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Kunststoffverarbeiter starten Tarifrunde für Hessen
2009 war ein verlorenes Jahr: Unternehmen kommen nur langsam aus der Krise
27.08.2010: Am 30.08. eröffnen der Arbeitgeberverband HessenChemie und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Hessen- Thüringen (IG BCE) die Tarifverhandlungen für 39 Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie (KVI) in Hessen. In diesen Unternehmen sind etwa 6.000 Mitarbeiter beschäftigt.
In den Verhandlungen wird es um eine Erhöhung der Tariflöhne und der Ausbildungsvergütungen gehen. Die Arbeitgeber warnen bereits vor Beginn der Gespräche, den Aufschwung jetzt nicht durch hohe Forderungen zu belasten. Die KVI-Industrie in Hessen sei sehr stark von der Wirtschaftskrise betroffen gewesen. Sie verzeichnete 2009 einen Umsatzeinbruch von 13,7 Prozent. Die Produktivität ist im vergangenen Jahr auf 86 Prozent des Vorkrisenniveaus eingebrochen. „Das war für viele Unternehmen ein verlorenes Jahr“, erklärt Axel Schack, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes.
Zwar sei man jetzt auf einem Weg der Besserung, Risiken für eine Aufwärtsentwicklung seien aber unverkennbar vorhanden. Vor allem die Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie belasten die Unternehmen stark. Damit stehen die Erträge weiter unter Druck. Mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau rechnet man in vielen Unternehmen laut einer Verbandsumfrage erst 2011 oder später.
Die Arbeitgeber erwarten von der Gewerkschaft eine realistische Betrachtung der Branchenlage. Eine Übertragung von Abschlüssen aus anderen Bundesländern sei nicht möglich: „Der Abschluss muss die Konjunkturrisiken und die spezifische Lage der KVI in Hessen berücksichtigen“, erklärt Schack.
Die Lohnstückkosten seien durch die geringere Produktion 2009 bereits um 13 Prozent gestiegen. Die Beschäftigungszahlen konnten durch eine große Kraftanstrengung weitgehend gehalten werden. Trotz der Krise haben die Mitarbeiter in den Jahren 2008 und 2009 einen deutlichen Lohnzuwachs von 7,7 Prozent erhalten. „Jetzt dürfen die Unternehmen dieser mittelständischen Branche nicht überfordert werden“, macht Schack deutlich.
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