Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  
Walter Pfeiffer, Bielefeld University

Mit ultrakurzen Laserimpulsen (rot) lassen sich an der Oberfläche einer Nanostruktur die Schwingungen von Elektronen (rote Kugeln) messen.

22.08.2011: Ein neuartiges High-Tech-Mikroskop haben Forscher aus Bielefeld, Kaiserslautern und Würzburg entwickelt: Es stellt Objekte millionenfach vergrößert und Bewegungen um eine Million Milliarden Mal verlangsamt dar.

Mit der neu entwickelten Technik lassen sich extrem schnelle Prozesse in winzigsten Objekten verfolgen – mit einer bislang einzigartigen räumlichen und zeitlichen Auflösung. „Wir haben damit erstmals festgestellt, wie lange die Schwingungen von Elektronen in einer einzelnen Nanostruktur andauern“, sagt Professor Tobias Brixner vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Würzburg.

Bei den Analysen zeigte sich: Die kollektive Elektronenbewegung nach der Anregung einer Silber-Nanostruktur mit Licht hält an einzelnen Stellen bis zu 20 Mal länger an als bisher vermutet. Die Dauer der Elektronenschwingung ist nicht nur für die Grundlagenforschung interessant. Sie hat auch entscheidenden Einfluss auf die Effizienz von Energietransportprozessen, wie sie zum Beispiel in Solarzellen oder bei der Photosynthese der Pflanzen ablaufen.

„Unsere neue Methode wird es in der Zukunft ermöglichen, in vielen natürlich und künstlich nanostrukturierten Materialien sehr schnelle Vorgänge zu verfolgen“, so die Wissenschaftler.

Das Forschungsteam und seine Förderer

Ihre neue Analysemethode für extrem schnelle Vorgänge im Nanometer-Bereich präsentieren die Teams der Professoren Martin Aeschlimann (Kaiserslautern), Tobias Brixner (Würzburg) und Walter Pfeiffer (Bielefeld) am 11. August 2011 im  Wissenschaftsmagazin „Science“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das Projekt der drei Forschungsgruppen in ihrem Schwerpunktprogramm „Ultrafast Nano-Optics“ gefördert.

Elektronenmikroskopie mit Laser-Blitzen kombiniert

Wie den Kooperationspartnern dieser Erfolg gelang? Sie haben die Vorteile eines Elektronenmikroskops mit der Anregung durch ultrakurze Laser-Lichtblitze und der damit erreichbaren hohen Zeitauflösung kombiniert. Dadurch erkennen sie zehn Mal feinere Strukturen als mit optischen Mikroskopen und verfolgen die zeitliche Entwicklung der Objekteigenschaften mit der extrem hohen Zeitauflösung von wenigen Femtosekunden – eine unvorstellbar kurze Zeit, „in der ein Düsenjet eine Strecke zurücklegt, die kleiner ist als der Durchmesser eines Atoms“, wie Professor Brixner vergleicht.

Um superschnelle Vorgänge im Mikrokosmos verfolgen zu können, setzten die Forscher eine komplexe Folge von ultrakurzen Laserimpulsen ein, die Experten als „kohärente zweidimensionale Spektroskopie“ bezeichnen. Mit einer neu entwickelten Abfolge von Laserimpulsen und dem Nachweis der dabei emittierten Elektronen gelangten die Physiker und Physikochemiker schließlich ans Ziel.

Originalveröffentlichung:
Martin Aeschlimann et al.; „Coherent Two-Dimensional Nanoscopy"; Science

Kontakt / Infos anfordern

Fordern Sie gratis weitere Informationen an:

Merkliste

Hier setzen Sie die nebenstehende News auf Ihre persönliche Merkliste

Mehr über Uni Würzburg
Kontakt
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Sanderring 2
97070 Würzburg
DEUTSCHLAND
Tel.
+4993131-0
Fax
+4993131-2600
  • News

    Neuer Studiengang: Chemie für Könner

    Wer in Chemie besonders gut ist, kann sich an der Universität Würzburg bis 15. Juli für die Aufnahme in den Bachelor-Studiengang FOKUS Chemie bewerben. Der Studiengang ist stark forschungsorientiert und bereitet auf eine Karriere in der Wissenschaft oder in der forschenden Industrie vor. FO ... mehr

    Graphen: Perfekt in Unordnung

    Graphen ist ein Material aus reinem Kohlenstoff, das für technische Anwendungen interessant ist. Noch mehr Potenzial dürfte es bieten, wenn man seine regelmäßige Struktur gezielt verändert. Auf diesem Gebiet haben Würzburger Chemiker einen Fortschritt erzielt. Im Prinzip ist Graphen nichts ... mehr

    Physiker entwickeln neuartige Lichtquelle

    Winzige Bauelemente, die einzelne Lichtteilchen abgeben können, sind für verschiedene technische Neuerungen wichtig. Bei der Herstellung solcher Strukturen ist Physikern von den Universitäten Würzburg, Stuttgart und Ulm ein entscheidender Fortschritt gelungen. Warum strebt die Forschung nac ... mehr

  • Universitäten

    Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Nach einer kurzlebigen Erstgründung von 1402 wurde die Julius-Maximilians-Universität 1582 auf Initiative des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn gestiftet und eingerichtet. Heute, über 400 Jahre später, kann sie auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Berühmte Wissenschaf ... mehr

Mehr über TU Kaiserslautern
Kontakt
Technische Universität Kaiserslautern
Gottlieb-Daimler-Straße, Gebäude 47
67663 Kaiserslautern
DEUTSCHLAND
Tel.
+49631-2054925
Fax
+49631-2054940
Mehr über Uni Bielefeld
Kontakt
Universität Bielefeld

33501 Bielefeld
DEUTSCHLAND
Tel.
+49521106-00
  • News

    Mit Holzsprit zu Nylon, Kosmetik und Medikamenten

    Seit Jahrzehnten produzieren Bakterien in der Industrie aus Glukose (Traubenzucker) Verbindungen, die zur Herstellung von Kosmetik, Medikamenten und Kunststoffen gebraucht werden. Glukose ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber essbar – und Kritiker bemängeln, dass sie als Industrierohst ... mehr

    Neues "Baukastensystem" für maßgeschneiderte Nanomaterialien

    Mikroskopisch dünne Halbleiterfilme mit besonderen elektronischen, magnetischen oder optischen Eigenschaften sind in der Industrie gefragt, weil sie den Bau kompakter und effizienter Geräte ermöglichen – sie finden sich in Solarzellen, Leuchtdioden oder auch Bauelementen der digitalen Elekt ... mehr

    Super-Mikroskop misst Schwingungen von Elektronen

    Ein neuartiges High-Tech-Mikroskop haben Forscher aus Bielefeld, Kaiserslautern und Würzburg entwickelt: Es stellt Objekte millionenfach vergrößert und Bewegungen um eine Million Milliarden Mal verlangsamt dar. Mit der neu entwickelten Technik lassen sich extrem schnelle Prozesse in winzigs ... mehr

  • Universitäten

    Universität Bielefeld

    Fächerübergreifende Forschung, moderne Studiengänge und Kooperationen in aller Welt? die Universität Bielefeld verbindet klassische Hochschultradition mit innovativen Strukturen in Forschung und Lehre. Anerkannte Forschungsleistungen und unverwechselbare Studiengänge, Technologietransfer un ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.