Mit einem my.chemie.de-Account haben Sie immer alles im Überblick - und können sich Ihre eigene Website und Ihren individuellen Newsletter konfigurieren.
05.10.2004: Wissenschaftler aus dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) haben gemeinsam mit Kollegen am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden ein Verfahren zur Verwertung von Polytetrafluorethylen-Glasfaser-Compound-Abfällen (PTFE/GF) entwickelt. Der Hochleistungskunststoff PTFE ist besser bekannt unter dem DuPont-Markennamen Teflon z. B. als Antihaftbeschichtung.
Allein in Deutschland fallen jährlich ca. 500 t PTFE/GF-Abfall mit unterschiedlichen Glasfaseranteilen an. Sie entstehen bei der Herstellung von Bauteilen aus PTFE/GF-Halbzeugen über spanende Verarbeitung. Diese gemischten PTFE/GF-Abfälle werden bisher - im Gegensatz zu reinen PTFE-Abfällen - noch keiner Verwertung zugeführt, sondern entweder deponiert oder in Sondermüllverbrennungsanlagen beseitigt.
Im Zuge der Entwicklung von neuen Tribowerkstoffen - Materialien mit hervorragenden Gleitreibungs- und Verschleißeigenschaften - durch chemische Kopplung von PTFE mit anderen Kunststoffen wurde nun eine Möglichkeit geschaffen, auch PTFE/GF-Abfälle in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Was den Forschern am IPF bereits zuvor für reines PTFE gelang und einen neuen Ansatz für Tribowerkstoffe darstellte, wurde nun auch mit PTFE/GF-Abfällen erfolgreich getestet.
Industrieabfälle der Fa. ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH Heidenheim (ehemals Venus GmbH) wurden über Strahlenmodifizierung zu PTFE-Pulvern mit Glasfaseranteil abgebaut und mit Polyamid-6 zu chemisch gekoppelten PTFE-PA-6-Materialien (mit Glasfaseranteil) verarbeitet. Die Weiterverarbeitung erfolgte problemlos auf kommerziellen Kunststoffverarbeitungsmaschinen über Extrusion und Spritzguss. Das Verarbeitungsverhalten sowie die wichtigen Materialeigenschaften für Anwendungen im Gleitreibungsbereich wie E-Modul und Zugfestigkeit waren nahezu identisch mit denen des Vergleichsmaterials, das analog unter Verwendung von reinem PTFE hergestellt wurde. Die Reibwerte im Klötzchen/Ring-Versuch sind mit 0,1 bis 0,2 sehr niedrig und Ruckgleiten (Stick-Slip-Verhalten) wurde nicht beobachtet. Auch die Untersuchungen zum Verschleiß zeigten sehr gute Ergebnisse, wenngleich die Werte für die PTFE-PA-6-Materialien mit Glasfaseranteil etwas weniger vorteilhaft sind als die für Materialien ohne Glasfaseranteil.
Bezüglich der Polyamid-Komponente haben die Untersuchungen gezeigt, dass auch andere handelsübliche Polyamidtypen eingesetzt werden können.
Merkliste
Hier setzen Sie die nebenstehende News auf Ihre persönliche Merkliste
Aus Mitteln des Konjunkturpakets II der Bundesregierung wurde am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. (IPF) ein neues Labor für Magnetische Resonanzspektroskopie eingerichtet. Gleichzeitig wurden die bereits vorhandenen Geräte modernisiert.
Magnetische Kernresonanz (NMR) ist h ... mehr
Der Doktorandenpreis des Vereins zur Förderung des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) wurde in diesem Jahr an Herrn Dr. Jan Hegewald verliehen. Ausgezeichnet wurde er für seine Dissertation zum Thema „Conductive Polymers for Interfacial Modification of Heterogeneous ... mehr
Nach neuen Forschungsergebnissen, die Prof. Dr. Gert Heinrich vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) zur Tagung TECHNOMER in Chemnitz vorgestellt hat, müssen Lehrbücher zur Gummiherstellung wohl neu geschrieben werden.
Seitdem Gummi industriell hergestellt wird, gilt ... mehr
Das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) ist eine der größten Polymerforschungseinrichtungen in Deutschland. Als Institut der Leibniz-Gemeinschaft ist es der anwendungsorientierten Grundlagenforschung verpflichtet und erhält seine Grundfinanzierung zu gleichen Teilen ... mehr