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Optimismus bis Zweifel: Diese Erwartungen haben Studenten ans Einstiegsgehalt

05.04.2017

Studitemps GmbH/Maastricht University

Studitemps GmbH/Maastricht University

Wie wichtig sind den deutschen Studenten Einstiegsgehälter und wie sehen ihre Gehaltsvorstellungen aus? Sind Veränderungen mit Blick auf Geschlecht, Abschluss oder Fachbereich zu erkennen und was erwartet der durchschnittliche Student tatsächlich von seinem Arbeitgeber? Antworten auf diese Fragen hat Studitemps in seiner Studienreihe „Fachkraft 2020“ gefunden.

Entscheidend für die Berufswahl ist nicht nur ein attraktives Gehalt, sondern auch die Fachnähe und die Wahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit. Abweichungen vom durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 39.465 Euro sind gerade bei Juristen und Erziehungswissenschaftlern zu erkennen.

Der Gender Pay Gap

Auch zu Zeiten von Alice Schwarzer und allgemeiner Aufklärung ist der „Gender Pay Gap“ immer noch hartnäckig in den Köpfen der Studierenden festgesetzt. Die Herren der Schöpfung erwarten ein Einstiegsgehalt von 43.217 Euro, während die Damen mit 36.431 Euro 18 Prozent weniger Gehalt am Anfang ihrer Karriere erwarten. Diese ungleiche Erwartungshaltung wird sich erst ändern, wenn sich Frauen auf dem Arbeitsmarkt endgültig als genauso gleichberechtigt und gleichwertig ansehen wie Männer.

Die Akademische Qualifizierung

Nicht überraschend ist die Tatsache, dass das erwartete Einstiegsgehalt proportional zu steigender akademischer Qualifizierung steigt. Dementsprechend rechnen Bachelor-Absolventen mit durchschnittlich 35.140 Euro und Master-Absolventen mit 11,5 Prozent mehr, also 39.169 Euro. Investiert der Student nun noch Zeit und Aufwand in einen Doktortitel, veranschlagt er durchschnittlich 42.203 Euro für seinen Berufsstart.

Das erwartete Brutto-Jahresgehalt nach Fachbereich

Besonders interessant ist die Erwartungshaltung in Hinblick auf die einzelnen Fachbereiche. Juristen erwarten mit 49.763 Euro fast doppelt so viel wie Theologie/Religionswissenschaftler, die gerade mal 26.790 Euro erwarten. Auch Sprach- und Kulturwissenschaftler (29.963 Euro), Sozial- und Geisteswissenschaftler (30.251 Euro) sowie Erziehungswissenschaftler (30.448 Euro) liegen mit ihren Gehaltsvorstellungen eindeutig unter dem Bundesdurchschnitt.

Da sieht es bei Medizin sowie den Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften schon deutlich selbstbewusster aus. Deren Gehaltserwartungen liegen all samt über dem bundesweiten Schnitt. Medizin, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaftler erwarten jeweils 43.230 Euro bzw. 41.693 Euro. Auch die Mint-Fächer, also Informatik, Mathe, Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften steigen mit ähnlichen Gehältern (Informatik: 44.363 Euro; Ingenieurwissenschaften: 44.283 Euro; Mathematik: 40.638 Euro; Naturwissenschaften: 40.285 Euro) ein.

Arbeitslosenquote: Männer und Master-Studenten optimistisch

Neben dem Gehalt ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Berufswahl die Wahrscheinlichkeit nach dem Studium keine Arbeit zu finden. Auch hier sehen sich Frauen prinzipiell benachteiligt. 32,4 Prozent von 23.183 befragten Frauen nehmen an, nach ihrem Studium nicht direkt in den Job einsteigen zu können. Von den 25.317 befragten Männern sehen hingehen nur 25,8 Prozent einer vorerst arbeitslosen Zukunft entgegen.

Der Blick auf die höchsten angestrebten Abschlüsse offenbart keine überraschenden Besonderheiten. Erwartungsgemäß wird post-graduelle Arbeitslosigkeit mit steigender Qualifizierung als weniger wahrscheinlich angesehen (Bachelor → Master → Promotion). Das Staatsexamen sticht mit einer besonders niedrigen Sorge von Arbeitslosigkeit nach dem Hochschulabschluss hervor. Hier sind es lediglich 25,6 Prozent alle 48.500 Befragten, die mit anfänglichen Problemen bei der Jobsuche rechnen.

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