Meine Merkliste
my.chemie.de  
Login  

Promega und BASF entwickeln Alternativmethode zur Erkennung allergieauslösender Substanzen

REACH erfordert Tests auf hautsensibilisierende Wirkung

12.04.2013

Die Promega und BASF haben gemeinsam eine Alternativmethode zu Tierversuchen entwickelt, die das Allergiepotenzial von Substanzen zuverlässig anzeigen kann. Mit einer neu entwickelten Zelllinie kann die Reaktion von Hautzellen auf allergieauslösende Stoffe jetzt im Reagenzglas nachgewiesen werden.

Bei einer allergischen Hautreaktion laufen verschiedene biochemische Vorgänge ab. Dazu zählt die Bindung einer Substanz an ein hauteigenes Protein sowie eine dadurch ausgelöste Stressreaktion. Beides sind frühe und zuverlässige Indikatoren für ein mögliches Allergiepotenzial der Testsubstanz. Bei der neu entwickelten Zelllinie haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums der RWTH Aachen ein Reportergenkonstrukt von Promega so modifiziert, dass Stressreaktionen an ein Lichtsignal gekoppelt werden. Dieses Genkonstrukt wurde dann stabil in eine humane Hautzelllinie eingebaut. Dr. Katarina Bohm, Marketing-Managerin bei Promega: „Unsere Luciferase-Vektoren übersetzen zelluläre Veränderungen in ein lumineszentes Signal. So lassen sich Stressreaktionen in Hautzellen einfach mit unseren Luciferase-Assay-Systemen nachweisen.“ Bei der BASF wurde die neue Zelllinie umfangreich getestet und eine standardisierte Methode entwickelt, mit der das Allergiepotenzial einer Substanz zuverlässig geprüft werden kann.

Bisher musste die hautsensibilisierende Wirkung von Substanzen mit Hilfe von Tierversuchen ermittelt werden. „Kombinieren wir die neue Methode mit zwei weiteren Alternativmethoden zur Untersuchung der Hautsensibilisierung können wir nicht nur die Zahl der Tierversuche deutlich verringern, sondern ein mögliches Allergierisiko auch zuverlässiger als bisher voraussagen“, erklärt Dr. Robert Landsiedel, Forschungsgruppenleiter Kurzzeit-Toxikologie bei der BASF. Die Entwicklung der Methode zum jetzigen Zeitpunkt ist besonders wichtig, da nach der REACH-Verordnung bis 2018 einige tausend Stoffe auf ihre hautsensibilisierende Wirkung geprüft werden müssen. Zudem sind Tierversuche seit März 2013 bei der Entwicklung von kosmetischen Rohstoffen für den europäischen Markt vollständig verboten.

 

 

 

Die Alternativmethode wurde der Europäischen Kommission (European Center for the Validation of Alternative Methods, ECVAM) vorgelegt. Hier wird geprüft, ob sie als Standardmethode für die Sicherheitsforschung in Europa anerkannt werden kann.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • RWTH
  • Promega
  • Allergien
Mehr über BASF
  • News

    Fusionswelle in Chemie rollt weiter

    (dpa-AFX) Die Übernahmewelle in der Chemieindustrie geht in die zweite Runde: Die Konzerne rund um den Globus stehen in den Startlöchern und lauern auf mögliche Zwangsverkäufe. Denn die Megafusion der zwei US-Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont sowie die Rekord-Übernahme des US-Saatgutsp ... mehr

    25 Millionen Euro Zuschuss: Industriekonsortium erhält Fördermittel für Polyethylenfuranoat

    Mit 25 Millionen Euro fördert das „European Joint Undertaking on Bio-Based Industries (BBI)“, zusammengesetzt aus Vertretern der Europäischen Union und der bio-basierten Industrie, das aus elf Industrieunternehmen bestehende Konsortium „PEFerence“. Die Förderung bezieht sich auf die Etablie ... mehr

    BASF verkauft Produktionsstandort für Elektrolyte

    BASF hat eine Vereinbarung über den Verkauf des Produktionsstandorts für Elektrolyte in Suzhou, China, an Shenzhen Capchem Technology Co., Ltd. (Capchem), unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird innerhalb der nächsten 60 bis 90 Tage erwartet und ist von behördlichen Genehmigungen ... mehr

  • Videos

    Industrielle Synthese von Ammoniak - Wie funktioniert das?

    Im September 1913 ging bei der BASF in Ludwigshafen die erste Produktionsanlage zur industriellen Synthese von Ammoniak in Betrieb. Das Haber-Bosch-Verfahren zur Ammoniaksynthese, das bei der BASF im September 1913 erstmals erfolgreich umgesetzt wurde, war der entscheidende Schritt ins Zeit ... mehr

  • Firmen

    BASF Construction Solutions GmbH

    Die BASF Construction Polymers GmbH, Trostberg, ist ein führender Hersteller von Bau- und Ölfeldpolymeren. Unser Produktpalette umfasst im Bereich Bauchemie Fließmittel, Dispergiermittel, Verflüssiger, Rheologiemodifizierer, Stabilisierer, Entschäumer und Luftporenbildner für Beton, Mörtel, ... mehr

    BASF Polyurethanes GmbH

    Bei Polyurethanen ist BASF führender Anbieter von Systemen, Spezialitäten und Grundprodukten. Mit seinem weltweiten Netzwerk von 38 Polyurethan-Systemhäusern und seinem breiten Produkt- und Services-Portfolio ist das Unternehmen bevorzugter Partner seiner Kunden in vielen Branchen. Die BAS ... mehr

    BASF Fine Chemicals Switzerland SA

    mehr

Mehr über Promega
Mehr über RWTH
  • News

    Ausweg aus dem Chrom-Verbot

    Sollen Bauteile weder korrodieren noch verschleißen, werden sie vielfach unter Einsatz von hexavalentem Chrom überzogen. Ab September 2017 ist dies jedoch nur noch mit Ausnahmeregelungen erlaubt. Das von Fraunhofer- und RWTH-Forschenden entwickelte extreme Hochgeschwindigkeits-Laserauftrags ... mehr

    Mikro-Lieferservice für Dünger

    Pflanzen können Dünger nicht nur über die Wurzeln, sondern auch über die Blätter aufnehmen. Über einen längeren Zeitraum gestaltet sich eine Blattdüngung jedoch schwierig. Deutsche Forscher stellen jetzt in der Zeitschrift Angewandte Chemie ein leistungsfähiges Zufuhrsystem für Mikronährsto ... mehr

    Nachwachsende Rohstoffe effektiv nutzen

    Professor Dr. Regina Palkovits von der RWTH Aachen erhält den DECHEMA-Preis 2016. Damit werden ihre grundlegenden Arbeiten zur Entwicklung heterogenkatalytischer Verfahren ausgezeichnet, die eine selektive Umsetzung nachwachsender Rohstoffe in flüssiger Phase zu Basischemikalien und maßgesc ... mehr

  • Universitäten

    Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH)

    In den neun Fachbereichen und über 85 Studiengängen der RWTH Aachen sind über 30.000 Studierende eingeschrieben, davon circa 5.000 aus dem Ausland. An der Hochschule lehren etwa 440 Professorinnen und Professoren und rund 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Im Rahm ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.