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Der Chemie-Nobelpreis geht an Gerhard Ertl

Der Forscher, der am Fritz Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin arbeitet, erhält in diesem Jahr die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für Chemie

11.10.2007: "Die Arbeit des Max-Planck-Wissenschaftlers erklärt maßgeblich die chemischen Prozesse, die sich auf festen Oberflächen abspielen", teilte die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Der Preis, den er nicht mit anderen Kollegen teilen muss, ist mit umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro dotiert.

Die Arbeitsweise von Brennstoffzellen

"Gerhard Ertl hat die Basis für das Verständnis von industriellen Katalysatoren und katalytischen Prozessen gelegt", sagte Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, ein Kollege des Nobelpreisträgers. "Sie kann uns helfen, so unterschiedliche Vorgänge wie die Arbeitsweise von Brennstoffzellen oder von Katalysatoren in unseren Autos zu verstehen." Oberflächenchemische Katalysatoren seien in vielen industriellen Verfahren ausschlaggebend, unter anderem bei der Herstellung von Kunstdünger.

Gerhard Ertl zeigte sich überglücklich. "Ich habe mit der Auszeichnung nicht gerechnet", sagte er. Zwar sei ihm bewusst gewesen, dass er zu den Kandidaten gehört habe. Trotzdem habe es ihm die Sprache verschlagen, als er erfahren habe, dass er den Preis gewonnen habe. Immerhin habe er vom Preiskomitee 20 Minuten Zeit bekommen, sich zu sammeln und sich auf den Presseansturm einzustellen. "Jetzt klingelt das Telefon ohne Unterlass", so Ertl. Alle seine Mitarbeiter hätten sich auf dem Gang vor seinem Büro versammelt, um mit ihm mit Sekt auf den Nobelpreis anzustoßen.

"Der Nobelpreis zeigt wieder einmal, wie essentiell Grundlagenforschung für unsere Gesellschaft ist", sagte Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Gerhard Ertl knüpfe damit an Erfolge aus der Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft an: 1918 erhielt Fritz Haber für die Ammoniaksynthese den Chemie-Nobelpreis.

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