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30.01.2012: Die Wacker Chemie AG hat im Jahr 2011 den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr weiter ausgebaut. Nach seinen vorläufigen Berechnungen erwirtschaftete der Münchner Chemiekonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gesamtumsatz von 4,91 (2010: 4,75) Mrd. €. Das sind gut 3 Prozent mehr als im Jahr 2010. Maßgeblich für das leichte Umsatzplus waren vor allem Volumensteigerungen, zum Teil auch höhere Preise. Dagegen hat der im Vergleich zum Vorjahr schwächere US-Dollar die Umsatzentwicklung gebremst.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich nach den vorläufigen Zahlen auf rund 1,10 (2010: 1,19) Mrd. €. Es blieb damit etwa 8 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Geschäftsjahres 2011 wird nach den vorläufigen Berechnungen rund 600 (2010: 765) Mio. € betragen. Hier wirken sich auch Sonderabschreibungen auf das Anlagevermögen in Höhe von etwa 40 Mio. € aus. Davon entfallen rund 15 Mio. € auf die Schließung des Halbleiterwerks Hikari in Japan. Das Jahresergebnis 2011 des WACKER-Konzerns wird bei etwa 350 (2010: 497) Mio. € erwartet.

Hauptursache für den Ergebnisrückgang war das schwache Geschäft im 4. Quartal 2011 vor allem mit der Halbleiter- und Solarindustrie. In den letzten drei Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres blieb das EBITDA in allen Geschäftsbereichen hinter den Werten des Schlussquartals 2010 zurück. Auch die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Rohstoff- und Energiekosten haben die Ergebnisentwicklung des Konzerns gebremst. Preisbedingt hat WACKER im Geschäftsjahr 2011 rund 160 Mio. € mehr für Rohstoffe und Energie ausgegeben als vor einem Jahr.

„In den ersten neun Monaten hat sich unser Geschäft gut entwickelt“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. „Der stärker als von uns erwartete Nachfragerückgang im Halbleiter- und Solargeschäft ist der Grund dafür, dass die Zahlen des 4. Quartals hinter unserer Einschätzung zurückgeblieben sind. Insgesamt haben wir auf das Gesamtjahr gesehen unseren Umsatz leicht gesteigert und unser operatives Ergebnis liegt nahe am hohen Vergleichswert des Vorjahres.“

Die Investitionen von WACKER im Geschäftsjahr 2011 lagen nach den vorläufigen Zahlen bei rund 980 (2010: 695) Mio. €. WACKER hat diese Investitionen über den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft einschließlich Kundenanzahlungen finanziert. Bei den Nettofinanzverbindlichkeiten weist WACKER zum Jahresende 2011 per Saldo einen Überschuss von rund 100 (2010: 264) Mio. € aus.

Der Großteil der Investitionsmittel entfiel auf die strategischen Wachstumsprojekte des Konzerns. Hierzu zählen vor allem Anlagen für die Herstellung von polykristallinem Reinstsilicium in Nünchritz und Charleston (Tennessee, USA). Am Standort Nünchritz hat WACKER im Oktober mit der Produktion von Polysilicium begonnen. Der Aufbau des neuen Produktionsstandortes Charleston hat im Geschäftsjahr 2011 gute Fortschritte gemacht.

Im 4. Quartal 2011 hat sich das Geschäft des WACKER-Konzerns deutlich schwächer entwickelt als in den Vorquartalen. Vor allem die Nachfrage nach Halbleiterwafern und Solarsilicium lag auf einem niedrigen Niveau, unter anderem wegen des Abbaus von Lagerbeständen bei den Kunden. In den Chemiebereichen hat sich konjunkturbedingt die übliche Saisonalität, die vor allem das Geschäft mit der Bauindustrie betrifft, stärker ausgewirkt als im Vorjahr. Insgesamt belief sich der Konzernumsatz von Oktober bis Dezember 2011 auf 1,01 (Q4 2010: 1,21) Mrd. €. Das sind 16 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gegenüber dem 3. Quartal 2011 (1,28 Mrd. €) ging der Umsatz um 21 Prozent zurück. Das EBITDA des WACKER-Konzerns erreichte im 4. Quartal rund 110 (Q4 2010: 292) Mio. €.

Im Zeitraum Oktober bis Dezember 2011 haben sich mehrere Sondereinflüsse in unterschiedlicher Weise auf die Ergebnisentwicklung ausgewirkt und das EBITDA per Saldo um rund 15 Mio. € gemindert. Aus der Auflösung von Verträgen mit Kunden, die sich aus dem Solargeschäft zurückziehen, hat WACKER POLYSILICON Anzahlungen und Schadensersatzleistungen in Höhe von insgesamt rund 65 Mio. € vereinnahmt. Über die in den so genannten Heubecktafeln festgelegten Standards hinaus hat der WACKER-Konzern seinen Pensionsrückstellungen weitere rund 30 Mio. € zugeführt, um der gestiegenen Lebenserwartung der Bezugsberechtigten Rechnung zu tragen. Verpflichtungen für die Anfang Dezember angekündigte Schließung der Waferproduktion in Hikari (Japan) reduzierten das EBITDA von Siltronic im 4. Quartal um rund 50 Mio. €.

Die Chemiebereiche haben von Oktober bis Dezember 2011 einen Gesamtumsatz von rund 605 (Q4 2010: 607) Mio. € erzielt und damit fast das Niveau des Vorjahres erreicht. Das EBITDA der Chemiebereiche belief sich im 4. Quartal 2011 auf rund 25 (Q4 2010: 49) Mio. €. Es hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr etwa halbiert. Hier haben sich neben dem diesmal stärkeren saisonalen Rückgang der Nachfrage in den Wintermonaten – etwa nach Produkten für Bauanwendungen – auch die gestiegenen Rohstoffkosten und niedrigere Preise für einige Siliconprodukte ausgewirkt.

Im Halbleitergeschäft blieben Umsatz und EBITDA im 4. Quartal 2011 deutlich hinter den Werten aus dem Vorjahr und dem Vorquartal zurück. Siltronic erwirtschaftete von Oktober bis Dezember 2011 einen Gesamtumsatz von rund 180 (Q4 2010: 270) Mio. €. Das sind 33 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gedämpfte Erwartungen zur Elektroniknachfrage und der Abbau von Lagerbeständen bei den Kunden von Siltronic waren die Gründe dafür, dass die Absatzmengen von Siliciumwafern erheblich niedriger ausgefallen sind als im Vorjahr und im Vorquartal. Das EBITDA von Siltronic belief sich von Oktober bis Dezember 2011 auf knapp -60 (Q4 2010: 37) Mio. €. Neben dem schwachen Geschäft im Schlussquartal sind Verpflichtungen von 50 Mio. € für die angekündigte Schließung des japanischen Werks Hikari ein weiterer wesentlicher Grund für diesen Ergebnisrückgang. Bereinigt um diesen Sondereffekt beträgt das EBITDA von Siltronic im 4. Quartal etwa -10 Mio. €.

Bei WACKER POLYSILICON haben die hohen Lagerbestände der Kunden und der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie deutliche Spuren in den Geschäftszahlen des 4. Quartals hinterlassen. Der Geschäftsbereich erzielte im Zeitraum Oktober bis Dezember 2011 einen Gesamtumsatz von rund 255 (Q4 2010: 374) Mio. €. Das ist ein Minus von knapp 32 Prozent. Das EBITDA ging im gleichen Zeitraum um rund 22 Prozent auf etwa 165 (Q4 2010: 211) Mio. € zurück. Darin enthalten sind vereinnahmte Anzahlungen und Schadensersatzleistungen von 65 Mio. € aus der Auflösung von Verträgen mit Kunden, die sich aus dem Solargeschäft zurückziehen.

In den ersten Wochen des Jahres 2012 hat die Kundennachfrage wieder an Fahrt gewonnen. Zwar sind im Halbleitergeschäft die Preise weiterhin rückläufig, aber sowohl in den Chemiebereichen als auch bei Halbleiterwafern und Polysilicium verzeichnet WACKER im Vergleich zum 4. Quartal 2011 gegenwärtig steigende Absatzmengen

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