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08.03.2011: Siemens beteiligt sich an einem Forschungsprojekt zur Umwandlung von Kohlendioxid (CO2) in nutzbare chemische Bausteine. Das bei einer fossilen Verbrennung abgetrennte Gas könnte so dauerhaft der Atmosphäre entzogen werden, was zu einer Abschwächung des Treibhauseffekts beitragen kann. Die Energie zur Umwandlung des relativ reaktionsträgen CO2 soll aus regenerativen Quellen kommen. Das Projekt CO2RRECT (CO2-Reaction using Regenerative Energies and Catalytic Technologies) wird vom Bundesforschungsministerium drei Jahre lang mit elf Millionen Euro gefördert. Partner sind Bayer, RWE und zahlreiche Hochschulen und Institute. Siemens steuert einen zentralen Baustein aus der Forschungsabteilung Corporate Technology bei: einen Electrolyzer zur großtechnischen Erzeugung von Wasserstoff.

Derzeit wird massiv in Wind- und Sonnenenergie investiert. Die Stromausbeute aus diesen erneuerbaren Quellen schwankt aber je nach Wetter. Die Industrie sucht daher nach Möglichkeiten, auftretende Überschüsse sinnvoll zu nutzen. Denn heute müssen teilweise Windanlagen vom Netz abgekoppelt werden, weil für den Strom keine Abnehmer da sind. In einem ersten Schritt soll der Strom zur Aufspaltung von Wasser in die Elemente Wasserstoff und Sauerstoff verwendet werden. Siemens hat dazu einen Prototyp eines Electrolyzers gebaut. Ziel ist der Aufbau einer 100-Kilowatt-Einheit in einem Container. In dem Projekt soll dieser Electrolyzer ans Stromnetz angebunden werden und immer dann in Betrieb gehen, wenn überschüssiger oder sehr billiger Strom vorhanden ist.

Der so erzeugte Wasserstoff kann mit Kohlendioxid reagieren und das Gas in Zwischenprodukte wie Kohlenmonoxid oder Ameisensäure umwandeln. Daraus könnten dann wiederum verwertbare Kunststoffe oder Treibstoffe hergestellt werden. In dem Projekt kommt das Kohlendioxid aus dem RWE-Braunkohlekraft­werk Niederaußem, wo eine Rauchgaswäsche betrieben wird. Siemens untersucht auch die Möglichkeit, den energiereichen Wasserstoff großindustriell in Turbinen wieder in Strom umzuwaldeln. Zusammen mit russischen Partnern suchen CT-Forscher nach Verbrennungsprozessen, die möglichst wenige Stickoxide produzieren. Hier treten im Vergleich zu Erdgas deutlich höhere Temperaturen auf, was unter anderem besondere Anforderungen an die eingesetzten Materialien stellt.

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