Mit einem my.chemie.de-Account haben Sie immer alles im Überblick - und können sich Ihre eigene Website und Ihren individuellen Newsletter konfigurieren.
12.10.2010: Die RFID-Technologie ist auf dem Vormarsch. Doch bisher liefern Funkchips im Wesentlichen nur Daten zur Identifikation von Produkten. Forscher haben jetzt einen Transponder entwickelt, der Temperatur, Druck und Feuchtigkeit misst. Der Chip mit Sensorfunktion könnte den Anwendungsmarkt revolutionieren.
Hinweise dieser Art findet man in vielen Beipackzetteln: »Das Serum muss zwischen +2° und +8° C aufbewahrt werden. Sowohl Einfrieren als auch Lagerung bei erhöhter Temperatur ist zu vermeiden, da die Wirksamkeit und Verträglichkeit beeinträchtigt werden können.« Medikamente, Impfseren oder Blutkonserven sind sehr temperaturempfindlich. Dafür haben Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser auch einen Kühlschrank. Aber was passiert beim Transport vom Pharmahersteller zum Endabnehmer? Um die Temperaturen während der Lieferwege zu überwachen, könnten Hersteller künftig auf eine neue RFID-Technologie setzen. Steigt die Temperatur während des Kühltransports unerwartet, registriert der intelligente Chip die Schwankung sofort und meldet sie an das Lesegerät.
Diese erweiterte RFID-Technologie ist eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden. Dort haben die Forscher den kleinen Funketiketten eine Sensorik verpasst. Jetzt senden die neuartigen Transponder nicht nur wie bisher Daten wie Chargen- oder Identifikationsnummer. Vielmehr haben sie Sensoren integriert, die bestimmte Parameter messen: Ganz gleich ob Temperatur, Druck oder Feuchtigkeit - die gewünschten Umgebungsparameter hat man so immer unter Kontrolle. »Wir haben die UHF-Transponder-Technologie (Ultra-High-Frequency) mit der Sensortechnik kombiniert«, sagt Projektleiter Hans-Jürgen Holland.
Die UHF-Transponder senden im Frequenzbereich zwischen 860 Megahertz und 2,45 Gigahertz und haben eine größere Reichweite als gewöhnliche RFID-Transponder. Doch bisher stellte die Kopplung eines Transponders mit einem Sensor-Modul die Forscher vor eine Herausforderung: »Die maximale Energie, die sich zu einem UHF-Transponder übertragen lässt, ist sehr klein«, erläutert Holland. Passive Tags sind Funkchips, die ihre Energie für die Signalübertragung aus dem Energiefeld des Readers beziehen - jener Einheit, die alle Daten empfängt und ausliest. Passive Transponder benötigen also keine eigene Stromquelle, können aber nur in Reichweite des Readers arbeiten. In der Regel sind das bei UHF-Transpondern zwischen zwei und sechs Metern. »Bei dieser knappen Energiebilanz war es bisher nicht möglich, auch noch die Sensorik zu integrieren«, erklärt Holland. Denn auch die Sensoren brauchen Strom. »Jetzt aber ist uns das gelungen«, sagt der Forscher. Ein Mikro-Controller auf den Modulen sorgt dafür, dass die vom Sensor gemessenen Daten komprimiert und teilweise verarbeitet werden. Auf diese Weise wird die Datenmenge, die der Transponder an den Reader sendet, kleiner - der Energieverbrauch sinkt. Zudem kann der Reader den Befehl zur Steuerung der Sensoren senden. So sind diese nicht im Dauerbetrieb. Jetzt haben die Forscher ein Grundelement entwickelt, das sich an die Anwendungswünsche des Kunden anpassen lässt. Auf diesem befinden sich speziell gefertigte serientaugliche Chips, die eine Kopplung von Transponder-Modul und Sensor-Modul ermöglichen.
Für die UHF-Transponder-Technologie sehen die Forscher viele Einsatzmöglichkeiten, vor allem im Medizinbereich - Lifetronics nennen sie das: Neben der üblichen Chargendokumentation wäre mit Hilfe der Tags die Kühlkettenüberwachung von Blutprodukten oder Impfseren möglich. Man könnte aber auch Pflaster mit den Transpondern versehen. Feuchtigkeit und Temperatur geben dann Auskunft über den Verlauf der Wundheilung. Auf der Messe Electronica in München vom 9. bis 12. November stellen die Experten ein Evaluationskit vor, das aus einer Grundplatine, zwei Antennen für den UHF- und MW-Bereich und der Software besteht. Anwender können damit ihre individuelle Lösung entwickeln.
Handelt es sich um Drogen, Medikamente oder Sprengstoff? Auf der Messe analytica stellen Fraunhofer-Forscher zusammen mit der Firma Hübner ein Terahertz-Spektrometer vor, das chemische Substanzen berührungslos und zuverlässig identifiziert.
Dezember 2011: Sicherheitskräfte fangen eine Brief ... mehr
Matschige Tomaten, braune Bananen und überreife Kirschen – die Abfälle von Großmärkten sind bisher bestenfalls auf dem Kompost gelandet. Künftig sollen sie besser genutzt werden: In einer neu entwickelten Anlage lassen sie sich vergären. Dabei entsteht Methan, das als Kraftstoff Autos antre ... mehr
Experimente an Tieren sind seit Jahrzehnten in der Kritik. Eine Trendwende ist dennoch nicht in Sicht. Die Zahl der Tests mit Labortieren stieg sogar. Forscher haben jetzt eine neue Alternative gefunden: Mit Hilfe von Sensor-Nanopartikeln wollen sie die Anzahl der Versuche reduzieren.
Unzäh ... mehr
Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Organisation für angewandte
Forschung in Europa. Unter ihrem Dach arbeiten 59 Institute an über 40
Standorten in ganz Deutschland. Rund 17 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
erzielen das jährliche Forschungsvolumen von 1,5 Mrd Euro. Davon
erwir ... mehr
Mehr über Fraunhofer
Kontakt
Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS)
Maria-Reiche-Str. 2
01109 Dresden
DEUTSCHLAND
Die Polytec GmbH, Waldbronn, ist der jüngste Zuwachs im Partner-Netzwerk der Fraunhofer-Allianz Vision, die das Know-how der Fraunhofer-Gesellschaft im Bereich des maschinellen Sehens, der Bildverarbeitung und der optischen Mess- und Prüftechnik bündelt. Die Vision Partner ergänzen das Inst ... mehr
Die Fraunhofer-Allianz Vision bündelt das Know-how der Fraunhofer-Gesellschaft im Bereich des maschinellen Sehens, der Bildverarbeitung und der optischen Mess- und Prüftechnik. Mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF und dem Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik ... mehr
Lange galten Batterien als sperrig und schwer. Ganz anders eine neuartige Batterie: Sie ist dünner als einen Millimeter und leichter als ein Gramm. Und: Sie lässt sich kostengünstig herstellen - in einem Druckverfahren.
Musste man früher wegen jeder Überweisung und jedem Kontoauszug zur Ba ... mehr
Auf Grund der zunehmenden Komplexität und Miniaturisierung innovativer Produkte ist die Systemintegration ein entscheidender Faktor wissenschaftlicher und technischer Entwicklungen. Sowohl die Multifunktionalität als auch die Implementierung verschiedener Komponenten (Multi Device), die zum ... mehr
Auf einer Technikumsfläche von ca. 1000 m2 und ca. 700 m2 Büro- und Laborfläche können wir sowohl Polymersyntheseverfahren in Lösung, Masse,
Emulsion und Suspension als auch verschiedene Verarbeitungsverfahren, einschließlich Injection
Molding Compounding (IMC), durchführen. Diese Anlagen ... mehr
Die Vision-Institute der Fraunhofer-Gesellschaft arbeiten auf dem Gebiet der automatischen Bildverarbeitung und des maschinellen Sehens. Die Fraunhofer-Allianz Vision hat sich zum Ziel gesetzt neue Entwicklungen unter industriellen Bedingungen einsetzbar zu machen. Auf Wunsch werden Komplet ... mehr