für die Produktion von Glas und Keramik
benötigt. Der zweitgrößte Anwendungsbereich sind Lithium-Ionen
Batterien. Sie sorgen vor allem in Laptops und Mobiltelefonen für die
Stromversorgung. Zukünftig könnte mit dem Lithiumbedarf für die
geplanten Großbatterien in Elektroautos der Rohstoffbedarf zusätzlich um
ein Vielfaches steigen.
In der Verfügbarkeitsstudie haben die ZSW-Forscher zahlreiche Quellen
und Einzelstudien ausgewertet. „Es sind ausreichend identifizierte
Lithium-Quellen vorhanden und neue Produktionskapazitäten für Lithium
geplant“, erklärt Autor Benjamin Schott. „Zwischen 135 und 160 Millionen
Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalenten sind weltweit bekannt. Das reicht
für rund zehn Milliarden Elektrofahrzeuge. Rein rechnerisch könnte damit
die weltweite jährliche Produktion von 50 Millionen Fahrzeugen 200 Jahre
lang mit Lithium-Batterien ausgestattet werden.“ Auch für andere
Anwendungen sei daher genug Lithium vorhanden.
Das Risiko einer Versorgungslücke besteht für das ZSW dabei vor allem
durch die lange Vorlaufzeit beim Aufbau von neuen Produktionsstandorten.
Der Großteil der Lithium-Ressourcen liege außerdem in politisch weniger
stabilen Ländern, etwa Bolivien und Chile. Um die Rohstoffabhängigkeit
zu mindern und die Auswirkungen höherer Lithiumpreise auf die
Batteriekosten zu verringern, seien deshalb weitergehende Forschungs-
und Entwicklungsanstrengungen notwendig.
Im Fokus stehen für die Forscher die Entwicklung einer geeigneten
Recyclingwirtschaft und die langfristige Erforschung neuer, noch
leistungsfähigerer Batterietechnologien, die vorzugsweise eine bessere
Rohstoffversorgungssicherheit garantieren. Für die deutsche Wirtschaft
eröffnen sich hier vielfältige neue Wertschöpfungschancen - und die
Möglichkeit einen Spitzenplatz in diesem Wirtschaftssektor zu erobern.
Kontakt
Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) Industriestrasse 6
70565 Ulm
DEUTSCHLAND
Das ZSW gehört zu den renommiertesten Instituten der angewandten Forschung auf den Gebieten Photovoltaik, Energiesystemanalyse, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen. An den drei Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit über 200 Wissenschaftler, Ingeni ... mehr
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