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27.10.2010: Zündprozesse, wie etwa die Selbstzündung in Dieselmotoren,
liegen vielen technischen Prozessen zugrunde. Unkontrollierte
Zündprozesse dagegen können zu verheerenden Unglücken
führen. An letzteren forscht das Karlsruher Institut für Technologie
(KIT) in Zusammenarbeit mit der Universität Magdeburg
und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Das
Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
(DFG) gefördert.
In technischen Prozessen treten häufig zündfähige Gemische auf,
deren unbeabsichtigte Entzündung verheerende Auswirkungen haben
kann. Daher wurden und werden, unter anderem an der PTB,
strenge Sicherheitsvorschriften für den Umgang mit entzündlichen
Substanzen erarbeitet. Trotzdem kommt es immer wieder zu Großbränden
und Explosionen in Industrieanlagen. Dies liegt auch daran,
dass sich die Sicherheitsvorschriften bisher meist auf wenige, rein
empirische Untersuchungen stützen mussten, welche nicht die ganze
Vielzahl der real eintretenden Fälle abdecken können. „Problematisch ist auch, dass sicherheitsrelevante Zündprozesse unter
Bedingungen entstehen, über die nur wenig bekannt ist. Die Prozesse,
bei denen eine Zündung erwünscht ist, sind wesentlich besser
untersucht“, erklärt Professor Ulrich Maas, Leiter des Instituts für
Technische Thermodynamik (ITT) am KIT. Maas ist Sprecher der
DFG-Gruppe „Physicochemical-based Models for the Prediction of
Safety Relevant Ignition Processes“ (auf Deutsch: Physik-/Chemiebasierte
Modelle zur Vorhersage von sicherheitsrelevanten Zündprozessen),
die eigens zur Aufklärung der Ursachen ungewünschter
Zündphänomene gegründet wurde.
„Unser Ziel ist es, die Grundlagen für präzisere und allgemeingültigere
Sicherheitsstandards zu schaffen. Dies wollen wir durch eine
systematische Kombination von Computer-Simulationen und fortschrittlichen
Messverfahren erreichen“, so Dr. Robert Schießl vom
ITT. Durch die großen Fortschritte bei den Messverfahren und die
immer realistischer werdenden Computersimulationen ergibt sich ein
Paradigmenwechsel: weg von reiner Empirie hin zu wissensbasierten
Sicherheitsvorschriften. Die aufwendigen Sicherheitstests an
realen Anlagen werden dadurch zwar nicht ersetzt; aber „mit den
neuen Forschungsergebnissen werden wir mit deutlich weniger
Tests den gleichen oder sogar einen höheren Sicherheitsstandard
garantieren können“, so Dr. Detlef Markus von der PTB.
Während einige Teilprojekte die Modellierung und Computer-
Simulationen fokussieren, werden in anderen Projektbereichen
technisch relevante Zündprozesse wie beispielsweise Zündung an
heißen Partikeln, elektrischen Funken oder heißen Gasstrahlen
untersucht. Dabei werden auch die zur Zündung führenden chemischen
Reaktionen des extrem zündfähigen Diethylethers detailliert
untersucht.
Am Projekt sind neben dem ITT das Engler-Bunte-Institut, Bereich
Verbrennungstechnik (EBI) (Professor Henning Bockhorn), das Institut
für Physikalische Chemie (IPC) des KIT (Professor Matthias
Olzmann) sowie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
(Abteilung 3 "Chemische Physik und Explosionsschutz", Dr.-Ing.
Detlef Markus) sowie das Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik
(ISUT) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
(Professor Dominique Thévenin) beteiligt.
Der Forschungsarbeit kommen Synergieeffekte zugute, die aufgrund
des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs (SFB) 606
"Instationäre Verbrennung: Transportphänomene, Chemische Reaktion, Technische Systeme" am KIT entstehen.
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Zündprozesse, wie etwa die Selbstzündung in Dieselmotoren,
liegen vielen technischen Prozessen zugrunde. Unkontrollierte
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