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25.04.2006: Das Forschungszentrum Karlsruhe, das Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme,
die Firma 20/10 PERFECT VISION sowie das Steinbeis Transferzentrum ASICON sind die deutschen
Partner von Q2M, einem EU-finanzierten Konsortium aus insgesamt zwölf Forschungsinstitutionen
und High-Tech-Unternehmen. Das europäische Verbundprojekt soll neuartige Technologien für
die Parallelfertigung von Mikrosystemen aus verschiedenartigen hochwertigen Materialien
und Baugruppen entwickeln. Im Vordergrund stehen Anwendungen in den Bereichen Mikroventile,
Mikrospiegel-Aktorsysteme und Komponenten für die drahtlose Kommunikation. Die EU fördert
das dreijährige Vorhaben im Rahmen des 6. Rahmenprogramms mit 3,2 Millionen Euro. Hiervon
erhalten die deutschen Partner einen Anteil von 763.000 Euro für die Entwicklung verbesserter
Mikroaktoren auf der Basis von einkristallinem Silizium, von Formgedächtnislegierungen
und piezoelektrischen Komponenten.
Mikrofertigungstechniken werden zur Produktion einer Vielzahl von Komponenten und Systemen
eingesetzt, deren Strukturgrößen im Bereich einiger Millimeter bis hinunter zu 100 Nanometern
liegen. Typische Einsatzgebiete sind die Fahrzeug-, Telekommunikations-, Druck-, Medizin-
und Biotechnik.
Hochwertige Materialien, wie Formgedächtnislegierungen, piezokeramische Werkstoffe und
bestimmte ultraflache einkristalline Silizium-Dünnschichten, eignen sich hervorragend für
Sensor- und Aktor-Anwendungen in Mikrodimensionen. Die meisten Mikrostrukturierungstechniken
stammen jedoch aus der IC-Fertigungstechnologie der Mikroelektronik. In der Regel lassen
sich diese konventionellen Mikrotechnologien mit den so genannten "smart materials" nur
sehr schwer kombinieren.
"Um diesen hochwertigen Materialien zum industrierelevanten Durchbruch zu verhelfen, sind neuartige Parallelfertigungsverfahren zu deren Integration in Mikrosysteme erforderlich", erklärt Manfred Kohl, Leiter der Mikroaktorik am Institut für Mikrostrukturtechnik des Forschungszentrums Karlsruhe.
Q2M (für "batch integration of high-quality materials to microsystems") wurde eingerichtet, um die bestehenden technologischen Einschränkungen zu umgehen. Im Wesentlichen werden dabei zwei Strategien verfolgt: Zum einen werden die hochwertigen Materialien als Komponenten in neuartigen Verbundwerkstoffen verwendet. Zum anderen werden neuartige Transfer-Verbindungstechniken entwickelt. Verbundwerkstoffe können mit unterschiedlichsten Herstellungsverfahren der Mikrotechnik kombiniert werden. Transfer-Verbindungstechniken erlauben die Übertragung ganzer Schichten der hochwertigen Materialien auf mikrostrukturierte Halbleiter- oder Polymersubstrate
im Rahmen einer Parallelfertigung. Dabei sollen Klebeverfahren oder fremdstofffreie Verbindungstechniken wie das Ultraschallschweißen eingesetzt werden.
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