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21.01.2013: Das Forschungszentrum Jülich erhält rund 2,9 Millionen Euro von der Helmholtz-Gemeinschaft, um zwei Innovationen zügig in marktfähige Produkte umzusetzen: einen möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer und eine sichere Stromversorgung für Mobilfunk-Sendestationen. Die Mittel stammen aus dem Helmholtz-Validierungsfonds (HVF).

Das Team um Prof. Dieter Willbold vom Institute for Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie (ICS-6), hat eine Substanz entwickelt, die sich möglicherweise zur Therapie von Alzheimer eignet. Alzheimer ist die häufigste Ursache von Demenz. Dabei lagern sich im Gehirn bestimmte Proteinklumpen ab, es kommt zu schweren Funktionsstörungen und teilweise zum Absterben der Nervenzellen. Bislang gibt es kein Medikament, das diese Krankheit heilen kann. "Unsere neue Substanz hat im Tiermodell bewiesen, dass sie die Proteinklumpen beseitigen und die kognitive Leistung des Gehirns wieder deutlich steigern kann", erklärt Willbold. Nun wollen die Forscher die Substanz für die Anwendbarkeit beim Menschen optimieren und im Rahmen einer klinischen Studie testen.

Wissenschaftler um Prof. Detlef Stolten vom Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Elektrochemische Verfahrenstechnik (IEK 3), haben ein Brennstoffzellen-System konzipiert, das Sendestationen in der Telekommunikation im Notfall mit elektrischer Energie versorgen soll. Die dafür eingesetzten Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC) gewinnen elektrische Energie direkt, umweltschonend und sicher aus dem flüssigen Brennstoff Methanol, ohne dass eine externe Brenngaserzeugung notwendig ist. "Mit unserem System können auch längere Stromausfälle überbrückt werden", erläutert Martin Müller, Abteilungsleiter DMFC im IEK-3. Die Wissenschaftler wollen das DMFC-System nun weiterentwickeln und sicherstellen, dass es bei Netzausfällen zuverlässig anspringt und ohne Nachtanken 72 Stunden oder länger betrieben werden kann.

Der Helmholtz-Validierungsfonds (HVF) fördert seit 2011 wissenschaftliche Erkenntnisse, die eine erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung und einen hohen gesellschaftlichen Nutzen versprechen. Mit den zusätzlichen Mitteln können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschung so weit voranbringen, dass sie für Partner aus der Wirtschaft interessant wird. Diese Unternehmen sollen dann die aus Forschungsergebnissen abgeleiteten Produkte in Eigenregie bis zur Marktreife weiter entwickeln. Bislang unterstützt die Helmholtz-Gemeinschaft im Rahmen des HVF zwölf solcher Vorhaben. Neben den beiden neu ausgewählten Projekten ist das Forschungszentrum Jülich an dem Vorhaben "Verbesserung der Bildgebung zur Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten" beteiligt.

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