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Forschungszentrum Jülich nationaler Kontaktpunkt für Open Access

16.10.2017

StockSnap, pixabay.com, CC0

Symbolbild

Seit gut einem Jahr verhandeln die deutschen Wissenschaftsorganisationen unter dem Dach des Projekts DEAL mit den großen Wissenschaftsverlagen Elsevier, Wiley und SpringerNature über bundesweite Verträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften (E-Journals). Zukünftig sollen wissenschaftliche Artikel als Open Access veröffentlicht werden. Damit würde das Lesen wissenschaftlicher Beiträge uneingeschränkt und kostenlos möglich. Lediglich für die Publikation würden einmalig Kosten anfallen.

Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen hat im Rahmen der Schwerpunktinitiative Digitale Information einen "Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt" (OA2020-DE) für Deutschland eingerichtet. Mit diesem Projekt sollen die Voraussetzungen für eine großflächige Umsetzung der Open-Access-Initiative geschaffen werden. Ziel von Open Access ist es, wissenschaftliche Literatur und wissenschaftliche Materialien für alle Nutzer frei im Internet zugänglich zu machen: kostenlos und möglichst frei von technischen und rechtlichen Barrieren. Dies betrifft auch Fragen des Copyrights.

Die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich und die Universitätsbibliothek Bielefeld leiten das Projekt OA2020-DE. "Mit Open Access hätte jeder einen unmittelbaren Zugriff auf publizierte wissenschaftliche Ergebnisse", erklärt Dr. Bernhard Mittermaier, der Leiter der Zentralbibliothek. "Damit könnten diese viel schneller verbreitet und weiter genutzt werden. Das verbessert gleichzeitig die Transparenz und Qualitätssicherung in der Wissenschaft."

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat sich im Rahmen der Vereinbarungen zum Pakt für Forschung und Innovation das Ziel gesetzt, bis Ende 2020 60 Prozent ihrer Publikationen des Publikationsjahres 2019 im Rahmen von Open Access verfügbar zu machen. Die Größe soll sich jährlich um 10 Prozent erhöhen, die Publikationen des Jahres 2023 sollen dann vollständig als Open Access verfügbar sein.

Im nächsten Schritt geht es darum, mit den großen Wissenschaftsverlagen bundesweite und bezahlbare Lizenzverträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften abzuschließen. Zudem sollen alle Publikationen von Autoren aus deutschen Einrichtungen automatisch Open Access-Zeitschriften werden (CC-BY). Für diese Verhandlungen und die damit konkrete Umsetzung der Ziele von OA2020 wurde das Projekt DEAL von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen initiiert. Auch hier ist das Forschungszentrum Jülich durch Bernhard Mittermaier im Projektteam und in der Verhandlungsgruppe vertreten. "Die Verhandlungen finden internationale Beachtung, denn wenn wir in der deutschen Wissenschaftslandschaft eine vernünftige Lösung finden, hätte dies positive Signalkraft für die Möglichkeiten wissenschaftlicher Open-Access-Veröffentlichungen weltweit", so Mittermaier.

Während mit SpringerNature und Wiley beim Umstieg des wissenschaftlichen Publikationswesens auf Open Access erste Erfolge zu verbuchen sind, wurden die Gespräche mit Elsevier bis auf Weiteres eingestellt, teilte am Donnerstag die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), deren Präsident Prof. Dr. Horst Hippler Sprecher des DEAL-Projektlenkungsausschusses ist, mit. Elsevier habe in den bisherigen Verhandlungsrunden kein Angebot gemacht, das den Anforderungen von DEAL entspricht. Rund 200 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen haben ihre Elsevier-Abonnements daher bereits gekündigt. Zu den Wissenschaftlern, die ihre Mitarbeit als Herausgeber und Mitglieder der Editorial und Advisory Boards für Zeitschriften niedergelegt haben, gehört auch Prof. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich.

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