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09.10.2008: Auftakt für das Projekt "Fusion Energy Materials Science" (FEMAS) war der 8. Oktober 2008: Mehr als 50 Wissenschaftler aus ganz Europa trafen sich in Garching, um das Arbeitsprogramm des neuen Projektes zu erörtern. Ziel ist es, die Entwicklung neuer Materialien für Fusionskraftwerke zu fördern. Diese Koordinierungsmaßnahme der Europäischen Union führt unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) 27 Forschungseinrichtungen und Universitäten aus 17 europäischen Staaten zusammen. In Deutschland sind dies neben dem IPP die Forschungszentren Jülich und Karlsruhe, der Berliner Elektronenspeicherring BESSY und die Technische Universität München.
Aufgabe der Fusionsforschung ist es, ein Kraftwerk nach dem Vorbild der Sonne zu entwickeln: Es soll Energie aus der Verschmelzung leichter Atomkerne gewinnen. Dazu muss es gelingen, den Brennstoff - ein heißes ionisiertes Wasserstoff-Gas, ein "Plasma" - in Magnetfeldern einzuschließen und auf Temperaturen über 100 Millionen Grad aufzuheizen. Die attraktiven ökologischen und ökonomischen Eigenschaften, die ein solches Kraftwerk erwarten lässt, setzen die Entwicklung neuer hochleistungsfähiger Materialien voraus, die niedrigaktivierbar sind, hitzebeständig, wärmeleitfähig und widerstandsfähig gegen physikalische und chemische Erosion.
Um das Umfeld für diese Materialforschung zu verbessern und Expertise und Anlagen auf breiter Basis zusammen zu führen, will FEMAS ein starkes europäisches Netzwerk formen. Es soll Forscher, die Materialschäden rechnerisch simulieren, zusammenführen mit Experten aus Bestrahlungsanlagen, zum Beispiel Synchrotronstrahlungs- oder Neutronenquellen, und Fachleuten für moderne Analyse- und Prüfverfahren. So will man die belastenden Wirkungen des Plasmas auf optimierte Fusionsmaterialien - Spezialstähle, Wolframhaltige Legierungen und spezielle, vor Korrosion schützende Beschichtungen - grundlegender verstehen und besser berechnen können.
Das über drei Jahre laufende Projekt ist ein integraler Bestandteil des Europäischen Fusionsprogramms und hat ein Kostenvolumen von rund 3,25 Millionen Euro. Davon werden etwa 65 Prozent von der Europäischen Union übernommen.
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